Rückblick Juni 2026: Extreme Hitze in der zweiten Monatshälfte – drittwärmster Juni nach 2023 und 2019

Der Juni 2026 war in Bocholt deutlich wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 20,17 °C lag der Monat 2,93 K über dem langjährigen Klimamittel der Referenzperiode 1991–2020 (17,24 °C). Damit zählt der Juni 2026 nach 2023 (20,49 °C) und 2019 (20,30 °C) zum drittwärmsten Juni-Monat der Messreihe.

Der Monatsverlauf zeigte zwei klar voneinander getrennte Abschnitte. Die erste Monatshälfte verlief überwiegend etwas zu kühl bis durchschnittlich. Besonders zwischen dem 9. und 15. Juni lagen die Tagesmitteltemperaturen meist unter dem langjährigen Mittel. Am 10. und 11. Juni wurde dabei die tiefste Lufttemperatur mit 9,3 °C gemessen.

Ab dem 16. Juni stellte sich die Wetterlage grundlegend um. Es folgte eine lang anhaltende sehr warme bis heiße Witterungsphase, während der die Tagesmitteltemperaturen durchgehend deutlich über den klimatologischen Vergleichswerten lagen. Ihren Höhepunkt erreichte die Wärme am 26. Juni mit einem außergewöhnlich hohen Tagesmittel von 30,9 °C. An diesem Tag wurde mit 39,2 °C die höchste Lufttemperatur des Monats und die höchste Temperatur in einem Juni überhaupt gemessen (bisher: 35,9 °C am 25.06.2019). Auch der 27. Juni verlief mit einem Tagesmittel von 30,3 °C und einem Tagesmaximum von 36,3 °C außergewöhnlich warm. Erst in den letzten drei Monatstagen kühlte es wieder etwas ab, die Tagesmittel lagen jedoch weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt.

Auffällig war daher auch die große Zahl sommerlicher Temperaturkenntage. Insgesamt wurden 14 Sommertage mit Höchsttemperaturen von mindestens 25,0 °C registriert (langjähriges Mittel 1991–2020: 7–8 Tage). Davon waren 10 heiße Tage mit mindestens 30,0 °C (langjähriges Mittel: 1–2 Tage). An 4 sehr heißen Tagen wurde sogar die Marke von 35 °C überschritten, was bisher im Juni seit Messbeginn insgesamt an nur 5 Tagen insgesamt passierte!

Mit einer Monatsniederschlagssumme von 58,3 mm blieb der Niederschlag im Juni 2026 um 10,3 mm bzw. 15 % unter dem langjährigen Mittel 1991–2020 (68,6 mm). Der Großteil des Niederschlags fiel bereits in der ersten Monatshälfte, wobei der 11. Juni mit 10,6 mm der niederschlagsreichste Tag des Monats war. Anschließend folgte eine längere Trockenphase, sodass bis zum Monatsende nur 85 % des klimatologischen Durchschnitts erreicht wurden.

Trotz der insgesamt unterdurchschnittlichen Niederschlagsmenge wurden 8 Gewittertage registriert und damit deutlich mehr als im langjährigen Mittel (1991–2020: 4–5 Tage). Die Gewitter brachten den Niederschlag lokal begrenzt in Form kurzer, teils auch kräftiger Schauer, konnten das Niederschlagsdefizit aufgrund der örtlichen Begrenztheit nicht ausgleichen.

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