Ein frohes neues Jahr 2023! Mit einer kräftigen Südstörmung wurden zum Jahreswechsel 2022/2023 außergewöhnlich, ja extrem milde Luftmassen nach Deutschland geführt, die für reihenweise neue Rekorde gesorgt haben.
An der Station Bocholt wurden am 31.12. am Nachmittag 17,0 °C gemessen und in der Nacht auf Neujahr, kurz nach Mitternacht, nochmals 16,2 °C. Damit wurde zum einen ein neuer Rekordwert für den Monat Dezember erreicht (alter Rekord: 15,7 °C am 24.12.1977 und 05.12.2006) und zum anderen ein neuer Rekordwert für den Monat Januar (alter Rekord: 15,4 °C am 13.01.1993 und 14.01.1993).
Seit rund zehn Tagen bestimmen milde atlantische Luftmassen das Wettergeschehen in Deutschland, und seit dem 20. Dezember steigt das Thermometer tagsüber auch zuverlässig auf zweistellige Höchstwerte (außer dem 21. mit 9,6 °C). Die bisherigen Höchststände wurden mit 11,5 °C am 24. und 11,7 °C am 29. Dezember verzeichnet.
Für den Jahreswechsel sieht es nach noch höheren Werten aus. Mit Einstellung einer strammen Südstömung erreichen übermorgen (31.) sehr milde Luftmassen aus dem westlichen Mittelmeerraum die Region. Am letzten Tag des Jahres erwarten uns neben viel Wind und länger andauernden Regenfällen (über deren Ergebigkeit noch Uneinigheit herrscht) extrem milde Temperaturen von gut 16 °C. Damit ist ein letzter Rekord zum Jahresende möglich: Zum einen ist der bisherige Tages-Rekordwert für den 31. Dezember (14,1 °C am 31.12.2017, knapp vor 13,9 °C am 31.12.2021) in akuter Gefahr, zum anderen ist angesichts der aktuellen Prognosen auch der bisherige Monats-Rekordwert für den Monat Dezember (15,7 °C, 24.12.1977 und 05.12.2006) in Reichweite.
Noch eine Woche bis Weihnachten … Daher soll die Vorhersage für die Weihnachtstage an dieser Stelle noch einmal aktualisiert werde.
Wie vor einer Woche bereits prognostiziert, hat sich der Trend für eine deutliche Milderung ab diesem Wochenende und für die Weihnachtstage fortgesetzt. Ganz konkret erwartet uns in der kommenden Nacht auf Sonntag (18.) noch einmal mäßiger Frost um -6 °C, bevor im Tagesverlauf mit Einströmen milder atlantischer Luftmassen eine grundlegende und nachhaltige Änderung der Großwetterlage erfolgt. In der Nacht auf Montag (19.) erreicht dann erster Regen unsere Region.
In der kommenden Woche (ab 19.12.) erwartet uns mildes, nasses und windiges Tiefdruckwetter. Dabei bleibt es auch in den Nächten durchweg frostfrei. Am Montag (19.) gibt es bereits knapp zweistellige Höchstwerte, am Dienstag (20.) erwarten uns bis zu 12 °C. Auch in den Folgetagen geht es mild bis sehr mild und mit häufigen Niederschlägen weiter.
Für den Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage stehen die Zeichen also eindeutig auf mild. Selbst in den deutschen Mittelgebirgen wird in der kommenden Woche nachhaltiges Tauwetter einsetzen und ein grünes Weihnachtsfest bescheren.
Modellvorhersage ECMWF vom 17.12.22, 06 UTC: Links Temperatur (2 m) und rechts Niederschlag.
Noch sind es rund zwei Wochen bis zu den Weihnachtstagen und es ist an der Zeit, eine erste Wetterprognose für Weihnachten 2022 zu wagen.
Doch zunächst erst einmal ein paar Fakten zur aktuellen Wetterlage und kurzfristigen Entwicklung: Seit Monatsbeginn hat sich die Wetterlage umgestellt, sodass die Zufuhr milder Luftmassen aus Süden durch Anströmung feuchtkalter Luftmassen aus Norden/Nordosten ersetzt wurde. Da die kalte Luftmasse über Nord- und Ostsee mit Feuchtigkeit angereichert wurde und es über der Landmasse durch die langen Nächte zum jahreszeitlich typischen Auskühlen kommt, ist es gleichzeitig bedeckt und trüb. Seit dem Wochenende haben die Temperaturen in Bodennhöhe einen Satz nach unten gemacht: Am gestrigen Samstag (10.12.) wurde nach einem Tagesminimum von -4,0 °C der erste Eistag (Dauerfrosttag) mit einem Tageshöchstwert von -0,4 °C verzeichnet.
Modellvorhersagen für den Parameter Temperatur 2 m Höhe zum Zeitpunkt Sonntag, 11.12.2022, 06 UTC: Europäisches Modell ECMWF (links) und amerikanisches Modell GFS (rechts)
In der kommenden Woche (ab dem 12.12.) werden zunächst etwas trockenere Luftmassen aus Osten herangeführt, sodass am Montag wieder die Chance für sonnige Abschnitte steigt. Durch die zeitweise klaren Nächte gehen die Temperaturen noch ein weiteres Stück zurück: Am Dienstag (13.), Mittwoch (14.) und Donnerstag (15.) erwarten uns Tagestiefstwerte von -5 bis -8 °C. Zwischenzeitlich zeigten einige Modellläufe für Mittwoch Schneefälle im Münsterland, doch diese Option wurde in den letzten Modellrechnungen wieder verworfen, sodass die Wahrscheinlich hierfür aktuell als sehr gering eingeschätzt wird.
Kommen wir nun zur (erweiterten) Mittelfristvorhersage mit Trend zu Weihnachten: Am kommenden Wochenende (16./17.) deuten die Modell mehrheitlich eine Umstellung der Großwetterlage an. Während in den letzten Tagen eine Fortdauer der kalten winterlichen Witterung zu etwa 50 % wahrscheinlich erschien, ist die Modellwelt seit gestern umgeschwenkt und zeigt nun mehrheitlich eine Rückkehr der südwestlichen Anströmungsrichtung an. Gewisse Unsicherheiten bestehen natürlich weiterhin, doch die Anzahl der kalten Rechnungen ab Montag, 19., hat deutlich abgenommen, insbesondere im GFS-Modell (siehe Grafiken oben). Damit erscheint zum aktuellen Zeitpunkt ein mildes Weihnachtsfest mit deutlich einstelligen Temperaturen am wahrscheinlichsten.
Dem Sommer 2022 gelang eine Kuriosität: Er geht als der drittwärmste, dritttrockenste und drittsonnenscheinreichste Sommer in die Bocholter Aufzeichnungsgeschichte ein. Besonders warm war es von Mitte Juli, als die zweithöchste Temperatur in der Bocholter Klimareihe verzeichnet wurde, bis Ende August. Es kam zu drei Hitzewellen mit mindestens drei heißen Tagen ab 30,0 °C in Folge (18.-20.07., 10.-14.08., 23.-25.08.). Der August geht als wärmster August seit mindestens 1945 in die lokale Klimastatistik ein.
Die Durchschnittstemperatur der drei Sommermonate lag bei 19,9 °C und damit 1,5 Grad über den Mittelwert der Jahre 1991-2020. Damit liegt der Sommer 2022 in der Rangliste hinter 2018 (20,3 °C) und 2019 (20,0 °C), aber knapp vor 2003 (19,8 °C). Es wurden 48 Sommertage (53 Sommertage inkl. Mai) und 18 heiße Tage gemessen. Der heißeste Tag war der 19. Juli mit 38,7 °C, was die zweithöchste Temperatur in Bocholt bedeutet (nach 25.07.2019 mit 40,1 °C).
Die Niederschlagsmenge betrug nur 106,7 mm und damit weniger als die Hälfte des Mittelwerts 1991-2020 von etwa 227 mm. Nur 2018 (73,0 mm) und 1976 (ca. 75,5 mm am aktuellen Standort, 73,6 mm in Bocholt-Liedern) war es noch trockener. Betrachtet man nur die beiden Hochsommermonate Juli (20,2 mm) und August (17,0 mm), war es mit 37,2 mm sogar der trockenste Hochsommer seit mindestens 1901.
Die Sonnenscheindauer erreichte einen We rt von 800,7 Stunden, das entspricht ebenfalls deutlich mehr als im Mittel (ca. 627 Stunden). Dies bedeutet ebenfalls Rang 3 nach 1947 (884,5 h) und 1976 (813,3 h).
Modellläufe des europäischen Wettermodells ECMWF, Stand 21.08.2022, 06 UTC
Das Hochsommerwetter will nicht enden: In der kommenden Woche (ab 22.08.) erwarten uns wieder ansteigende Temperaturen, die in eine weitere Hitzewelle münden, wie die aktuellen Modellläufe des europäischen Wettermodells zeigen. Die Tageshöchstwerte steigen vom heutigen Sonntag (21.) an Tag für Tag etwas an, für Donnerstag (25.) wird aktuell mit dem heißesten Tag gerechnet. Hier die derzeit prognostizierten Tageshöchstwerte: So 25 °C, Mo 27 °C, Di 30 °C, Mi 31-32 °C, Do 32-33 °C.
Nach dem voraussichtlich sehr heißen Donnerstag nimmt die Prognoseunsicherheit zu. Eine Verlängerung der Hitzewelle um 1-2 Tage erscheint genauso möglich wie auch ein langsamer Temperaturrückgang. Wie es auch kommen mag – angesichts der vorangegebenen sehr heißen Wochen und der aktuellen Prognose ist ein neuer Augustrekord hinsichtlich Monatsmitteltemperatur sehr wahrscheinlich geworden.
Aktuell liegt die Monatsmitteltemperatur der ersten beiden Dekaden (1.-20.) bei 21,9 °C, was 0,5 Grad mehr ist als im bisherigen Rekord-August 2020 (Platz 3: 21,1 °C, 1997). Wenn man die aktuelle Prognose hochrechnet, dürfte der Wert bis Donnerstag noch leicht steigen um etwa ein halbes Grad auf ca. 22,4 °C. Damit die letzten 6 Augusttage den Wert noch um mindestens 1 Grad nach unten drücken und so den Rekord verhindern, müssten diese ein Tagesmittel von rund 17 °C aufweisen, was angesichts der Modellläufe äußerst unwahrscheinlich ist. Geht man von einem moderaten Temperaturrückgang aus, dürfte ein Monatsmittel im Bereich über 21,4 °C wahrscheinlich sein. Für den Sommer 2022 (Monate Juni, Juli, August) wird das Mittel unter Annahme dieses Wertes bei ca. 19,9-20,0 °C liegen, was Platz 3 bedeuten würde (2018: 20,3 °C, 2019: 20,0 °C).
Trend: Bis einschließlich Sonntag Fortdauer der Hitzewelle mit Höchstwerten von 32 bis 34 °C, damit mind. 5 sog. heißer Tage in Folge. In der kommenden Woche schrittweiser Temperaturrückgang, am Montag und Dienstag jedoch noch Überschreiten der 30-°C-Marke möglich, vermutlich erst ab Mittwoch deutlich unter 30 °C.
In der Nacht auf Freitag (05.08.) und am Freitagmorgen sind teils gewittrige Regenschauer über den Raum Bocholt hinweggezogen. An der privaten Messstation Bocholt (Stadt) kamen dabei insgesamt 14,3 Liter Niederschlag pro Quadratmeter zusammen.
Seit 2018 ist Dürre das alles beherrschende Thema in der Land- und Forstwirtschaft. Dass es auch in diesem Jahr deutlich zu trocken ist, soll an dieser Stelle mit Zahlen der privaten Station Bocholt (Stadt) untermauert werden.
Als Auswertezeitraum wurde der 4-Monats-Zeitraum vom 1. April bis 31. Juli gewählt. Anfang April markiert etwa den Beginn der Vegetationsperiode. Das Diagramm stellt die Messwerte seit 1991 im Millimetern (mm), das entspricht Litern pro Quadratmeter, den langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1991-2020, der bei 246 mm liegt, sowie die 80-%-Grenze und 120-%-Grenze vom Mittelwert dar. Dieser Bereich kann als Durchschnittsbereich oder „Normalbereich“ aufgefasst werden.
Es ist auf einem Blick der Trend zu trockeneren Frühjahren erkennbar. Während von 1991 bis 2009 nur das Jahr 1996 nicht den Durchschnittsbereich erreichte, trat dieses Ereignis seit 2010 ganze 8 Mal auf, davon seit 2017 in jedem Jahr außer 2021. Das Extrem markiert das Jahr 2018 mit nur 92,9 mm, während das aktuelle Jahr 2022 auf 166,5 mm kommt.
Datenquelle: 1991-2004: Aus umliegenden Stationen für Bocholt hochgerechnet. Ab 2005: Daten der privaten Station Bocholt (Stadt).
Daten der Station Bocholt (Stadt) Monatsmitteltemperatur: 19,7 °C (+0,4 K gegenüber Mittelwert 1991-2020) Monatsniederschlagssumme: 20,2 L/m² (26 % vom Mittelwert 1991-2020 von 77 L/m²) Monatssonnenscheindauer: 253,6 h (117 % vom Mittelwert 1991-2020 von 217 h) Extremwerte: 38,7 °C am 19. Juli; 9,2 °C am 17. Juli Klimatologische Kenntage: 13 Sommertage (ab 25 °C; Mittel 1991-2020: 12), 4 heiße Tage (ab 30 °C; Mittel 1991-2020: 4)
Cookie-Zustimmung verwalten
Wir verwenden Cookies, um unsere Website und unseren Service zu optimieren.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.