Extrem milder Jahreswechsel 2022/23 zu erwarten

Seit rund zehn Tagen bestimmen milde atlantische Luftmassen das Wettergeschehen in Deutschland, und seit dem 20. Dezember steigt das Thermometer tagsüber auch zuverlässig auf zweistellige Höchstwerte (außer dem 21. mit 9,6 °C). Die bisherigen Höchststände wurden mit 11,5 °C am 24. und 11,7 °C am 29. Dezember verzeichnet.

Für den Jahreswechsel sieht es nach noch höheren Werten aus. Mit Einstellung einer strammen Südstömung erreichen übermorgen (31.) sehr milde Luftmassen aus dem westlichen Mittelmeerraum die Region. Am letzten Tag des Jahres erwarten uns neben viel Wind und länger andauernden Regenfällen (über deren Ergebigkeit noch Uneinigheit herrscht) extrem milde Temperaturen von gut 16 °C. Damit ist ein letzter Rekord zum Jahresende möglich: Zum einen ist der bisherige Tages-Rekordwert für den 31. Dezember (14,1 °C am 31.12.2017, knapp vor 13,9 °C am 31.12.2021) in akuter Gefahr, zum anderen ist angesichts der aktuellen Prognosen auch der bisherige Monats-Rekordwert für den Monat Dezember (15,7 °C, 24.12.1977 und 05.12.2006) in Reichweite.

Milde Witterung setzt sich durch: Grüne Weihnachen sicher

Noch eine Woche bis Weihnachten … Daher soll die Vorhersage für die Weihnachtstage an dieser Stelle noch einmal aktualisiert werde.

Wie vor einer Woche bereits prognostiziert, hat sich der Trend für eine deutliche Milderung ab diesem Wochenende und für die Weihnachtstage fortgesetzt. Ganz konkret erwartet uns in der kommenden Nacht auf Sonntag (18.) noch einmal mäßiger Frost um -6 °C, bevor im Tagesverlauf mit Einströmen milder atlantischer Luftmassen eine grundlegende und nachhaltige Änderung der Großwetterlage erfolgt. In der Nacht auf Montag (19.) erreicht dann erster Regen unsere Region.

In der kommenden Woche (ab 19.12.) erwartet uns mildes, nasses und windiges Tiefdruckwetter. Dabei bleibt es auch in den Nächten durchweg frostfrei. Am Montag (19.) gibt es bereits knapp zweistellige Höchstwerte, am Dienstag (20.) erwarten uns bis zu 12 °C. Auch in den Folgetagen geht es mild bis sehr mild und mit häufigen Niederschlägen weiter.

Für den Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage stehen die Zeichen also eindeutig auf mild. Selbst in den deutschen Mittelgebirgen wird in der kommenden Woche nachhaltiges Tauwetter einsetzen und ein grünes Weihnachtsfest bescheren.

Prognose für Weihnachten 2022: Nach winterlicher Woche wieder Tendenz zu milder Witterung

Noch sind es rund zwei Wochen bis zu den Weihnachtstagen und es ist an der Zeit, eine erste Wetterprognose für Weihnachten 2022 zu wagen.

Doch zunächst erst einmal ein paar Fakten zur aktuellen Wetterlage und kurzfristigen Entwicklung: Seit Monatsbeginn hat sich die Wetterlage umgestellt, sodass die Zufuhr milder Luftmassen aus Süden durch Anströmung feuchtkalter Luftmassen aus Norden/Nordosten ersetzt wurde. Da die kalte Luftmasse über Nord- und Ostsee mit Feuchtigkeit angereichert wurde und es über der Landmasse durch die langen Nächte zum jahreszeitlich typischen Auskühlen kommt, ist es gleichzeitig bedeckt und trüb. Seit dem Wochenende haben die Temperaturen in Bodennhöhe einen Satz nach unten gemacht: Am gestrigen Samstag (10.12.) wurde nach einem Tagesminimum von -4,0 °C der erste Eistag (Dauerfrosttag) mit einem Tageshöchstwert von -0,4 °C verzeichnet.

In der kommenden Woche (ab dem 12.12.) werden zunächst etwas trockenere Luftmassen aus Osten herangeführt, sodass am Montag wieder die Chance für sonnige Abschnitte steigt. Durch die zeitweise klaren Nächte gehen die Temperaturen noch ein weiteres Stück zurück: Am Dienstag (13.), Mittwoch (14.) und Donnerstag (15.) erwarten uns Tagestiefstwerte von -5 bis -8 °C. Zwischenzeitlich zeigten einige Modellläufe für Mittwoch Schneefälle im Münsterland, doch diese Option wurde in den letzten Modellrechnungen wieder verworfen, sodass die Wahrscheinlich hierfür aktuell als sehr gering eingeschätzt wird.

Kommen wir nun zur (erweiterten) Mittelfristvorhersage mit Trend zu Weihnachten: Am kommenden Wochenende (16./17.) deuten die Modell mehrheitlich eine Umstellung der Großwetterlage an. Während in den letzten Tagen eine Fortdauer der kalten winterlichen Witterung zu etwa 50 % wahrscheinlich erschien, ist die Modellwelt seit gestern umgeschwenkt und zeigt nun mehrheitlich eine Rückkehr der südwestlichen Anströmungsrichtung an. Gewisse Unsicherheiten bestehen natürlich weiterhin, doch die Anzahl der kalten Rechnungen ab Montag, 19., hat deutlich abgenommen, insbesondere im GFS-Modell (siehe Grafiken oben). Damit erscheint zum aktuellen Zeitpunkt ein mildes Weihnachtsfest mit deutlich einstelligen Temperaturen am wahrscheinlichsten.

Rückblick Sommer 2022: Ein außergewöhnlich warmer Sommer

Dem Sommer 2022 gelang eine Kuriosität: Er geht als der drittwärmste, dritttrockenste und drittsonnenscheinreichste Sommer in die Bocholter Aufzeichnungsgeschichte ein. Besonders warm war es von Mitte Juli, als die zweithöchste Temperatur in der Bocholter Klimareihe verzeichnet wurde, bis Ende August. Es kam zu drei Hitzewellen mit mindestens drei heißen Tagen ab 30,0 °C in Folge (18.-20.07., 10.-14.08., 23.-25.08.). Der August geht als wärmster August seit mindestens 1945 in die lokale Klimastatistik ein.

Die Durchschnittstemperatur der drei Sommermonate lag bei 19,9 °C und damit 1,5 Grad über den Mittelwert der Jahre 1991-2020. Damit liegt der Sommer 2022 in der Rangliste hinter 2018 (20,3 °C) und 2019 (20,0 °C), aber knapp vor 2003 (19,8 °C). Es wurden 48 Sommertage (53 Sommertage inkl. Mai) und 18 heiße Tage gemessen. Der heißeste Tag war der 19. Juli mit 38,7 °C, was die zweithöchste Temperatur in Bocholt bedeutet (nach 25.07.2019 mit 40,1 °C).

Die Niederschlagsmenge betrug nur 106,7 mm und damit weniger als die Hälfte des Mittelwerts 1991-2020 von etwa 227 mm. Nur 2018 (73,0 mm) und 1976 (ca. 75,5 mm am aktuellen Standort, 73,6 mm in Bocholt-Liedern) war es noch trockener. Betrachtet man nur die beiden Hochsommermonate Juli (20,2 mm) und August (17,0 mm), war es mit 37,2 mm sogar der trockenste Hochsommer seit mindestens 1901.

Die Sonnenscheindauer erreichte einen We rt von 800,7 Stunden, das entspricht ebenfalls deutlich mehr als im Mittel (ca. 627 Stunden). Dies bedeutet ebenfalls Rang 3 nach 1947 (884,5 h) und 1976 (813,3 h).

Weitere Hitzewelle im Anmarsch: Neuer Augustrekord wahrscheinlich

Modellläufe des europäischen Wettermodells ECMWF, Stand 21.08.2022, 06 UTC

Das Hochsommerwetter will nicht enden: In der kommenden Woche (ab 22.08.) erwarten uns wieder ansteigende Temperaturen, die in eine weitere Hitzewelle münden, wie die aktuellen Modellläufe des europäischen Wettermodells zeigen. Die Tageshöchstwerte steigen vom heutigen Sonntag (21.) an Tag für Tag etwas an, für Donnerstag (25.) wird aktuell mit dem heißesten Tag gerechnet. Hier die derzeit prognostizierten Tageshöchstwerte: So 25 °C, Mo 27 °C, Di 30 °C, Mi 31-32 °C, Do 32-33 °C.

Nach dem voraussichtlich sehr heißen Donnerstag nimmt die Prognoseunsicherheit zu. Eine Verlängerung der Hitzewelle um 1-2 Tage erscheint genauso möglich wie auch ein langsamer Temperaturrückgang. Wie es auch kommen mag – angesichts der vorangegebenen sehr heißen Wochen und der aktuellen Prognose ist ein neuer Augustrekord hinsichtlich Monatsmitteltemperatur sehr wahrscheinlich geworden.

Aktuell liegt die Monatsmitteltemperatur der ersten beiden Dekaden (1.-20.) bei 21,9 °C, was 0,5 Grad mehr ist als im bisherigen Rekord-August 2020 (Platz 3: 21,1 °C, 1997). Wenn man die aktuelle Prognose hochrechnet, dürfte der Wert bis Donnerstag noch leicht steigen um etwa ein halbes Grad auf ca. 22,4 °C. Damit die letzten 6 Augusttage den Wert noch um mindestens 1 Grad nach unten drücken und so den Rekord verhindern, müssten diese ein Tagesmittel von rund 17 °C aufweisen, was angesichts der Modellläufe äußerst unwahrscheinlich ist. Geht man von einem moderaten Temperaturrückgang aus, dürfte ein Monatsmittel im Bereich über 21,4 °C wahrscheinlich sein. Für den Sommer 2022 (Monate Juni, Juli, August) wird das Mittel unter Annahme dieses Wertes bei ca. 19,9-20,0 °C liegen, was Platz 3 bedeuten würde (2018: 20,3 °C, 2019: 20,0 °C).