Markante Hitzewelle ab Donnerstag, 6. August + klimatologische Einordnung

Messwerte der privaten Wetterstation Bocholt (Stadt)

Mittwoch, 05.08.2020Min. 14,8 °C um 03:03 UhrMax. 29,7 °C um 17:32 Uhr
Donnerstag, 06.08.2020Min. 16,8 °C um 04:32 UhrMax. 32,8 °C um 16:56 Uhr
Freitag, 07.08.2020Min. 17,2 °C um 05:12 Uhr

Nach den aktuellen Modellen (06.08., 00 UTC) wird die Hitzewelle, die am heutigen Donnerstag (06.08.) mit einem Tageshöchstwert von 31-32 °C beginnt, bis mindestens nächste Woche Dienstag (11.08.) andauern. Von Samstag (08.) bis Dienstag (11.08.) ist dabei mit Tageshöchstwerten von 35-36, evtl. 37 °C zu rechnen!

Für Mittwoch (12.) ist die Lage noch unsicher. Möglicherweise könnte etwas kühlere Luft einfließen, doch auch eine Fortdauer der Hitzewelle bis einschließlich Donnerstag (13.) wird von einigen Modellen gezeigt. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, wie lange uns die sehr hohen Temperaturen erhalten bleiben.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es mindestens 6 heiße Tage (ab 30 °C) in Folge geben – für unsere Region ein außergewöhnliches Ereignis. Selbst in den vergangenen beiden Sommern, die bezogen auf die mittlere Temperatur die beiden wärmsten Sommer in der Bocholter Klimareihe (ab 1945) darstellen und einen neuen Temperaturrekord (40,1 °C am 25.07.2019) brachten, gab es maximal 5 heiße Tage in Folge: In beiden Sommern lagen die Tageshöchstwerte jeweils vom 23. bis zum 27. Juli 5 Mal in Folge über 30 °C, davon jeweils 3 Mal über 35 °C (mit Spitzenwerten von 36,3 °C am 26.07.2018 und 40,1 °C am 25.07.2019). Die längste Andauer von heißen Tagen in Folge gab es im Juli 2006: Vom 17. bis zum 27. Juli gab es 11 heiße Tage am Stück, jedoch nur 1 Mal über 35 °C, mit einem Spitzenwert von 37,1 °C (19.07.2006).

Update: Längere Hitzewelle zum Sommerferienende in Sicht

Bisher konnte man die heißen Tage (ab 30 °C) in diesem Sommer an einer Hand abzählen: Am 25. und 26. Juni (Tageshöchstwerte 30,0 °C und 31,6 °C) sowie am 31. Juli (Tageshöchstwert 33,2 °C) stieg die Temperatur über die 30-°C-Marke an. Wer den Sommer zwischenzeitlich schon abgeschrieben hatte, wird in dieser letzten Sommerferienwoche eines besseren belehrt, denn in den Berechnungen der Wettermodelle kündigt sich der Aufbau eines stabilen Hochdruckgebiets mit einhergehender Hitzewelle an.

Nach den aktuellen Läufen (04.08., 00 UTC) ist am Mittwoch (05.08.) mit 28-29 °C und am Donnerstag (06.08.) mit 30-31 °C zu rechnen. Für Freitag (07.08.) und Samstag (08.08.) werden 34-36 °C modelliert. Bis zum Samstag zeigen die Modellläufe eine weitgehende Konsistenz. Ab Sonntag nimmt die Streuung zu: Einige Modelle zeigen ein vorübergehendes Einfließen kühlerer Luft aus Nordwesten, ehe die Hitze am Dienstag (11.08.) wieder zurückkommt, während bei anderen Modellen NRW im Einfluss der heißen Luftmasse bleibt. Fast alle Modelle zeigen jedoch eine Andauer der Hitzewelle bis einschließlich Mittwoch (12.08.) (!). Nach derzeitigen Stand ist also mit mindestens 3, im Extremfall 7 heißen Tagen in Folge zu rechnen.

Monatsrückblick Juni 2020: Warmer, aber recht unbeständiger Juni

Der Juni 2020 zeigte sich im Gegensatz zum hochsommerlichen Juni 2019, der neue Temperaturrekorde aufstellte, als typisch mitteleuropäischer Sommermonat, das heißt recht unbeständig mit unterschiedlichen Wetterlagen und häufigen Schauerniederschlägen, aber insgesamt warm, trocken und recht sonnig. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,5 °C war der Monat um 1,8 Grad wärmer als im Mittel 1981-2010, mit einer Monatsniederschlagssumme von 59,7 L/m² fielen nur 83 % des Mittels 1981-2010 (72 L/m²) und mit einer Monatssonnenscheindauer von 220,5 Stunden schien die Sonne 109 % des Mittels 1981-2010 (209 Stunden). Es gab 12 Sommertage und 2 heiße Tage – im Mittel 1981-2010 gibt es nur 6-7 Sommer- und 1 heißen Tage.

Nach einem warmen Monatsbeginn kam es in der ersten Monatsdekade mit einer Nordwestlage zu einem kühleren Witterungsabschnitt. Am 4. und 5. kamen durch Schauerniederschläge 25,1 L/m² zusammen und milderten die Dürresituation aus dem Frühjahr etwas ab. Am 6. wurde der Monatstiefstwert von 7,2 °C gemessen.

Ab dem 11. erreichte die Temperatur wieder leicht überdurchschnittliches Niveau: Die Tageshöchstwerte pendelten bis in die dritte Monatsdekade um die 25 °C-Marke, die Nächte blieben mit kaum unter 15 °C mild. Am 14. kam es durch eine Gewitterlage, die vor allem die Regionen nordöstlich von Bocholt betraf, zu regional sehr unterschiedlichen Niederschlagsmengen: An der DWD-Station Ahaus-Wessum kamen 67,8 L/m² und an der Station Borken 51,5 L/m² zusammen; in Bocholt belief sich die Menge nur auf 10,8 L/m².

In der dritten Monatsdekade kam es zu einer kurzen Hitzewelle mit den ersten beiden heißen Tagen des Jahres (25. und 26.). Am 26. wurde der Monatshöchstwert von 31,7 °C registriert, in der darauffolgenden Nacht auf den 27. eine Tropennacht mit einen Nacht-Tiefstwert von 21,0 °C. Zum Monatsende wurde die warme Luft durch kühlere Atlantikluft abgedrängt.

Dauerregen am 1. Juli

Am 1. Juli sind länger andauernde und schauerartig verstärkte Regenfälle über die Region hinweggezogen. Dabei kamen im südlichen Kreis Borken und in den angrenzenden Gebieten beachtliche Niederschlagssummen von rund 30 Litern pro Quadratmeter, je nach Zugstrecke der Schauerniederschläge teilweise noch mehr, zusammen.

An der privaten Wetterstation Bocholt am Barloer Weg (Nähe Krankenhaus) betrug die Summe 29,7 L/m². Dabei fielen 5,1 L/m² bis zum Messtermin um 8 Uhr und werden in der Klimastatistik noch zum Juni 2020 hinzugerechnet und 24,6 L/m² seit 8 Uhr und zählen zum 1. Juli. Dies ist die bisher größte Tagesmenge im bislang erneut recht trocken verlaufenen Jahr 2020. Die letzten 24 Stunden brachten außerdem mehr Niederschlag als der gesamte April (11,8 L/m²) und Mai 2020 (17,3 L/m²) zusammen.

An der DWD-Station Bocholt-Liedern (Wasserwerk) betrug die Summe exakt 30,0 L/m². Die größte Niederschlagssumme kam an der DWD-Station Borken (Gemenkrückling) mit 43,4 L/m² zusammen.

Monatsrückblick Mai 2020: Sehr trockener, sonnenscheinreicher Mai

Im Mai 2020 dominierte im Westen Deutschlands Hochdruckeinfluss mit trockener Witterung und viel Sonnenschein, aber oft auch noch recht verhaltenen Temperaturen. Sommerlich warme Witterungsperioden gab es kurz zum Ende der ersten Monatsdekade (um den 9.) sowie zeitweise in der zweiten Monatshälfte (21./22., ab dem 26.). Es wurden 3 Sommertage (ab 25 °C) und noch kein heißer Tag (ab 30 °C) verzeichnet mit einem Monatshöchstwert von 27,7 °C am 21. Mai. Die Eisheiligen machten hingegen ihrem Namen alle Ehre, denn exakt zwischen dem 11. und 15. Mai kam es zu einem Kälterückfall mit letzten Bodenfrösten, örtlich auch Luftfrösten. An der städtisch gelegenen Wetterstation in Bocholt betrug der Monatstiefstwert 1,3 °C am 14. Mai. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 13,7 °C war der Mai 2020 um 0,4 Grad kälter als im langjährigen Mittel der Referenzperiode 1981-2010.

Der beständige Hochdruckeinfluss sorgte dafür, dass Tiefausläufer die Region lediglich zum Monatsanfang, um den 10. herum sowie zu Beginn der letzten Monatsdekade beeinflussen konnten. Auch an diesen Tagen fielen nur geringe Niederschläge, sodass nach dem sehr trockenen April ein weiterer sehr trockener Monat in die Statistik eingeht. An der Wetterstation Bocholt wurden 17,3 mm (= L/m²) gemessen, das entspricht nur einem Viertel des langjährigen Mittelwerts der Referenzperiode 1981-2010 (68 mm) und dem 6.-trockensten Mai in der Bocholter Klimareihe (ab 1901).

Monatsrückblick April 2020: Sehr warm, sehr trocken und neuer Sonnenscheinrekord

Der April 2020 geht als ein sehr warmer, sehr trockener und als sonnenscheinreichster April überhaupt in die regionale Klimastatistik ein. Dies zeigt die Auswertung der lokalen Messwerte der privaten Wetterstation Bocholt.

Die Monatsmitteltemperatur lag bei 12,3 Grad Celsius (°C) um damit um 2,5 Grad über dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1981-2010 bzw. 3,6 Grad über der Referenzperiode 1961-1990. Nach 2007 (13,8 °C), 2009 und 2011 (13,7 °C), 2018 (13,5 °C) und 2014 (12,9 °C) erreicht der April 2020 damit Platz 6 in der Rangfolge seit 1881. Der Monat zeichnete sich nicht durch kurzzeitig sehr hohe Temperaturen aus wie z. B. im Jahr 2007, als fast 30 °C gemessen wurden, sondern durch konstant recht hohe Werte: Die Tageshöchstwerte lagen meist zwischen 18 und 24 °C, lediglich in den ersten Tagen des Monats blieb das Temperaturniveau noch verhalten mit leichten Nachtfrösten und Tageshöchstwerten um die 10 °C-Marke. Beeindruckend war der schnelle Temperaturanstieg ab dem 4. innerhalb weniger Tage auf frühlingshafte, teils frühsommerliche Werte: Am 5. wurde erstmals in diesem Jahr die 20 °C-Marke erreicht, nur drei Tage später mit 25,2 °C bereits der erste Sommertag des Jahres registriert. Das ist der früheste Eintrittstermin seit Beginn der Bocholter Klimareihe im Jahre 1945 (siehe auch Bericht unten).

Die Monatsniederschlagssumme erreichte einen Wert von nur 7,4 Litern pro Quadratmeter (L/m²), etwa ein Sechstel des langjährigen Mittelwerts der Referenzperiode 1981-2020 (43 L/m²). Damit ist der April nach 2007 (0,0 L/m²) und 1996 (2,0 L/m²) der dritttrockenste April in der Bocholter Reihe (Niederschlagsmessung seit 1901). Die seit Mitte März bestimmende Hochdruckwetterlage setzte sich im April fort und wurde nur kurz durch Tiefausläufer unterbrochen. Nur an 6 Tagen wurde Niederschlag registriert, bedeutsame Tagesniederschläge (mindestens 5 L/m²) fielen dabei nicht. Der Großteil der Monatssumme, 4,8 L/m², fiel vom 28. bis 30. infolge von Regenschauern. Etwas Statistik: Der Trend zu trockeneren April-Monaten setzt sich fort: Der Mittelwert der neuen Referenzperiode liegt bei nur noch 40 L/m² (!), die letzten 15 Jahre (2006-2020) erreichten im Mittel nur noch 31 L/m². In diesen 15 Jahren waren 10 April-Monate trockener als im Durchschnitt 1981-2010, nur 2012 gab es mit 64,7 L/m² einen nennenswerten Niederschlagsüberschuss.

Die Monatssonnenscheindauer belief sich auf rund 285 Stunden (h), das entspricht einem Plus von 64 % gegenüber dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1981-2010 (174 h). Damit war der April 2020 vor dem bisherigen Rekordhalter 2007 (271 h) der sonnenscheinreichste April in der Bocholter Reihe (Sonnenscheindauermessung seit 1947).

Jahresrückblick 2019: Sehr mild und recht trocken mit neuem Hitzerekord

Das Jahr 2019 geht als ein sehr mildes, trockenes und sonniges Jahr in die Klimastatistik ein. Mit einer mittleren Temperatur von 11,7 °C liegt das Jahr nicht nur um 1,2 Grad über dem langjährigen Mittel (1981-2010), sondern nach 2014 (12,0 °C) und 2018 (11,9 °C) auf Platz 3 in der Rangfolge der wärmsten Jahre in der Bocholter Klimastatistik. Die Summe der Niederschlagshöhe beläuft sich auf 716,7 mm, das entspricht 88 Prozent des Mittelwerts (bzw. 12 Prozent weniger als im Mittel).

Das markanteste (überregionale) Ereignis des Jahres war ohne Zweifel die extreme Hitzewelle im letzten Juli-Drittel, bei der die Temperaturen im (Nord-)Westen Deutschlands erstmals verbreitet über die 40-°C-Marke stiegen. An der privaten Station in Bocholt wurde am 25. Juli ein neuer Rekordwert von 40,1 °C gemessen. Die heißeste Region Deutschlands war der Niederrhein, an den Stationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst wurden mit jeweils 41,2 °C neue Deutschlandrekorde verzeichnet. (Anmerkung: Der Wert aus Lingen sollte nicht als Deutschlandrekord betitelt werden, da die Umgebungsbedingungen dieser Station mangelhaft sind.)

Ein nicht minder extremes lokales Ereignis war ein Tornado der Stärke F2 (rund 180-250 km/h), der am späten Abend des 4. Juni über das nordwestliche Bocholter Stadtgebiet zog und teilweise große Zerstörungen mit sich brachte. Einige Schäden sind zum Jahresende noch nicht behoben.

Beim Blick in die Statistik zeigt sich ein sehr warmer Sommer 2019, der mit einer mittleren Temperatur von genau 20,0 °C nur um 0,3 Grad unter dem sehr heißen Sommer des Vorjahres liegt und damit (vor 2003) den zweitwärmsten Sommer in der Bocholter Klimareihe darstellt. Während im Vorjahr der Juni vergleichsweise gemäßigt war und der Juli herausragte, erreichte der Juni in diesem Jahr neue Rekorde: Mit einer mittleren Temperatur von 20,3 °C war es der wärmste Juni in der Bocholter Reihe (zuvor: 2003 mit 19,3 °C) und mit 36,2 °C wurde am 25. Juni ein neuer absoluter Juni-Rekord verzeichnet. Auch Juli und August brachten in diesem Jahr überdurchschnittlich Temperaturen – sonst wäre der Sommer nicht auf den zweiten Platz gelandet. Bemerkenswert ist jedoch eine längere nur mäßig warme, bisweilen kühle Phase in der ersten Juli-Hälfte, die durch die nachfolgende extreme Hitzewelle jedoch überkompensiert wurde. Der August brachte wieder beständigere Wärme und eine dritte Hitzewelle zum Monatsende.

Der Sommer war nicht nur heiß, sondern erneut auch sehr trocken. Auch wenn die Niederschlagshöhen nicht so extrem niedrig waren wie im Vorjahr, war Dürre wieder ein Thema, da auch der vorangegangene Winter die Vorjahresdefizite lange nicht ausgleichen konnte. Von Anfang April bis Ende Juli fielen nur 107,5 mm Niederschlag, das entspricht nur 42 Prozent des langjährigen Mittelwerts 1981-2010 (256 mm).

Eine weitere Auffälligkeit des Jahres 2019 war eine frühe Wärmephase Ende Februar. Mit Hochdruckwetter und herangeführter sehr milder Luft stiegen die Werte bis nahe 20 °C an, was früh im Jahr neue Rekorde bedeutete: Am 27. wurden 19,8 °C gemessen, wodurch der alte Rekord (18,3 °C am 25.02.1964 an der früheren DWD-Station Bocholt) gleich um 1,5 Grad übertroffen wurde.

Weitere besonders warme Phasen gab es vom 19. bis zum 24. April, pünktlich zu den Ostertagen und kurz danach (bis 26,4 °C), am 21./22. September (bis 28,9 °C) und vom 17. bis 19. Dezember (bis 15,1 °C). Die Höchstwerte blieben jeweils nur knapp unter den Rekorden. Besonders kalte Phasen waren hingegen rar: Erwähnenswert sind hier lediglich eine Kältephase vom 18. bis 25. Januar, bei der bis zu -7,6 °C (21. Januar) gemessen wurden, sowie die kühle (aber frostfreie) Witterung in der ersten Mai-Dekade. Im Gegensatz zu den Wärmephasen lagen die Spitzenwerte hier weit entfernt von den bisherigen Rekordwerten.

Das Jahr 2019 lieferte 53 Sommertage (ab 25 °C; Mittel: 34), 17 heiße Tage (ab 30 °C; Mittel: 7), 4 sehr heiße Tage (ab 35 °C; Mittel: 0) und 8 Tropennächte (Nächte, in denen es nicht unter 20 °C abkühlte; Mittel: 2). Letzterer Wert ist ein neuer Rekord, zuvor gab es maximal 7 Tropennächte im Jahr 2006. Bei den Sommertagen bedeutet der Wert Platz 4 (nach 2018, 1947 und 2006) in der Bocholter Statistik. Dem gegenüber stehen 31 Frosttage (Mittel: 52) und ein einziger Dauerfrost- bzw. Eistag (Mittel: 10).

Hinsichtlich der Niederschlagsverteilung gibt es (neben dem trockenen Frühjahr von April bis Juli) wenig Auffälligkeiten – sehr nasse Monate mit über 100 mm traten nicht auf. Die Monate April bis Juli brachten jeweils nur 21 bis 31 mm, was zwischen 37 und 49 Prozent der Durchschnittswerte entsprach. Die nassesten Monate waren Oktober (96,8 mm, 138 Prozent), Dezember (90,6 mm, 121 Prozent) und März (89,4 mm, 133 Prozent). Da die Defizite größer waren als die Überschüsse und das große Defizit von 2018 noch hinzukommt, sind die Bodenschichten immer noch zu trocken und die seit rund eineinhalb Jahren andauernde Dürre auch zum Jahresende noch nicht beendet. 

Rückblick Sommer 2019: Nach 2018 zweitwärmster Sommer seit Messbeginn – erstmals 40 °C

Auf den Rekordsommer 2018 (Mitteltemperatur 20,3 °C) folgt ein weiterer, sehr warmer Sommer 2019 mit zeitweise extremer Hitze und länger andauernder Trockenheit. Die Mitteltemperatur erreicht einen Wert von genau 20,0 °C – nur 0,3 K weniger als 2018, aber 0,2 K mehr als im Sommer 2003 (19,8 °C) und 2,1 K mehr als im langjährigen Mittel 1981-2010. Damit liegt der Sommer 2019 auf Platz 2 der wärmsten Sommer in der Bocholter Klimareihe.

Alle Monate fielen warm aus, am deutlichsten aber wich der Juni vom langjährigen Mittel ab. Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,3 °C (+3,6 K) stellt der Monat auch den mit Abstand wärmsten Juni in der Bocholter Klimareihe dar. Es gab bereits 19 Sommertage und 5 heiße Tage. Die erste Julihälfte verlief dann recht kühl, ehe in der letzten Monatsdekade eine extreme Hitzewelle mit in Deutschland noch nie dagewesenen Temperaturen auftrat. In Bocholt wurden 3 sehr heiße Tage in Folge verzeichnet und am 25. Juli extrem heiße 40,1 °C gemessen; damit wurde erstmals die „magische“ 40 °C-Marke geknackt. Der alte Rekordwert lag bei 38,4 °C (02.07.2015). Der Deutschlandrekord erreichte 41,2 °C (Duisburg-Baerl und Tönisvorst; der widersprüchliche Wert aus Lingen soll hier nicht zitiert werden). Im August blieb es erst noch recht warm mit vielen Sommertagen, ehe zur zweiten Dekade hin die Temperaturen etwas abfielen. Zum Monatsende folgte erneut eine markante Hitzewelle mit 6 heißen Tagen.

Insgesamt gab es im Sommer 2019 46 Sommertage (ab 25 °C), 17 heiße Tage (ab 30 °C) und 4 sehr heiße Tage (ab 35 °C) – alle Werte liegen sehr deutlich über den langjährigen Durchschnittswerten (26-27 Sommertage und 6-7 heiße Tage). Im Vergleich zum Rekordsommer 2018 (55 Sommertage und 15 heiße Tage) gab es damit 2 heiße Tage mehr, aufgrund zeitweise etwas kühlerer Phasen (Anfang Juli, Mitte August) aber nicht ganz so viele Sommertage.

Die Niederschlagssummen waren, wie schon im Vorjahr und im Frühling, erneut unterdurchschnittlich. In den drei Sommermonaten fielen insgesamt nur 144,7 Liter pro Quadratmeter, das entspricht nur zwei Dritteln des langjährigen Mittelwerts (rund 220 L/m²). Besonders trocken war es im Juni und Juli. In beiden Monaten fiel nur ein gutes Drittel der Durchschnittsmenge; während im August durch einige kräftige Regenschauer und Gewitter schließlich noch 89,0 L/m² zusammenkamen, was sogar über dem Durchschnittswert von 75 L/m² liegt. Aufgrund der hohen Temperaturen waren die Böden wie im vorherigen Sommer tiefreichend ausgetrocknet, was sich in örtlichen Baumsterben kennzeichnete.

40,1 °C: Neuer Temperaturrekord in Bocholt gemessen

Am heutigen Donnerstag, 25.07.2019, wurde mit 40,1 °C an der privaten Wetterstation Bocholt ein neuer Temperaturrekord seit Messbeginn 1947 verzeichnet. Exakt um 15.00 Uhr wurde mit einem Messwert von 38,5 °C der alte Rekord von 38,4 °C (02.07.2015) erstmals übertroffen. Die Temperatur stieg jedoch noch fast zwei weitere Stunden an und erreichte zwischen 16.28 und 16.36 Uhr den Tageshöchstwert. Am gestrigen Mittwoch, 24.07., wurde ein neuer Höchstwert mit 38,3 °C noch knapp verfehlt.

An allen Stationen in der Region wurden neue Höchststände seit Aufzeichnungsbeginn gemessen. An der DWD-Station Duisburg (Baerl) wurden 41,2 °C gemessen, an der DWD-Station Kleve 40,9 °C, an der MeteoGroup-Station Emmerich-Elten 40,5 °C, an der MeteoGroup-Station Borken 40,1 °C, an der DWD-Station Ahaus 39,5 °C und an der DWD-Station Borken (Gemenkrückling) 39,4 °C. Auch jenseits der Grenze wurde die 40-°C-Marke gebrochen: Die KNMI-Station Twenthe bei Enschede erreichte 40,2 °C und die Station Hupsel (bei Eibergen) 40,4 °C.

In der Nacht auf Freitag, 26.07., gingen die Temperaturen dann nur sehr langsam zurück. Erst um 23.50 Uhr wurde die 30-°C-Marke unterschritten. Der morgendliche Tiefstwert von 23,4 °C ist ebenfalls ein Rekord – noch nie blieb eine Nacht so warm. Der alte Rekord betrug 22,4 °C (20.08.2012).

Neue (extreme?) Hitzewelle in Aussicht – Dürre verschärft sich

In der kommenden Woche wird wieder eine sehr heiße Luftmasse herangeführt, sodass sich eine neue markante Hitzewelle mit Sonne von früh bis spät und Temperaturen deutlich über 30 °C anbahnt. Am Montag, 22.07., bleiben die Tageshöchstwerte in der Region Niederrhein/Münsterland mit um 28 °C noch knapp unter der 30-°C-Marke. Am Dienstag, 23., sind 32-34 °C, für Mittwoch, 24., 35-37 °C und für Donnerstag, 25., nach derzeitigem Stand (!) 37-39 °C (!) zu erwarten. Nach den derzeitigen Modellläufen erscheint möglich, dass der absolute Temperaturrekord von Bocholt von 38,4 °C (gemessen am 02.07.2015) erreicht oder übertroffen wird. In hitzebegünstigten Lagen im Rheinland sind 40 °C möglich.

Die meisten Modelle zeigen ein Übergreifen kühlerer Luftmassen ab Freitag, 26.07., einige Modelle beinhalten aber auch eine rasche Rückkehr der (extremen) Hitze. Über die Fortdauer und die Witterung am kommenden Wochenende (27./28.) lassen sich daher noch keine sinnvollen Vorhersagen machen.

Eine markante Verschärfung der Dürresituation 2019 (hin zu extremer Dürre wie im Vorjahr) erscheint aufgrund der stark ansteigenden Verdunstungsraten jedoch in jeden Fall gegeben – mit massiven Folgen für die heimische Vegetation. Seit 1. April fielen nur 106,8 L/m² Niederschlag und damit nur wenig mehr als im Vorjahr (2018: 92,9 L/m²). Der langjährige Mittelwert 1981-2010 für den Zeitraum 1. April bis 31. Juli beträgt 256 L/m².

Rückblick Juni 2019: Wärmster Juni seit Aufzeichnungsbeginn mit neuem absoluten Temperaturrekord

Der Juni 2019 setzt nicht nur im deutschen Landesmittel, sondern auch in der Region neue Bestmarken hinsichtlich der Temperaturbilanz: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 20,3 °C übertrifft der Monat den bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2003 um genau 1,0 Grad. Am 25. Juni wurde mit einer Tageshöchsttemperatur von 36,2 °C ein neuer Spitzenwert für den Monat Juni registriert – ein halbes Grad über dem bisherigen Rekord von 35,7 °C vom 27.06.1947 (frühere DWD-Station Bocholt). Es wurden 19 Sommertage über 25 °C und 5 heiße Tage über 30 °C registriert. Damit wurde hinsichtlich der Sommertage ein neuer Rekord aufgestellt (alter Rekord: 14 Sommertage im Juni 1970). Der Rekord der heißen Tage liegt bei 8 (Juni 1947).

Außerdem war der Monat außergewöhnlich sonnig und sehr trocken. Die Monatssonnenscheindauer beträgt 295,1 Stunden und liegt damit exakt auf dem Niveau vom Juni 1976 (295,5 h) und nur knapp 3 h unter dem Rekordwert von 1950 (297,8 h). Die Monatsniederschlagssumme liegt bei 26,7 L/m² und damit bei nur gut einem Drittel des langjährigen Miittels (ca. 72 L/m²). Damit ist der Juni der 3. sehr trockene Monat in Folge, wodurch die Dürre wie im letzten Jahr wieder zu einem großen Problem wird. Seit 1. April sind nur 78,5 L/m² gefallen und damit ähnlich wenig wie im Vorjahr (2018: 79,1 L/m²) – gegenüber rund 185 L/m² im langjährigen Mittel. Zum Vergleich: Im sehr nassen Frühsommer 2016 fielen im gleichen 3-Monats-Zeitraum 334,8 L/m².

Erste markante Hitzewelle in Deutschland

HITZETICKER: Tageshöchstwerte in Bocholt
23. Juni: 30,6 °C
24. Juni: 33,7 °C
25. Juni: 36,2 °C – neuer Rekordwert für den Monat Juni (alt: 35,7 °C, 27.06.1947)
26. Juni: 28,9 °C
27. Juni: 25,5 °C
28. Juni: 27,0 °C
29. Juni: 34,4 °C
30. Juni: 29,3 °C

In der kommenden Woche steht die erste Hitzewelle des Sommers 2019 an. Die Großwetterlage stellt sich in den nächsten Tagen um, sodass trockenheiße kontinentale Luft aus Osten herangeführt wird. Nach aktueller Voraussicht wird es ab Sonntag (23. Juni) sonnig und heiß. Die Tageshöchstwerte klettern von Tag zu Tag ein bisschen an und liegen am Sonntag bei 29-30, am Montag (24.) bei 32-33 und am Dienstag (25.) bei 35-36 °C.

Ab Mittwoch (26.) steigen die Werte voraussichtlich nicht weiter an, da aus Nordwesten ein Schwall leicht kühlerer Luft heranströmt und die heißeste Luftmasse nach Osten abgedrängt wird. Die Tageshöchstwerte erreichen am Mittwoch nochmals um 30 °C, am Donnerstag (27.) und Freitag (28.) ist es mit 25-28 °C angenehm sommerlich warm. Am Samstag (29.) wird vermutlich noch einmal die 30-°C-Marke überschritten, ehe zum Monatswechsel hin kühlere Luftmassen heranströmen.

Tornado in Bocholt

Am späten Dienstagabend zwischen 23.00 und 23.05 Uhr MESZ kam es im nordwestlichen Bocholter Stadtbereich Windmühlenplatz, Jerichostraße, Dinxperloer Straße (in Höhe der beiden Tankstellen), Markgrafenstraße Herzogstraße, Heroldstraße und Drostenstraße zu einem Unwetterereignis. Aufgrund des vorhandenen Schadensbildes ist von einem Tornado auszugehen. Der Fall wird in der Tornadoliste Deutschland als F2 geführt. Eine umfangreiche Analyse wurde von der Unwetteragentur von Thomas Sävert erstellt.

Neben einigen entwurzelten Bäumen und abgebrochenen Ästen wurden auch zahlreiche Dächer in Mitleidenschaft gezogen oder teilweise abgedeckt. In einem Fall ist auch von einem angehobenen Auto auszugehen. Nach Berichten des Bocholter Borkener Volksblatts wurden rund 100 Bäume beschädigt.

Quelle: eigene Bilder

Rückblick Mai 2019: Kühler Mai – gleichzeitig aber auch trocken

Nachdem der Sommer auch 2019 bereits im April ein Gastspiel gegeben hatte – an der Wetterstation Bocholt traten bereits 4 Sommertage (ab 25 °C) mit Spitzenwerten von bis zu 26,4 °C auf (siehe Bericht unten), schlug der Mai eine völlig andere Richtung ein.

Besonders in der ersten Monatshälfte wehte immer wieder kühle Luft von Nordwesten und Norden heran. Hoher Luftdruck brachte dabei an manchen Tagen sonniges Wetter, aber oftmals kühle Nächte mit Tiefstwerten unter 5 °C. Die Tageshöchstwerte blieben vom 1. bis zum 17. Mai unter der 20-°C-Marke, vom 3. bis zum 8. Mai sogar 6 Tage in Folge unter der 15-°C-Marke. Die beiden Tiefpunkte markieren dabei der 4./5. Mai, als nach einem Tageshöchstwert von nur 10,3 °C in den Frühstünden der Monatstiefstwert von 1,6 °C verzeichnet wurde, sowie der 13. Mai, als in der Früh ebenfalls 1,6 °C gemessen wurden. Außerhalb der Städte kam es verbreitet zu Bodenfrösten, vereinzelt zu geringen Luftfrösten. In der zweiten Monatshälfte stiegen die Temperaturen zwar deutlich an, doch sie erreichten nicht wieder das Niveau vom Vormonat. In Bocholt wurde kein Sommertag registriert. Der Monatshöchstwert betrug 24,8 °C am 19. Mai. Die Monatsmitteltemperatur des Mai betrug 12,4 °C und damit 1,67 Grad weniger als im langjährigen Mittel 1981-2010 bzw. 0,9 Grad weniger als im Mittel 1961-1990.

Sonnenuntergang am 15. Mai.

Während Tiefdruckgebiete vor allem im Süden für reichlich Niederschlag sorgten, wurde der Nordwesten Deutschlands und damit auch das Münsterland von Regenfällen verschont. Nennenswerte Niederschläge gab es lediglich am 27./28. Mai, als heftige Schauer mit Regen und Graupel über die Region hinwegzogen und an der Wetterstation an der Kurfürstenstraße 17,0 L/m² brachten. Die große Trockenheit blieb aufgrund der niedrigen Temperaturen und damit einhergehend geringen Verdunstungsraten jedoch noch aus. Die monatliche Niederschlagssumme lag bei 30,8 L/m² – dies entspricht nur 45 % vom Mittel 1981-2010.

Rückblick April 2019: Ostertage frühsommerlich warm und insgesamt trocken

Der Deutsche Wetterdienst meldet, dass mit dem April 2019 in Deutschland der 13. Monat in Folge wärmer als im langjährigen Durchschnitt ausgefallen sei. Das trifft auch auf die Region zu, wobei die Aussage nur korrekt ist, wenn man mit den alten langjährigen Durchschnittswerten von 1961 bis 1990 vergleicht – verwendet man stattdessen die Werte von 1981 bis 2010, fällt auf, dass der November 2018 und der Januar 2019 mit ihren Mittelwerten genau im Durchschnitt lagen.

Im April dominierte in Mitteleuropa meist Hochdruckeinfluss. Überwiegend gelangten dabei mit östlicher oder südlicher Strömung warme kontinentale Luftmassen nach Deutschland, die die Temperatur vom 6. bis zum 9. April auf ein frühlingshaftes, in der zweiten Monatshälfte schon frühsommerliches Niveau steigen ließen. Besonders warm war es zu den (in diesem Jahr späten) Ostertagen. Am 19. April (Karfreitag) wurde mit 25,1 °C der erste Sommertag verzeichnet, an den beiden Osterfeiertagen lagen die Höchstwerte bei warmen 25-26 °C. Der Monatshöchstwert wurde schließlich am 24. April mit 26,4 °C gemessen. Es traten bereits 4 Sommertage (ab 25 °C) auf, während nur 2 Frosttage (11. mit -0,3 °C und 13. Aprtil mit -2,2 °C) registriert wurden. Die Monatsmitteltemperatur lag bei 11,6 °C, das entspricht 1,8 Grad mehr als im langjährigen Mittel 1981-2010 und 2,7 Grad mehr als im Mittel 1961-1990.

Die Kehrseite der Medaille: Aufgrund des stetigen Hochdruckeinflusses machten Niederschlagsgebiete meist einen Bogen um die Region, sodass die Trockenheit wieder zu einem Thema wurde. Ingesamt wurden an der Messstation an der Kurfürstenstraße 21,0 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (L/m²) gemessen, das entspricht nur der Hälfte des langjährigen Mittels 1981-2010. Der Großteil dieser Menge fiel durch Regenschauer, teilweise mit Graupel und Gewitter, vom 24. bis zum 27. April. Seit Jahresbeginn kamen rund 225 L/m² zusammen, das ist nur unwesentlich weniger als im Mittel. Als problematisch sei aber die weiter herrschende relative Trockenheit tieferer Bodenschichten angemerkt, die nur durch einen sehr nassen Winter beendet worden wäre. Das Niederschlagsplus im Winter 2018/2019 betrug jedoch nur +15 Prozent – zu wenig für eine nachhaltige Erholung der Wasserstände. Demzufolge bleibt es zu hoffen, dass es in den kommenden Monaten nicht zu einer Wiederkehr der langanhaltenden Hochdrucklagen aus dem Vorjahr kommt.

Sommerliche Ostern 2019

Eiche im Münsterland Mitte April 2019.

Nach einem bislang nur mäßig warmen April erwarten uns sommerliche Ostertage. Bei Hochdruckeinfluss gibt es über die Feiertage viel Sonnenschein und sommerliche Temperaturen. Bereits am gestrigen Donnerstag (18.) wurden warme 22,7 °C gemessen – in den kommenden Tagen sind Höchstwerte von 23 bis 25 °C zu erwarten. Der erste Sommertag 2019 (ab 25,0 °C) könnte erreicht werden. Eine Änderung der hochdruckdominierten Wetterlage ist frühestens für kommenden Mittwoch (24.) in Sicht.

Rückblick März 2019: Oft stürmisch, mild und niederschlagsreich

Die Witterung in Deutschland zeigte im März 2019 einen gänzlich anderen Charakter als im Februar. Die Hochdruckgebiete zogen nach Südosten ab und machten den Weg frei für Tiefdruckgebiete, die nun in rascher Folge vom Atlantik her Richtung Europa zogen. Sie führten vor allem feuchte und meist sehr milde Luft heran; es kam zu häufigen Regenschauern, teilweise mit Graupel und Gewitter. Vom 1. bis zum 18. gab es täglich messbaren Niederschlag; insgesamt 84,7 L/m². Die Starkwindfelder der Tiefdruckgebiet erfassten immer wieder Mitteleuropa und führten hier zu einer außergewöhnlichen Sturmserie: An 10 Tagen gab es Spitzenböen von mindestens Stärke 8 Beaufort (62 km/h), am 10. bis zu 88 km/h.

Zum Ende der zweiten Dekade übernahmen wieder die Hochdruckgebiete das Wettergeschehen. Sie lenkten abwechselnd warme oder etwas kühlere, aber meist trockene Luft in die Region. Am 19. gab es mit -1,2 °C (Monatstiefstwert) leichten Frost, nur drei Tage darauf am 22. wurde der erste warme Tag 2019 und Monatshöchstwert von 20,4 °C gemessen.

In der Bilanz verlief der März 2019 mit einer mittleren Temperatur von 8,2 °C milder (Abweichung +1,8 Grad), mit 89,4 L/m² Niederschlag nasser (+33 %) und mit 93,9 h Sonnenschein etwas sonnenscheinärmer (-18 %) als der „Durchschnittsmärz“ des langjährigen Mittels 1981-2010.

März startet unbeständig und relativ mild – Montag stürmisch

Nach einer länger andauernden Hochdruckwetterlage mit Rekordtemperaturen in den vergangenen Tagen hat sich die Großwetterlage zum Wochenende hin umgestellt. In der nächsten Zeit wird atlantischer Tiefdruckeinfluss wetterbestimmend. Dazu erwarten uns häufige Regenfälle und möglicherweise entwickeln sich auch einige Sturmtiefs. Für die Jahreszeit bleibt es relativ mild, in den kommenden Tagen bleibt es frostfrei.

Für den kommenden Montag (04.03.) besteht die Möglichkeit einer Sturmlage. Vor allem für das norddeutsche Tiefland werden in den aktuellen Modellen Sturm- bis starke Sturmböen berechnet.

Bitte beachten Sie Warnungen des Deutschen Wetterdienst:
Aktuelle Warnsituation
Warnlagebericht Nordrhein-Westfalen

Rückblick Winter 2018/2019: Nasser Dezember, sehr milder Februar

Mit einer mittleren Temperatur von 4,8 °C und einer summierten Niederschlagmenge von 231,1 L/m² war der vergangene Winter 2018/2019 milder (+1,6 Grad) und etwas nasser (+15 %) als der „Durchschnittswinter“ des langjährigen Mittels 1981-2010 (Mittelwerte: 3,2 °C und rund 200 L/m²).

Anfang Dezember 2018 stellte sich die Großwetterlage um: Die vorher über Monate hinweg dominierenden Hochdruckgebiete wanderten nach Osten ab und machten den Weg frei für atlantische Tiefdruckgebiete, die nun mit ihren Ausläufern direkt über Mitteleuropa hinwegzogen. Sie sorgten in der Region für die lang herbeigesehnten größeren Niederschlagsmengen und beendeten damit die große Trockenheit. Meist herrschte dabei eine milde Westströmung. Insgesamt fiel der Dezember bei wenig Sonnenschein und reichlich Niederschlag (116,8 L/m²; entspricht +56 %) mit 5,7 °C um 2,2 Grad zu mild aus.

Auch im Januar dominierten in Mitteleuropa meist Tiefdruckgebiete. Während in Folge der Nordwestlage die Wolken und Niederschlagsfelder gegen die Nordränder der Alpen gedrückt wurde, was dort zu extremen Dauerschneefällen führte, blieben die Niederschlagsmengen in der Region in der ersten Monatshälfte insgesamt in flüssiger Form und quantitativ unter denen des Vormonats. Dazu überwogen milde Temperaturen. In der zweiten Monatshälfte gelangte ganz Deutschland für etwa eine Woche unter Hochdruckeinfluss. Dieser sorgte allgemein für viel Sonnenschein und auch in der Region für einige kalte Nächte. Am 21. Januar wurde in Bocholt ein Tiefstwert von -7,6 °C gemessen. Zum Monatsende kam es mit einem Tiefausläufer auch in der Region zu Schneefällen und Ausbildung einer Schneedecke von 6-7 cm (am 30. und 31. Januar). Insgesamt ergab sich ein durchschnittlich temperierter Januar (2,6 °C; entspricht -0,2 Grad Abweichung) bei dennoch leicht unterdurchschnittlicher Niederschlagsmenge (59,7 L/m², entspricht -15 %).

Der Februar 2019 startete mit Tiefdruckeinfluss und häufigen Niederschlägen, verlief ab dem zweiten Monatsdrittel wieder völlig gegensätzlich. Erneut dominierten Hochdruckgebiete mit geringer Bewölkung, dabei verlief es niederschlagsfrei. Sie sorgten damit für außergewöhnlich viel Sonnenschein, sehr große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht von fast 20 Grad und in den letzten Monatstagen für neue Rekordtemperaturen. Am 25. wurde mit einem Höchstwert von 18,8 °C der alte Rekord (18,3 °C, am 25.02.1964 an der früheren DWD-Station Bocholt) zum ersten Mal gebrochen, in den beiden Folgetagen mit 19,6 °C und 19,8 °C jeweils erneut. Insgesamt lag die Durchschnittstemperatur mit 6,2 °C um 2,2 Grad über dem langjährigen Mittel bei einer noch durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 54,6 L/m² (-3 %).

Sehr mildes Vorfrühlingswetter

Tageshöchstwert Freitag, 15.02.2019: 16,6 °C

Im Stadtwald Ende Februar 2019.

Zweitmildester Tag einer 2. Februar-Dekade in der Bocholter Klimareihe nach 17,0 °C am 20.02.1990 (DWD-Station Bocholt-Liedern).

Da es in den nächsten Tagen sehr mild bleibt, ist ein Übertreffen des absoluten Februarrekord von 18,3 °C am 25.02.1964 (DWD-Station Bocholt-Marienschule) nicht ausgeschlossen.

Aktualisierung

Tageshöchstwert Montag, 25.02.2019: 18,8 °C – neuer Rekord für den Monat Februar

Am Dienstag (26.) und Mittwoch (27.) aufgrund der sehr milden Luftmassen und der zunehmenden Sonnenintensität noch höhere Werte bis 20 °C möglich!

Jahresrückblick 2018: Sehr warmes, trockenes und sonnenscheinreiches Jahr mit Rekordsommer

Das Jahr 2018 ist mit einer Jahresmitteltemperatur von 11,9 °C nach 2014 (12,0 °C) das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen in Bocholt (1946). Während das Jahr 2018 im Deutschland-Gebietsmittel laut Deutschem Wetterdienst (DWD) mit 10,4 °C knapp vor 2014 (10,3 °C) das wärmstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn darstellt, liegen die Mittelwerte des vergangenen Jahres in der Region zum Teil exakt auf dem Niveau von 2014 (wie an den DWD-Stationen Ahaus und Kleve), zum Teil gibt es geringe Abweichungen. In der Südhäfte NRWs liegt 2018 vor 2014, bei unseren niederländischen Nachbarn mit einem maritim geprägten Klima erreicht das vergangene Jahr die Rekordwerte von 2014 hingegen nicht, da das Wärmeplus dieses Mal vor allem durch kontinentale Hochdruckwetterlagen im Sommerhalbjahr zu Stande kam.

Mit 89 Sommertagen (ab 25 °C) wurde ein neuer Sommertagsrekord aufgestellt (alter Rekord: 1947 mit 66 Sommertagen). Es gab 18 heiße Tage; nur 1947 gab es noch mehr (22 heiße Tage).

Mit einer Jahresniederschlagssumme von 538,8 Litern pro Quadratmeter (L/m²) bzw. Millimetern (mm) liegt 2018 auf Platz 7 der trockensten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn 1901. Trockener war es 1976 (455,4 mm), 1959 (476.8 mm), 1921 (483.0 mm), 1953 (520.2 mm), 1929 (531.0 mm) und 1911 (537.0 mm).

Mit einer Jahressonnenscheindauer von ca. 2036 Stunden (h) war das Jahr 2018 nach 2003 (2079 h) außerdem das zweitsonnigstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn 1946. (Bei den Sonnenscheinwerten handelt es sich nicht um Messwerte, sondern um Interpolationswerte aus dem Gebietsmittel für den Rasterpunkt Bocholt.)

Die Monate im Einzelnen:

  • Der Januar verläuft sehr mild und nass durch eine fortdauernde Tiefdruckwetterlage. Es gibt den ganzen Monat über keinen Luftfrost: Die Tiefstwerte betragen 0,0 °C am 07. und 08. Januar. Der letzte Wintermonat ohne Frost war der Dezember 2015, der Negativ-Frostrekord für Januar wurde 1988 mit einem Frosttag (Minimum -0,8 °C) aufgestellt. Vor allem das letzte Monatsdrittel ist sehr mild. Am 18. zieht Orkantief Friederike mit 35,2 m/s = 127 km/h (DWD-Station Ahaus) über die Region hinweg. Am 24. gibt es sehr milde 14,0 °C.
  • Im Februar kommt es zu Monatsbeginn zu einer Änderung der Großwetterlage mit zunehmend hohem Luftdruck über Nordosteuropa, der zu kälterer und trockenerer Witterung führt. Am 27. Februar wird mit -8,3 °C der Jahrestiefstwert gemessen. Insgesamt gibt es in diesem Monat 23 Frosttage und 9 heitere Tage (über 80 % des astronomisch möglichen Sonnenscheins). Mit ca. 151 h Sonnenschein ist der Februar 2018 der sonnigste seit 2003 (165 h).
  • Der März ist insgesamt von Hochdruckwetter geprägt. Anfangs noch sehr kalt (01./02.03.: -7,8 °C), gelangt zu Beginn der zweiten Dekade milde Luft in die Region (10: 15,6 °C). Zur Monatsmitte kommt es zu einem empfindlichen Kälterückfall mit einem Eistag (Dauerfrost) am 17. und -4,2 °C am 19. März. In der letzten Dekade wird es wieder langsam milder.
  • Der April ist weiterhin von Hochdruck geprägt. In der ersten Dekade deutlicher Temperaturanstieg auf frühlingshafte Werte. Am 07. erster warmer Tag (>=20 °C) mit 23,3 °C. Zum Ende der zweiten Dekade frühsommerlich warm mit 29,7 °C am 19.; damit wärmster Apriltag seit Aufzeichnungsbeginn (alter Rekord: 29,6 °C am 21.04.1968). Im Bundesmittel wärmster April seit Aufzeichnungsbeginn; in Bocholt mit 13,5 °C jedoch hinter den Rekordhaltern 2007 (13,8 °C) und 2009/2011 (beide 13,7 °C). (In der Klimareihe Kleve 0,9 K kälter als 2007.)
  • Im Mai setzt sich das Hochdruckwetter fort. In der ersten Dekade ist es sehr sonnig (7 heitere Tage fast in Folge!) und vor allem in der letzten Dekade sommerlich warm, zum Monatsende kommt es zur ersten Hitzewelle. Am 29. Mai werden 32,5 °C registriert. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 17,9 °C wird der wärmste Mai seit Aufzeichnungsbeginn 1946 verzeichnet und mit 18 Sommertagen ein neuer Sommertagsrekord (alter Rekord: 1992 mit 11 Tagen). Miit ca. 306 h Sonnenschein ist es außerdem der sonnigste Mai seit 1989 (335 h) und mit nur 21,6 mm Niederschlag der trckenste seit 2011.
  • Juni: Keine Änderung der Großwetterlage. Insgesamt verläuft der Monat sommerlich warm, sehr trocken und sonnig, aber nicht rekordverdächtig.
  • Juli: Ein extremer Sommermonat. Sehr heiß mit 28 Sommertagen – nur 3 Tage vom 09. bis 11. blieben mit 23-24 °C knapp unter der Sommertagsmarke –, 9 heißen Tagen (und weiteren 6 fast heißen Tagen mit 29,1-29,9 °C) sowie 3 sehr heißen Tagen (ab 35 °C) in Folge (25.-27.). Heißester Tag ist dabei der 27. mit 36,7 °C. Weiterhin gab es 3 tropische Nächte (Tiefstwert nicht unter 20 °C) und 3 weitere sehr warme Nächte mit nur 19,4-19,9°C. Insgesamt äußerst trocken, durch Gewitter (am 25. und 28.) lokal abweichende Werte. An der Station Bocholt-Kurfürstenstrauße fallen im Monat 13,8 mm, an der DWD-Station Bocholt-Liedern (Wasserwerk) nur 3,4 mm, in den östlichen Bocholter Stadtteilen vermutlich um 30 mm. Mit einem Monatsmittel von 22,2 °C landet der Juli 2018 jedoch deutlich unter dem Rekordwert vom Juli 2006 (23,6 °C) und 1994 (22,8 °C) auf Platz 3. Insgesamt werden 341 h Sonnenschein verzeichnet – so viel wie in keinem Monat zuvor. Es gibt 12 heitere Tage und keinen trüben Tag (2006: 335 h, 14 heitere, 2 trübe Tage).
  • August: Weiterhin von Hochdruckwetter dominiert. In der ersten Dekade noch hochsommerlich heiß, ab der zweiten Dekade leichter Temperaturrückgang, aber weiterhin sommerliche Werte. Wie im Juni keine rekordverdächtigen Werte mehr.
  • Sommer 2018: Mit 20,3 °C, 73,0 mm und ca. 774 h Sonne insgesamt der wärmste und trockenste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn vor den bisherigen Spitzenreitern bezüglich Mitteltemperatur (2003 mit 19,8 °C) und Niederschlag (1976 mit 73,6 mm). Ähnlich sonnig war der Sommer 1995, noch sonniger 1976 mit 813 h (Rekordhalter: 1947 mit 885 h). Im Deutschlandmittel wird kein neuer Rekord verzeichnet, da im Süden 2003 z. T. noch deutlich wärmer war; in der Nordhälfte (so auch im Münsterland) liegt 2018 vor 2003.
  • September: Anfangs noch von Hochdruckwetter geprägt, ziehen zum Auftakt der dritten Dekade Sturmtiefs heran. Zum Monatsende mit Einfluss kalter Luft sehr frische Temperaturen. Am 18. letzter heißer Tag mit 30,4 °C, am 29. nur 2,3 °C und damit niedrigster Septemberwert seit vermutlich 1979 (ca. 2 °C am Stationsstandort).
  • Oktober: Weiter Hochdruckwetter. In der ersten Dekade wieder steigende Temperaturen und ab dem 10. sommerliche Werte über 24 °C. Vom 12. bis 16. 5 Sommertage in Folge mit einem Rekordwert von 27,7 °C am 13. (alter Rekord: 26,3 °C am 01.10.2011 für den Gesamtmonat bzw. für die zweite Dekade 24,3 °C am 13.10.1990). In der zweiten Monatshälfte langsamer Temperaturrückgang und in der dritten Dekade teilweise Niederschläge.
  • November: Von Hochdruckeinfluss geprägt, dabei aufgrund der Trockenheit meist sonnig und ungewöhnlich selten Nebel. In der ersten Hälfte recht mild, in der zweiten kühler. Am 16. erster Luftfrost. Weiterhin sehr trocken.
  • Dezember: Anfang Dezember stellt sich die Großwetterlage endlich um; die Hochdruckgebiete ziehen nach Osten hin ab und machen den Weg frei für atlantische Tiefdruckgebiete, die mit ihren Regengebieten über die Region hinwegziehen. Besonders nass (und mild) ist es in der ersten Dekade (28,6 mm am 01./02.) und kurz vor Weihnachten (42,8 mm 21.-23.). Mit 116,8 mm neben dem Januar der einzige Monat mit einem Niederschlagsplus.

Serie endet nach 5 Sommertagen in Folge

Am heutigen Dienstag (16.10.) endet die sommerliche Rekord-Witterungsphase nach 5 Sommertagen in Folge mit den höchsten, bislang um diese Jahreszeit gemessenen Temperaturen. In den kommenden Tagen wird es weiterhin recht sonnig, doch die Temperaturen gehen langsam zurück. Am morgigen Mittwoch (17.) sind noch rund 22 °C zu erwarten, ab Donnerstag (18.) steigen die Werte nicht mehr über die 20-°C-Marke.

Hier noch einmal die Höchstwerte der vergangenen Rekord-Tage an der privaten Wetterstation Bocholt: 12.10.: 25,0 °C / 13.10.: 27,7 °C / 14.10.: 26,5 °C / 15.10.: 25,2 °C / 16.10.: 25,6 °C
Der alte Rekordwert für die 2. Oktober-Dekade (11.-20.) lag bei 24,3 °C am 13.10.1990!

Insgesamt gab es im Jahr 2018 damit 89 Sommertage! (Mittelwert 1981-2010: 34 Sommertage; alter Rekordwert: 66 Sommertage, 1947)

Rekordtemperaturen für Mitte Oktober

Der Sommer 2018 geht in die Verlängerung und beschert uns seit vielen Jahrzehnten nicht gemessene Spitzenwerte für die fortgeschrittene Jahreszeit Mitte Oktober: Nachdem bereits am gestrigen Freitag (12.) mit 25,0 °C ein neuer Rekord für die 2. Oktober-Dekade (11.-20.) erreicht worden war, wurde am heutigen Samstag (13.)  bei viel Sonnenschein von früh bis spät ein Rekordwert von 27,7 °C registriert und damit der 86. Sommertag 2018. Der Wert liegt über 3 Grad über dem alten Rekord von 24,3 °C (13.10.1990, DWD-Station Bocholt-Liedern).

Am Sonntag (14.) werden nochmals sommerliche 25 °C erreicht und damit vermutlich Sommertag Nr. 87. Ob es in der kommenden Woche warm weitergeht oder die Temperaturen langsam zurückgehen, ist derzeit noch unsicher. Aktuell wird von den meisten Modellen nur ein langsamer Temperaturrückgang prognostiziert, sodass noch einige Tage mit Werten über 20 °C folgen. Ergiebige Regenfälle sind vorerst eher unwahrscheinlich.

Trockenheit: Ergiebige Niederschläge nicht in Sicht

Sommerlich warm und trocken – das scheint das Motto des Sommers 2018 zu sein. Seit mehreren Wochen – von kurzen Unterbrechungen abgesehen seit Anfang Mai – bestimmt eine von Hochdruckeinfluss in Mitteleuropa geprägte Großwetterlage mit konstant sommerlich warmen, aber selten heißen Temperaturen das Witterungsgeschehen. Der heutige Sonntag (08. Juli) ist bereits Sommertag Nr. 40 an der privaten Wetterstation Bocholt, und dabei ist noch nicht einmal die Hälfte des Sommers vorüber. Im langjährigen Durchschnitt (Vergleichsperiode 1981-2010) sind in einem Sommer ca. 34 Sommertage zu erwarten.

Die Kehrseite der Medaille: Ergiebige Niederschläge bereits seit Wochen Fehlanzeige. In den letzten 4 Wochen fielen nur 2 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, seit Anfang Mai sind es gerade einmal 36,6 Liter pro Quadratmeter – lediglich ein Fünftes des Durchschnittswerts. Im langjährigen Durchschnitt (Vergleichsperiode 1981-2010) sind von Anfang Mai bis zum 10. Juli rund 165 Liter pro Quadratmeter zu erwarten.

Auch in der kommenden Woche (ab 09. Juli) wird sich am sommerlich warmen und trockenen Grundcharakter der Wetterlage wenig ändern. Nach einem recht sonnigen, aber kühleren Montag (09.) wird es am Dienstag (10.) meist stark bewölkt sein. Einzelne Regenschauer sind möglich, aber größere Mengen werden nicht zusammenkommen – einzelne Landstriche bleiben, wie bei Schauerniederschlägen üblich, komplett trocken. Ab Mittwoch (11.) zeigt die Tendenz wieder nach oben – viel Sonnenschein und um die 25 °C. Bis zum Freitag (13.) steigen die Temperaturen noch etwas an auf Werte um die 30-°C-Marke, bevor am kommenden Wochenende (14./15.) wieder Schauer und Gewitter möglich sind.

Rückblick Mai 2018: Wärmster Mai seit Aufzeichnungsbeginn

Monatsmitteltemperatur: 17,9 Grad Celsius, entspricht 3,8 Grad mehr als im langjährigen Mittel 1981-2010 und 1,2 Grad mehr als 2008 (alter Rekordhalter)

Mittlere Temperatur der 3. Dekade (21.-31.) bei 21,6 Grad – selbst für Ende Juli/Anfang August wäre dieser Wert äußerst beachtenswert

18 Sommertage ab 25 Grad und 2 heiße Tag ab 30 Grad – im Mittel 1981-2010 gibt es lediglich 3 bis 4 Sommertage

Monatstemperaturmaxium: 32,3 Grad am 29. (kein Rekord)

Niederschlagssumme: 21,6 Liter pro Quadratmeter (32 %)

Rückblick April 2018: Kein neuer Monatsrekord

Der April 2018 war im deutschlandweiten Mittel mit einer Monatsmitteltemperatur von 12,4 °C der wärmste April seit Beginn der Aufzeichungen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt. Dies trifft für weite Teile Deutschlands und Nordrhein-Westfalens zu – jedoch nicht für den äußersten Westen des Landes. Hier wurden die Rekordwerte aus dem Jahr 2007 meist nicht erreicht.

An der privaten Wetterstation in Bocholt lag die Monatsmitteltemperatur bei 13,5 °C und damit um 3,7 K über dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1981-2010. Damit liegt der April 2018 „nur“ auf Platz 4, denn auf den Rekordhalter 2007 (13,8 °C) folgen noch 2009 und 2011 (beide 13,7 °C).

Dennoch war der Monat außergewöhnlich, wie ein Blick auf den Temperaturverlauf zeigt. Nach dem kalten März  herrschten ab Anfang April überwiegend frühlingshafte, ab der zweiten Monatshälfte sogar sommerliche Temperaturen. Am 18. April wurde der erste Sommertag verzeichnet, einen Tag darauf ein Rekordwert von 29,7 °C – so warm war es in einer zweiten Aprildekade noch nicht (bisher: 29,4 °C am 15.04.2007). Erst in der letzten Aprilwoche kam es zu einem deutlichen Temperaturrückgang auf durchschnittliche Werte. Insgesamt brachte der Monat bereits 4 Sommertag (ab 25 °C).

18. April: 1. Sommertag 2018

Tageshöchsttemperatur 18.04.2018: 26,3 °C

Das sonnige Wetter wird noch bis einschließlich Sonntag anhalten. Zu erwartende Temperaturen in den kommenden Tagen:
Donnerstag (19.): ca. 28-29 °C (!)
Freitag (20.): ca. 26 °C
Samstag (21.): ca. 23 °C
Sonntag (22.): ca. 25 °C
Für die kommende Woche deutet sich ein markanter Luftmassenwechsel mit einem Temperatursturz an. Die Tageswerte werden vermutlich um 15 °C liegen. Größere Niederschlagsereignisse werden in den Modellen allerdings nicht angedeutet.

Frühsommerliche Temperaturen erwartet

Nachdem die Temperaturen Anfang April vom spätwinterlichen in den frühlingshaften Bereich gestiegen sind, werden für die kommende Woche (ab 16.04.) der nächste Temperatursprung und die ersten meteorologischen Sommertage (ab 25 °C) erwartet. Ab Dienstag (17.) setzt sich stabiles Hochdruckwetter durch, das nach aktuellen Modellen bis zum Wochenende anhalten wird. Die zu erwartenden Tageshöchsttemperaturen: Dienstag 21 °C, Mittwoch 24-25 °C, Donnerstag 26-27 °C, Freitag 26 °C

Rückblick Winter 2017/2018: Lange sehr mild – Kälte im Februar

Der meteorologische Winter 2017/2018 ist, auch wenn die Temperaturen erst am heutigen Sonntag wieder in mildere Bereiche vordringen, bereits seit dem 1. März Geschichte. Damit ist es an der Zeit, eine kurze Bilanz dieser diesmal recht außergewöhnlich verlaufenden Jahreszeit zu ziehen.

Beim Blick in die Temperaturstatistik lässt sich der Winter grob in drei Phasen einteilen: Die erste und zweite Dezember-Dekade bringen etwa durchschnittliche Temperaturen mit einzelnen leichten Nachtfrösten, aber meist recht milden Tagestemperaturen. Vor Weihnachten wird eine milde bis sehr milde Witterungsepoche eingeläutet, bei der es nachts frostfrei bleibt und tagsüber Temperaturen im hohen einstelligen, teilweise auch im zweistelligen Bereich herrschen. Die milde Westströmung bleibt wetterbestimmend bis zum Monatswechsel Januar/Februar. Anfang Februar baut sich die Großwetterlage um und Deutschland gelangt unter kontinentale Luftmassen. Es kommt zu leichten bis mäßigen Nachtfrösten, während tagsüber weiterhin Plusgrade herrschen. In den letzten Februartagen kommt es mit einem Schwall sibirischer Kaltluft zu einer markanten Kältewelle mit mäßigem Dauerfrost.

Die mittlere Temperatur der drei Wintermonate liegt bei 3,4 Grad Celsius (°C), das sind – obwohl es so lange mild war – nur 0,3 Kelvin (K) mehr als langjährigen Mittel 1981-2010. Nachdem es im Dezember 7 Frosttage gibt, bleibt der gesamte Januar – im Mittel eigentlich der kälteste Monat – komplett frostfrei. Der Februar bringt schließlich noch 23 Frosttage und fällt im Mittel um 5 Grad kälter aus als der Vormonat. Die höchsten Temperaturen von 14,1 °C und 14,0 °C werden am 31.12.2017 und 24.01.2018 gemessen, die niedrigste Temperatur von -8,3 °C am 27.02.2018. Außerdem beachtlich: In der Nacht vom 28. auf den 29. Januar fällt die Temperatur nicht unter 10,1 °C ab, am 28. Februar steigt das Thermometer bei eisigem Ostwind nicht über -3,4 °C an.

Auch bei den Niederschlägen und beim Sonnenschein zeigt sich eine markante Aufteilung des Winters in zwei nasse, trübe Monate und einen trockenen, sehr sonnigen Februar. Besonders niederschlagsreich ist es in der ersten Dezemberhälfte, um den Jahreswechsel herum und in der zweiten Januarhälfte. Sowohl Dezember als auch Januar weisen mit über 100 Litern pro Quadratmeter (L/m²) erhebliche Niederschlagsüberschüsse auf. Im Februar hingegen fallen nur rund 20 L/m². Unterm Strich kommt der Winter auf 258,8 L/m², das ist gut ein Viertel mehr als im langjährigen Mittel 1981-2010 (201 L/m²).

Der überwiegende Teil der Niederschläge fällt im Dezember als Regen, doch vor allem in der ersten Monatshälfte kommt es auch zu Schneefällen. Am 2. Adventswochenende (9./10. Dezember) ist es winterlich; in der Nacht vom 8. auf den 9. und am Nachmittag des 10. Dezember schneit es zeitweise stark. Chaotische Straßenverhältnisse waren die Folge; in Bocholt lag zwischenzeitlich eine Schneedecke von 11 cm Höhe. Leichtes Tauwetter sorgte jedoch dafür, dass die weiße Pracht sich schnell in den hierzulande üblichen Matsch verwandelte.

Jahresrückblick 2017: Ein sehr mildes Jahr – Niederschlag und Sonnenschein durchschnittlich

Das Jahr 2017 geht als ein sehr mildes Jahr in die Klimastatistiken ein. Mit einer Jahresmitteltemperatur von 11,2 Grad Celsius (°C), das entspricht 0,7 Kelvin (K) über dem langjährigen Mittelwert 1981-2010, liegt es auf Platz 7 in der Rangliste der wärmsten Jahre seit Beginn der Klimaaufzeichnungen in Bocholt (1946). Es wurden 9 heiße Tage (ab 30 °C; Mittel: 7 Tage), 41 Sommertage (ab 25 °C; Mittel: 34 Tage), 43 Frosttage (Mittel: 52 Tage) und 4 Eistage (Dauerfrost; Mittel: 10 Tage) registriert.

Nach einem kalten Januar, dem kältesten seit 2010, ist es von Mitte Februar bis in die erste April-Dekade hinein durchweg sehr mild bis warm. Der März erreicht ein Monatsmittel von 9,2 °C (+2,8 K) und geht damit, knapp vor 2014 (9,1 °C), als mildester März seit Aufzeichnungsbeginn in die regionalen Klimastatistiken ein. Am 31. März erreicht das Thermometer mit 24,6 °C einen Rekordwert für den Monat (zuvor: 24,1 °C, 29.03.1968). Nach einer kühlen Phase in der zweiten April-Hälfte und Anfang Mai klettern die Temperaturen ab dem 11. Mai auf sommerliche Werte um 25 °C. Ende Mai kommt es zu einer ersten Hitzewelle, bei der mit 33,2 °C am 29. ein weiterer Monatstemperaturrekord erreicht wird (zuvor: 32,3 °C am 11.05.1998). Der Mai ist mit einem Monatsmittel von 16,1 °C (+2,0 K) der drittwärmste Mai in der Bocholter Reihe und bringt bereits 9 Sommertage (ab 25 °C). Die durchweg sommerlichen Temperaturen dauern im Juni an. Vom 19. bis zum 22. gibt es eine Hitzewelle mit 4 heißen Tagen in Folge, die in einem Wert von 34,5 °C, dem Jahresmaximum, gipfelt. Der Juni (12 Sommertage) erreicht ein Monatsmittel von 19,1 °C (+2,4 K) und ist damit (nach 2003) sogar der zweitwärmste Juni in der Bocholter Reihe. Ab Ende Juni gehen die Temperaturen auf durchschnittliche Werte zurück und liegen in den beiden Folgemonaten meist in einem Bereich zwischen 20 und 25 °C; kurze „Hitzewellen“ gibt es um den 19. Juli (32,9 °C) und 29. August (30,0 °C). Unterm Strich liegen Juli und August genau im Mittel. Die Herbstmonate sind geprägt von einer kühleren Phase Mitte September und einer längeren wärmeren Periode Mitte Oktober, bei der warme 24,2 °C (16.; Kirmesmontag) registriert werden. Damit wird der lokale Rekordwert aus dem Jahr 1990 nur um ein Zehntel Grad verfehlt. Der Dezember verläuft insgesamt recht mild: Es bleibt bei leichten Frösten, nach milden Weihnachtstagen werden Silvester äußerst milde 14,1 °C gemessen.

Hinsichtlich der Niederschläge war das Jahr 2017 im Durchschnitt. Die  Jahresniederschlagssumme beträgt 778,1 Liter pro Quadratmeter (L/m²), das entspricht 96 % des langjährigen Mittelwerts (812 L/m²) bzw. einem Minus von 4 % / ca. 34 L/m². Angesichts dieses geringen Defizits kann noch nicht von einem trockenen Jahr gesprochen werden. An 191 Tagen wurden Niederschläge ab 0,1 L/m² gemessen (Mittel: 188 Tage), an 131 Tagen fielen mindestens 1 L/m² (Mittel: 132 Tage), an 18 Tagen mindestens 10 L/m² (Mittel: 22 Tage). An 4 Tagen (Mittel: 12 Tage), alle im Dezember, lag eine Schneedecke.

Auch an anderen Stationen der Region war die Niederschlagsbilanz in etwa ausgeglichen: In Ahaus wurden 788 L/m² gemessen (im Durchschnitt), in Stadtlohn 753 L/m² (leicht zu trocken für den Standort), in Borken 800 L/m² (im Durchschnitt), in Reken-Groß Reken 834 L/m² (im Durchschnitt), in Hamminkeln 726 L/m² (leicht zu trocken), in Xanten 782 L/m² (im Durchschnitt) und in Wesel 769 L/m² (ebenfalls im Durchschnitt).

Im Gegensatz vom Vorjahr kam es 2017 nicht zu extremen Niederschlagsereignissen. Als markant und außergewöhnlich ist jedoch die Trockenheit im Frühjahr einzustufen: Am 21. März bis zum 26. Juni fallen nur rund 65 L/m², das heißt in gut drei Monaten in etwa so viel wie im Durchschnitt in einem Monat. Besonders trocken ist der April mit nur 15,6 L/m² (36 %) – geringere Niederschlagssummen fielen zuletzt 2007 (0,0 L/m²) -; im Mai gibt es mit 32,2 L/m² etwa die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags. Ab Ende Juni stellt sich die Wetterlage um und häufige Regenfälle, oft mit Gewittern, haben einen nassen Juli zur Folge. Der Herbst war insgesamt ausgeglichen; nach einem nassen September verlief der Oktober recht trocken. Der Dezember lieferte dann einen deutlichen Niederschlagsüberschuss: Mit 124,6 L/m² fielen 166 % des Durchschnitts (75 L/m²), davon ein nicht unerheblicher Teil als (nasser) Schnee. Am 11. Dezember (2. Advent) lagen zeitweise 11 cm Schnee.

 

Weihnachtstage 2017: Trüb und mild

In den kommenden Tagen wird das Wetter in der Region von einem ausgedehnten Hochdruckgebiet westlich von uns (mit Zentrum etwa über der Biskaya) mit geringen Luftdruckgegensätzen bestimmt. Dabei herrscht zunächst eine westliche bis südwestliche Strömung, sodass in den kommenden Tagen weiter mildere, feuchte Luft herangeführt wird. In den kommenden Tagen bleibt es daher meist bedeckt und trüb und zeitweise sind leichte Regenfälle möglich. Nachts bleibt es frostfrei, tagsüber erreichen die Werte 6 bis 8 °C.

Zum Wochenende (23./24.) zieht das Hoch über Frankreich Richtung Mittelmeerraum und schwächt sich zunehmend ab. Die südwestliche Strömung mit milden Luftmassen intensiviert sich daher. Nach derzeitigem Stand gestalten sich die Weihnachtstage wolkenreich und zeitweise nass mit Tagestemperaturen im Bereich von 5 bis 8 °C. Nach Weihnachten könnte der Tiefdruckeinfluss zunehmen; in einigen Modellen werden stürmische und sehr regenreiche Entwicklungen angedeutet.

Winterwetter in der Region – zweite Wochenhälfte etwas milder

Seit Freitag (08.) herrscht winterliches Wetter am nördlichen Niederrhein und im Münsterland. Ein kurzer Rückblick aufs Wochenende: Am Freitagabend gingen die Regen- und Schneeregenfälle mehr und mehr in Schneefälle über und am Samstagmittag lagen nach weiteren Schneeschauern um 4 cm Schnee. Am gestrigen Sonntag (10.) kamen mit der Warmfront eines Tiefs, das vom BeNeLux-Raum her kommend wenig nördlich an uns hinweg über Norddeutschland gezogen ist, um die Mittagszeit von Südwesten her mäßige bis starke Schneefälle auf, die bis in den Nachmittag hinein andauerten und eine zwischenzeitlich bis zu 11 cm (16 Uhr) messende Schneedecke brachten. Mit der herangeführten warmen Luft stieg das Thermometer am Abend binnen 2 Stunden von 0 °C auf +5 °C und die Schneefälle gingen in Regen über, sodass sich der Schnee teilweise in Matsch verwandelte. Am Montag fielen weitere Schneefälle, sodass wieder rund 5 cm Schnee hinzukamen.

Für die kommenden Tage sieht es danach aus, dass mehr und mehr milde Luft heranfließt und die Temperaturen knapp über den Gefrierpunkt bleiben, sodass die Schneedecke sich mehr und mehr in Matsch verwandelt. In den frühen Morgenstunden ist bei kurzzeitigem Aufklaren jedoch weiterhin leichter (Boden-)Frost und überfrierende Nässe möglich. Erst ab Donnerstag scheint die Glättegefahr geringer, da sich die Temperaturen dann wieder der 5 °C-Marke annähern. Mittelfristig deutet sich zunehmender Hochdruckeinfluss ein, dabei würde es vermutlich wieder etwas kühler, jedoch nähme die Niederschlagsneigung ab.

Warme Kirmestage – Rekordwert nur um ein Zehntel Grad verfehlt

Mit dem Hochdruckgebiet „Tanja“ und einer südwestlichen Strömung wurden am vergangenen Wochenende und am Montag (16.10.) für die Jahreszeit sehr warme Luftmassen herangeführt. Dabei wurden Höchstwerte gemessen, die den jahreszeitlichen Rekordwerten sehr nahe kommen. An der privaten Station in Bocholt wurde am Montag ein Tageshöchstwert von 24,2 °C verzeichnet – das ist nur 0,1 K unter dem Rekordwert für die 2. Oktober-Dekade, der vom 13.10.1990 (DWD-Station Bocholt-Liedern) datiert. Vor rund 3 Jahren, am 19.10.2014, war es mit 24,1 °C zuletzt ähnlich warm zu dieser Jahreszeit.

Auch am Freitag (13.), Samstag (14.) und Sonntag (15.) war es mit 19,5 °C, 22,0 °C und 23,1 °C schon sehr warm. Somit herrschten an allen Tagen der Bocholter Herbstkirmes frühherbst- bis spätsommerliche Temperaturen, die das Fest sicherlich zu einen der durchschnittlich wärmsten Kirmesfesten der Geschichte machen.

Sommer verabschiedet sich mit letztem heißen Tag

Der Sommerferien sind am morgigen Mittwoch zu vorüber und auch der meteorologische Sommer 2017 endet in wenigen Tagen (am 31. August). Zum Abschied gab es am heutigen Dienstag (29.) noch einmal einen „heißen Tag“ mit einem Tageshöchstwert von genau 30 °C. Alle Daten und Fakten zum Sommer 2017 folgenden am kommenden Wochenende mit einem Sommerrückblick an dieser Stelle …

Ergiebige Regenfälle beenden Trockenheit vorerst

In der Region Niederrhein/Münsterland sind am Mittwochvormittag und -mittag (12.) mit Tiefdruckgebiet „Xavier“ längere, teils schauerartig verstärkte Regenfälle durchgezogen, die verbreitet ergiebige Niederschlagssummen gebracht haben. Die größten Regenmengen um oder über 40 L/m² fielen in einem Streifen von Goch über Rees, Xanten, Hamminkeln, Schermbeck, Raesfeld und Reken bis Dülmen und Lüdinghausen. An der privaten Station Bocholt (Stadt) wurden seit Beginn der Regenfälle in den frühen Morgenstunden insgesamt 31,5 L/m² gemessen. Damit sind hier seit Monatsbeginn immerhin 48,3 L/m² zusammengekommen.

Zurzeit vorliegende Niederschlagssummen aus der Region (11.+12.07.) ab 20 L/m²:
49,6 L/m² – Hamminkeln-Issel (LANUV)
48,7 L/m² – Xanten (DWD)
48,4 L/m² – Wesel-Flüren (DWD)
43,7 L/m² – Geldern-Walbeck (DWD)
41,3 L/m² – Hamminkeln-Mühlenrott (DWD)
40,2 L/m² – Groß Reken (DWD)
39,8 L/m² – Lüdinghausen-Brochtrup (DWD)
39,4 L/m² – Kleve-Reichswalde (DWD)
38,2 L/m² – Dorsten-Lembeck (DWD)
36,6 L/m² – Dinslaken (DWD)
34,8 L/m² – Bocholt-Mussum (Kläranlage; LANUV)
33,2 L/m² – Borken (Kläranlage; LANUV)
31,5 L/m² – Bocholt-Liedern (Wasserwerk; DWD)
31,5 L/m² – Bocholt-Stadt (privat)
29,9 L/m² – Borken-Gemenkrückling (DWD)
22,1 L/m² – Ahaus (DWD)
21,9 L/m² – Stadtlohn (DWD)
21,3 L/m² – Coesfeld (DWD)

Regenschauer treffen nur einzelne Landstriche

Am Pfingstwochenende (04./05.06.) sowie am Dienstag (06.) sind einzelne Regenschauer und Gewitter durch die Region gezogen. Nennenswerte Niederschlagsmengen kamen jedoch nur an wenigen Stationen der Region zustande, die sich in den Zugbahnen dieser Schauer- und Gewitterzellen befanden. Die seit Anfang März bestehende Trockenheit wurde somit nur punktuell ein wenig gelindert.

Am 03. fielen an der DWD-Station Geldern-Walbeck rund 25 L/m² und in Wesel-Flüren noch 18 L/m². An der Station Hamminkeln-Mühlenrott wurden an diesem Tag rund 9 L/m² gemessen. Zusammen mit den Niederschlägen vom Dienstag beläuft sich die Niederschlagssumme hier auf rund 18 L/m², an der Station Kleve immerhin auf 15 L/m². Der Raum Bocholt wurde von den Niederschlagsereignissen dagegen kaum getroffen. An der privaten Station Bocholt fielen seit Monatsbeginn nur 4 L/m².

Nachfolgend die Niederschlagssummen der letzten Monate:
03/2017: 58,4 L/m² (87 % vom langjährigen Mittelwert 1981-2010)
04/2017: 15,6 L/m² (36 %)
05/2017: 32,2 L/m² (49 %)
Meteorologischer Frühling 2017: 107,2 L/m² (60 %)
Vom 10. März 2017 bis zum aktuellen Zeitpunkt: ca. 70 L/m² – d. h. in fast drei Monaten gab es so viel Niederschlag wie sonst in ca. einem Monat fällt

Letzte April-Dekade: Weiterhin kühl, aber wenig Niederschläge

Der April 2017 wird nicht an seine frühlingshaften, teilweise gar frühsommerlichen Vorgänger (wie zuletzt 2014 und 2011) anknüpfen. Nach einem kurzen Frühlingsgastspiel am 31. März mit sagenhaften 24,6 °C, was einen neuen Höchststand für den Monat März markiert, sind die Temperaturen Anfang April auf zunächst jahreszeitenübliches Niveau gefallen.

Nach einem warmen Sonntag, 9. April, mit 21,8 °C, sind mit Beginn der zweiten April-Dekade kalte Luftmassen herangeströmt. Am gestrigen Mittwoch (19.) und heute (20.) sank das Thermometer in den leichten Frostbereich mit -1,5 °C bzw. -2,0 °C – der letzte Frost datierte bereits auf den 25. Februar. Nur mit Mühe wurde gestern die 10-°C-Marke haarscharf erreicht.

Nach zwei (fast) abgelaufenen Monatsdekaden kommt der April auf eine mittlere Temperatur von ca. 9,0 °C, das ist 0,8 K unter dem langjährigen Mittelwert 1981-2010 und sogar 0,2 K unter dem Wert des rekordmilden Vormonats. Mit bisher nur rund 12 L/m² Niederschlag ist der Monat außerdem recht trocken verlaufen.

Für die letzte April-Dekade ist keine grundlegende Änderung in Sicht. Die kommenden Tagen werden nicht mehr so sonnig, dafür bleiben die Nächte unter Wolken wieder etwas milder. Tagsüber ist das Temperaturniveau weiterhin recht verhalten mit 12-14 °C. Etwas Regen ist zu erwarten, aber keine nennenswerten Mengen. Mittelfristig könnte sich wieder kühles Hochdruckwetter durchsetzen. Die Nachtfrostgefahr ist noch nicht gebannt. Rechnet man die prognostizierten Werte ein, dürfte das bisherige Monatsmittel eher noch etwas sinken und vermutlich bei 8,x °C landen. Dass der langjährige Mittelwert oder der Wert des Vormonats noch erreicht wird, ist angesichts der seit Tagen so gerechneten Prognosen eher unwahrscheinlich.

Osterwetter 2017: Typisches „Aprilwetter“ – wechselhaft mit Regenschauern

Frühlingswetter über Ostern? Das ist dieses Jahr Fehlanzeige! In den vergangenen Tagen hat sich Tiefdruckeinfluss mit einigen Regenfällen eingestellt, der sich auch über die Ostertage 2017 fortsetzen wird.

Am morgigen Ostersonntag (16. April) erwartet uns ein Mix aus vielen, meist dichteren Wolken und etwas Sonnenschein und vor allem in der zweiten Tageshälfte einzelnen, örtlich kräftigen Regenschauern. Die Tempratur steigt von 5 °C in den Frühstunden auf maximal 10, 11 °C bei etwas längeren Sonnenschein an, meist liegen die Werte tagsüber bei dichterer Bewölkung im einstelligen Bereich. Dazu weht ein schwacher bis mäßiger Nordwestwind. Am Ostermontag (17.) nach Frühwerten von 2-3 °C tendenziell mehr Sonne als am Sonntag, aber im Tagesverlauf erneut einzelne örtlich kräftige Regenschauer bei sehr ähnlichen Tagestemperaturen. Kurzum: Typisches „Aprilwetter“! Damit unterscheidet sich die Witterung nicht viel vom Osterwetter 2016, als bei recht ähnlichen Temperaturen ebenfalls Regenschauer (siehe Foto) über die Region zogen.

Noch ein kurzer Ausblick auf die Folgetage: Am Dienstag (18.) und Mittwoch (19.) sieht es wieder freundlicher aus mit mehr Sonnenschein, doch es bleibt für Mitte April recht kühl mit Tageshöchstwerten um die 10 °C. In den Nächten erwarten uns bei Aufklaren leichter Bodenfrost, gegebenenfalls auch leichter Luftfrost. Je nach Lage sind Frühwerte von +1 bis -2 °C zu erwarten.

Rückblick März 2017: Neue Temperaturrekorde aufgestellt

Laut Messnetz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der März 2017 im deutschen Gebietsmittel mit 7,2 °C der wärmste März seit Messbeginn 1881 – knapp vor den bisherigen Rekordhaltern 1938, 1989 (je 7,0 °C) sowie 1990, 2012 und 2014 (je 6,9 °C). Mit einem Monatsmittel von 7,2 °C wurde der langjährige Mittelwert der Referenzperiode 1961-1990 um 3,7 K, der der neuen Referenzperiode 1981-2010 um 2,9 K überschritten.

Nach den Messungen der Wetter- und Klimastation Bocholt gilt dies auch für den Raum Bocholt. An der Messstation Bocholt (Stadt) erreichte der März 2017 einen Wert von 9,2 °C, während 2014 bei 9,1 °C und 2012 bei 8,8 °C lagen. Die März-Monate der Jahre 1938 und 1989 liegen hierzulande nicht auf den vorderen Plätzen – der Rekordhalter bis 2014 war der März 1991 mit 8,9 °C. In den Klimareihen der umliegenden lange bestehenden Stationen (Münster seit 1891, Lüdinghausen seit 1950, Essen seit 1935, Düsseldorf seit 1935 und Geldern-Walbeck seit 1963) erreicht der März 2017 ebenfalls einen neuen Rekordwert; lediglich in der Reihe Kleve gibt es Unstimmigkeiten (wahrscheinlich auf Stationsverlegungen und mangelhafte Homogenisierung der Teilreihen zurückzuführen).

Der Monat verlief durchweg wärmer als im langjährigen Mittel (1981-2010). Dass es am Ende für einen neuen Rekord reichte, ist auch der Tatsache zu verdanken, dass es trotz der klaren Nächte zumindest an der Station in der Stadt komplett frostfrei blieb. Am kältesten war es in den Frühstunden des 22. mit +0,4 °C. An 3 Tagen wurden 20 °C erreicht, vor drei Jahren war dies bereits an 6 Tagen der Fall.

Die erste Monatsdekade präsentierte sich von Tiefdruckeinfluss geprägt, das heißt unbeständig, nass und sonnenscheinarm. Es kam zu häufigen Regenfällen bzw. Regenschauern, teilweise mit Graupel. Am 08., dem regenreichsten Tag des Monats, fielen durch länger andauernde Regenfälle 13,9 L/m². Insgesamt kamen vom 01. bis 10. rund 40 L/m² an Niederschlag zusammen, jedoch keine 15 Stunden Sonne (ohne den 10. sogar nur rund 9 Stunden). Dass die Temperaturen leicht überdurchschnittlich ausfielen, ist vor allem den wolkenreichen und daher milden Nächten zu verdanken, denn am vielen Tagen wurden tagsüber keine zweistelligen Werte erreicht.

Zu Beginn der zweiten Dekade wurde es sonniger und milder. Vom 11. bis 16. herrschte freundliches Wetter mit viel Sonne, nur lockeren Wolken und milden Temperaturen von 14 bis 16 °C, am 16. bis 16,9 °C. Nach einem kurzen Ende des Frühlingswetters um den 19./20. März herum setzte sich dann mit Auftakt der dritten Dekade wiederum sonniges Hochdruckwetter mit frühlingshaften Temperaturen durch. Mit Ausnahme des 29. wurden 10 sehr sonnige Tage registriert, dabei stiegen die Temperaturen mit Zufuhr milderer Luftmassen aus Südwesten Stück für Stück an. Am 31. März wurden frühsommerliche 24,6 °C erreicht und damit ganz klar ein neuer Rekordwert für den Monat März (alter Rekord: 24,1 °C am 29.03.1968 an der DWD-Station Bocholt-Marienschule).

Unwetter-Vorwarnung vor schweren Sturm-, evtl. orkanartigen Böen

Am heutigen Donnerstag (23.02.) zieht ein Sturmtief von Großbritannien her über die Nordsee Richtung Baltikum. In weiten Teilen Nord- und Mitteldeutschlands besteht ab dem Nachmittag die Gefahr schwerer Sturmböen bis 100 km/h, evtl. auch darüber. Der Deutsche Wetterdienst hat dementsprechend eine Vorwarnung zur Unwetterwarnung (gültig ab 15 Uhr) herausgegeben.

Bitte beachten Sie die Warnungen des Deutschen Wetterdienst!
>>> Aktuelle Warnsituation

Vorfrühling im Februar

Das vorfrühlingshafte Wetter gipfelte am heutigen Mittwoch nach frostigem Morgen mit -1,2 °C in einem Tageshöchstwert von 15,1 °C. Damit wurde zum ersten Mal in diesem Jahr die 15-°C-Marke erreicht. Gleichzeitig war es auch der mildeste Tag einer zweiten Februar-Dekade (11.-20. Februar) seit 9 Jahren: Über 15 °C in diesem Zeitraum wurden zuletzt am 11.02.2008 mit 15,9 °C verzeichnet. Der Rekord liegt bei 17,0 °C und stammt vom 20.02.1990 (DWD-Station Bocholt-Liedern).

Das sonnige Vorfrühlingswetter geht aber vorerst zu Ende. Ab morgen dominieren wieder die Wolken, in der Nacht auf Freitag ist etwas Regen möglich. Es bleibt aber vorerst mild mit Tageshöchstwerten zwischen 8 und 12 °C, auch in der Früh bleibt es in den nächsten Tagen frostfrei. Ein Wintereinbruch ist auch mittelfristig eher unwahrscheinlich.

Winterwetter endet mit Glatteis

Die erste Woche des Jahres 2017 zeigte sich winterlich. In von Osten her eingeflossener kontinentaler Kaltluft gingen die Werte am gestrigen Freitag (06.) in den Frühstunden bis auf -6,4 °C zurück, ehe tagsüber ein Höchstwert von nur -0,9 °C erreicht wurde. Damit gab es den bisher kältesten Tag sowie ersten Eistag des Winters 2016/2017. In der vergangenen Nacht zogen von Nordwesten leichte Schneefälle heran, am Samstagnachmittag folgte gefrierender Sprühregen. Bis zum Abend stieg die Lufttemperatur zwar um den Gefrierpunkt an, doch die Böden sind vielfach noch gefroren. Auf ungestreuten Straßen in Wohngebieten bildete sich durch die flüssigen Niederschläge somit eine Eisschicht auf den festgefahrenen Schnee: Glatteis.

Am morgigen Sonntag (08.) steigt die Temperatur weiter an auf Werte um 5 °C. Damit ist die Glatteisgefahr gebannt und die winterliche Periode vorerst vorbei. Auch in den kommenden Nächten bleibt es zunächst frostfrei.

Jahresrückblick 2016: Unwetter im Juni, Hitze im September

Das Jahr 2016 ist zu Ende gegangen und es ist wieder an der Zeit, anhand der Messwerte der privaten Wetterstation Bocholt eine Bilanz zu ziehen.

Insgesamt war das Jahr recht warm und nass. Mit einer Mitteltemperatur von 11,0 °C wurde der langjährige Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010 um ein halbes Grad überschritten. Damit ist es das dritte warme Jahr in Folge. Sechs Monate waren wärmer als im Mittel (an der Spitze der September mit +3,3 K), vier Monate kälter, zwei durchschnittlich temperiert. Die Niederschlagsmenge summiert sich auf 958,7 L/m², ein Plus von 18 %. Beim Blick auf die Monatssummen ragt der Juni heraus, der es auf das Dreifache des Durchschnittswerts brachte, während der September nur ein Fünftel aufwies.

Ein Rückblick auf die Witterung in Jahresverlauf:

Der Januar begann nach dem extrem warmen Dezember 2015 recht mild, wenn auch das teils extreme Temperaturniveau des Vormonats nicht mehr erreicht wurde. Zu Beginn der zweiten Monatshälfte floss aus Nordosten kältere Luft heran. In der Folge gab es mäßige Fröste; am 19. wurden -7,1 °C (Jahres-Tiefstwert) und ein Eistag registriert. Am 17. lag eine geringe Schneedecke (1 cm). In  der letzten Monatsdekade strömte sehr milde Luft aus Südwesten in die Region, am 25. wurden 14,1 °C gemessen und damit ein neuer Rekordwerte für die dritte Januar-Dekade (bisher 13,5 °C am 28.01.2002). Dazu kam es zu ergiebigen Regenfällen. Insgesamt fiel der Januar mild und regenreich aus.

Im Februar setzte sich die milde, nasse Witterung mit vielen Atlantiktiefs zunächst fort. Der Rosenmonatszug am 8. musste in Folge einer Sturmwarnung abgesagt werden. In der zweiten Monatshälfte gingen die Temperaturen zurück und es kam häufig zu Nachtfrösten. Erneut mild und regenreich.

Der März fiel kälter aus als im langjährigen Mittel. Vor allem in der ersten Monatshälfte blieb es frostig, tagsüber verhaarten die Temperaturen meist noch im einstelligen Bereich. Richtung Monatsende stiegen die Werte zwar an, doch ein frühlingshaftes Niveau mit über 20 °C wurde erst Anfang April erreicht (am 03. bis 21,0 °C). Dieser Monat wurde im vergangenen Jahr seinem Namen allerdings gerecht, denn zum Monatsende stellte sich eine Nordwestlage mit häufigen Graupelschauern und kurzen Gewittern ein. Nachts kam es wiederholt zu leichten Bodenfrösten. Insgesamt fiel auch der April leicht kühler aus als im Mittel.

Auch der Mai wurde seinem Namen gerecht – als Wonnemonat: In der ersten Monatshälfte herrschte eine achttägige Hochdruckphase mit sonnigem Wetter und frühsommerlichen Höchstwerten bis 28,0 °C (07.). Trotz einer sich anschließenden längeren unbeständigen Witterungsperiode fiel der Mai am Ende recht warm aus.

Ein herausragender Monat war der Juni. In fast durchweg vorherrschender feuchtwarmer Luft kam es zu zahlreichen Regenschauern und Gewittern, die örtlich als Unwetter niedergingen und große Überflutungen zur Folge hatten. So zogen am 1. mehrere Gewitter mit ergiebigen Regenfällen durch die Region mit einem Schwerpunkt im Raum Hamminkeln/Xanten. Dort wurden 24-stündige Niederschlagsmengen von 120,3 L/m² (Hamminkeln-Mühlenrott) bzw. 111,1 L/m² (Xanten) registriert. Dreieinhalb Wochen später gab es eine erneute Unwetterlage: Am späten Abend des 23. (nach einem Tageshöchstwert von 33,0 °C) zogen schwere Gewitter von Südwesten her über die Region hinweg. Diesmal war der Raum Borken (Regenmengen bis 100 L/m²) am stärksten betroffen. An der Station Bocholt wurde mit 70,5 L/m² der höchste Tageswert seit 28.08.1996 und mit 213,8 L/m² der höchste Monatswert seit Beginn der Aufzeichnungen 1901 verzeichnet. Neben 9 Gewittertagen wies der Juni 9 Tage mit mindestens 10 L/m² auf.

Im Juli blieb die Gewitterneigung bestehen. Als am 20. Juli mit 35,0 °C die höchste Temperatur des Jahres verzeichnet wurde, brachten Gewitter am frühen Abend einen Temperatursturz. In dem Folgetagen lag eine subtropisch anmutende, feuchtwarme Luftmasse über der Region, in der sich weitere Schauer und Gewitter bildeten. Bei einer durchschnittlichen Temperaturbilanz wurde auch im Juli ein Niederschlagsüberschuss gemessen.

Der August begann recht kühl und nass. Im ersten Monatsdrittel wurde die 20 °C-Marke häufiger nicht erreicht, dafür kamen mit Schauern wieder größere Regenmengen zusammen. Nach dem Ende der Sommerferien in der letzten Monatsdekade, als der Sommer schon fast abgeschrieben wurde, stellte sich warmes, trockenes Hochdruckwetter mit bis zu 33,4 °C (25.) ein. Damit fiel der Monat sowohl von der Temperatur als auch vom Niederschlag her noch durchschnittlich aus.

Als wahrer Sommermonat 2016 kann der September gelten: Das stabile Sommerwetter von Ende August setzte sich fort und bescherte viele warme, sonnige Tage. Zur Monatsmitte kam es zu einer Hitzewelle: Vom 12. bis 15. September wurden vier heiße Tage in Folge verzeichnet mit Spitzenwerten bis 33,0 °C (13.) – dieser Tag geht als der wärmste Septembertag seit Beginn der Aufzeichungen in die Bocholter Statistik ein (zuvor 32,2 °C, 05.09.1949). An insgesamt sechs Niederschlagstagen fielen nur 14,4 L/m² – ein Fünftel des Durchschnittswerts.

Im Oktober gingen die Temperaturen wieder rasch auf jahreszeitenübliches Niveau zurück. Der Monat war insgesamt recht kalt, trocken und sonnenscheinarm. Der November zeigte sich ebenfalls recht kalt, aber regenreich. In der ersten und zweiten Monatsdekade kam es unter Tiefdruckeinfluss fast täglich zu Regenfällen. Zum Monatsende herrschte eine winterliche Witterungsphase mit mäßigen Frösten bis -5,9 °C (29.).

Der letzte Monat des Jahres, der Dezember, brachte wiederum längere Hochdruckwetterphasen und viele recht sonnige Tage. Am Anfang und Ende des Monats kam es zu leichten Nachtfrösten, ansonsten war es recht mild. Unterm Strich war der Monat recht mild, trocken und sonnenscheinreich.

Weihnachten 2016: Mild, regnerisch und windig

Das Weihnachtsfest 2016 steht vor der Tür! Nachdem eine „Weiße Weihnacht“ schon vor rund einer Woche abgeschrieben werden konnte (musste?), stellt sich jetzt die Frage, wie sich die Wetterlage während der Festtage im Detail gestaltet.

Pünktlich zu den Weihnachtstagen nimmt der Tiefdruckeinfluss an Fahrt auf. Bereits in der kommenden Nacht (vom 23. auf den 24.) nähert sich ein Sturmtief, das jedoch nördlich an Deutschland vorbeizieht. Insbesondere in den nördlichen Bundesländern und an den Küsten wird es am morgigen Heiligabend stürmisch. Auch in der Region nimmt der Wind in der kommenden Nacht zu, bleibt aber voraussichtlich unter Sturmstärke. Morgen tagsüber zunächst viele Wolken und morgens noch etwas Regen und frischer Wind. Im Tagesverlauf dann trocken, nachlassender Wind und am Nachmittag kurze sonnige Phasen. Temperaturen um 8 °C. Am späten Abend zieht wieder neuer Regen auf, dabei erneut zunehmender Wind. Am 25. ganztägig bedeckt, zeitweise Regen und frischer Wind. Bis zum späten Nachmittag Temperaturanstieg auf milde 12 °C. Am 26. ebenfalls viele Wolken und zeitweise Regen, wieder etwas kühler.

Nach dem Feiertagen stellt sich voraussichtlich kurzzeitig Hochdruckwetter mit etwas niedrigeren Temperaturen ein. Eine winterliche Phase mit mäßigem Frost und/oder Schnee ist allerdings nicht in Sicht.