Messprogramm

Die Wetterstation ist mit hochwertigen Präzisionsinstrumenten ausgerüstet und erfüllt die internationalen Standards der World Meteorological Organization (WMO) bzw. des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

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Das Herzstück der Wetterstation ist die Strahlungsschutzhütte, auch Wetter- oder Klimahütte genannt. Nachdem viele Jahre in einer großen Englischen Wetterhütte gemessen wurde, kommt inzwischen – wie auch im offiziellen Messnetz des Deutschen Wetterdienstes – die Lamellenschutzhütte LAM 630 der Firma Eigenbrodt zum Einsatz. Die Hütte besteht aus weiß lackierten Kunststofflamellen, die eine optimale Strahlungsabschirmung und gleichzeitige Durchlüftung gewährleisten. Zusätzlich befindet sich ein kleiner Lüfter in Hütte, der einem potenziellen Wärmestau entgegenwirkt.

– Lufttemperatur 2 m
– Relative Luftfeuchtigkeit 2 m

Zur Messung der Lufttemperatur und relativen Luftfeuchtigkeit dienen zwei elektronische Sensoren, die sich beide in der obigen Strahlungsschutzhütte befinden. Ein Sensor gehört zur Davis-Station, der die Messdaten per Funk an eine Basisstation und einen Datenlogger überträgt. Die Basisstation wiederum ist mit einem GPRS-Modem verbunden, das die Messwerte direkt an MeteoGroup überträgt. Die aktuelle Temperatur und der Wetterzustand werden stündlich auf der Messnetz-Seite veröffentlicht (Links siehe hier). Der zweite Sensoren gehört zu einem Datenlogger, der unabhängig von der Davis-Station misst. Durch den Einsatz von getrennten Messsystemen wird eine bestmögliche Ausfallsicherheit erreicht. Die Messdaten werden in einem Intervall von einer Minute gespeichert, in regelmäßigen Abständen abgerufen und nach einer Kontrolle auf dieser Seite veröffentlicht. Alle Sensoren werden regelmäßig mit kalibrierten Referenzgeräten (Digitales Pt-100-Präzisionsthermometer, Aspirationspsychrometer nach Assmann) abgeglichen.

– Lufttemperatur 5 cm

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Am Erdbodenmessfeld wird das tägliche Minimum der Lufttemperatur in 5 cm Höhe über dem unbewachsenen Erdboden gemessen. Dieses dient der Erkennung von Bodenfrost, denn das Bodenminimum kann bei abstrahlungsreichen Wetterlagen 2 bis 3 K unter dem 2-m-Wert liegen – bei bestimmten Bedingungen wie beim Vorhandensein einer frisch gefallenen, isolierenden Schneedecke und völliger Windstille können sogar Unterschiede von 4 bis 6 K auftreten. Zur automatischen Messung dient ein elektronischer Sensor. Für eventuelle Datenausfälle ist noch ein manuelles Minimumthermometer vorhanden.

– Niederschlagshöhe (Davis)

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Die automatische Messung der Niederschlagshöhe erfolgt mit einem elektronischen Kippwaagen-Regenmesser. Bei diesem Gerät gelangt das flüssige Regenwasser auf eine Kippwaage (siehe Foto). Diese kann eine Flüssigkeitsmenge, die einer Niederschlagshöhe von exakt 0,2 mm entspricht, aufnehmen, bevor sie umkippt und einen Impuls auslöst. Aus der Impulsanzahl wird die Gesamtregenmenge berechnet.

Für den Winterbetrieb ist hier eine Heizung erforderlich, damit die festen Niederschlag im Oberteil verflüssigt werden. Diese Investition konnte bisher leider aber noch nicht getätigt werden.

– Niederschlagshöhe (Hellmann)

Die manuelle Kontrollmessung der Niederschlagshöhe erfolgt mit einem Niederschlagsmesser nach Hellmann, der in ähnlicher Form bereits seit den 1880er Jahren in Deutschland eingesetzt wird.

Das aus Zinkblech gefertigte Gerät besitzt eine durch einen scharfkantigen Ring exakt definierte Auffangfläche von 200 cm². Das aufgefangene Niederschlagswasser wird im Oberteil des Niederschlagsmessers durch einen Trichter in eine Sammelkanne geleitet und bei der Leerung mit einem Messzylinder auf 0,1 mm genau abgemessen. Eine Niederschlagshöhe von einem Millimeter entspricht einer Niederschlagsmenge von einem Liter pro Quadratmeter.

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Bei Schneefällen wird ein so genanntes Schneekreuz in das Oberteil eingelegt, um ein Herauswehen des aufgefangenen Schnees zu verhindern. Falls feste Niederschläge gesammelt wurden, müssen diese zur Messung erst aufgetaut werden. Dazu wird der gesamte Niederschlagsmesser zur Messung durch einen zweiten identischen getauscht und mit einem Deckel verschlossen im Haus platziert, bis der Niederschlag komplett aufgetaut ist. Dann werden diese wie flüssige Niederschläge abgemessen.

An der Wetterstation Bocholt erfolgt die tägliche Leerung wie auch im offiziellen Messnetz um 06 UTC.

– Luftdruck

Zur automatischen Messung und Aufzeichnung des Luftdrucks befinden sich im Haus zwei elektronische Barometer, die den Luftdruck (Barometerhöhe: 30 m ü. NHN; so genannter QFE) messen. Mithilfe der Barometerformel und unter Berücksichtigung der Umgebungsbedingungen kann der Stationsluftdruck QFE in den Luftdruck auf NN reduziert (QFF) umgerechnet werden.

Wenn Sie mehr über die private Wetterstation Bocholt erfahren möchten, schauen Sie doch einfach einmal vorbei! Nach Absprache sind Stationsbesichtigungen möglich.