Temperaturbilanz

Das Jahr 2025 verzeichnete an der privaten Wetterstation Bocholt eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 11,63 °C und zählt damit zu den zehn wärmsten Jahren seit mindestens 1851 (nach vorläufigen Daten Platz 8). Im Vergleich zum langjährigen Mittel der Referenzperiode 1991–2020 (10,9 °C) ergibt sich ein Temperaturplus von rund 0,7 K; gegenüber der weitgehend vom Klimawandel unbeeinflussten älteren Referenzperiode 1961–1990 beträgt die Abweichung sogar +1,8 K.
Temperaturabweichungen im Jahresverlauf
Die Analyse der Jahrestemperaturkurve zeigt, dass die Werte 2025 häufig über den langjährigen Durchschnittswerten lagen, sich im Jahresverlauf aber auch regelmäßig kurze kühlere Phasen beobachten ließen. Daher fielen die monatlichen Abweichungen im Jahr 2025 geringer aus als im rekordwarmen Vorjahr (12,08 °C), als die Temperaturkurve monatelang über dem langjährigen Mittel lag. So wurden im Gegensatz zu 2024 im vergangenen Jahr weder Monats- noch Dekadenrekorde registriert.
Januar und Februar zeitweise recht winterlich
Der Jahresbeginn fiel zunächst mild aus, bevor sich im Januar eine phasenweise winterliche Wetterlage einstellte. Bei einer Inversionswetterlage zur Monatsmitte gelangten feuchte Luftmassen unter schwachem Hochdruckeinfluss in die Region; aufgrund der negativen Strahlungsbilanz bildeten sich Hoch- und Bodennebel. Es wurden vier Eistage mit leichtem Dauerfrost registriert. Die milde Westwetterlage der letzten Januardekade ließ den Monat dennoch nahe am Durchschnitt enden (3,0 °C; Abweichung –0,2 K). Ein ähnliches Bild zeigte sich im Februar: erst längere Zeit mäßig kalt, dann ein sehr mildes letztes Monatsdrittel. Insgesamt schloss auch dieser Monat nahe am langjährigen Mittelwert ab (4,0 °C; +0,2 K).
Warmer Frühling
Der Frühling 2025 war insgesamt von Hochdruckwetter geprägt, sehr trocken und sonnig. Je nach Herkunft der Luftmassen traten im März kühlere als auch sehr milde Phasen auf. Mitte April stellte sich kurzzeitig Tiefdruckeinfluss mit kühleren Werten ein, und auch in der Ende Mai und Anfang Juni gab es kühle Phasen. Dadurch waren die monatlichen Abweichungen nicht so extrem, auch wenn es für die jeweilige Jahreszeit zeitweise ungewöhnlich warm war: Am 21. März herrschten frühlingshafte 23,2 °C, am 4. April 23,6 °C und am 1. Mai 28,4 °C. All diese Werte liegen nahe an den jeweiligen Dekadenrekorden.
Von Mitte Juni bis Anfang Juli sommerlich heiß
Der längste durchgängig warme Witterungsabschnitt herrschte von Beginn der zweiten Juni-Dekade bis Anfang Juli. In dieser hochsommerlichen Phase lagen die Temperaturen oft über 25 °C; es wurden 7 heiße Tage (ab 30 °C) registriert. Dadurch wies der Juni mit 19,1 °C (+1,9 K) die größte positive Monatsabweichung im Jahr 2025 auf. Die Temperaturen gipfelten in einer markanten Hitzewelle Anfang Juli, die das Jahresmaximum von 37,6 °C (2. Juli) hervorbrachte.
Nachfolgend stellte sich keine beständige Witterungsperiode mehr ein; die Temperaturen pendelten häufig um den langjährigen Mittelwert. Zur im Durchschnitt wärmsten Zeit des Jahres Ende Juli/Anfang August war es recht kühl, bevor zu Beginn der zweiten August-Dekade eine letzte kurze Hitzewelle mit 3 heißen Tagen folgte.
Recht milder Herbst, zweigeteilter Dezember
Die Monate September bis November verliefen insgesamt recht mild. Die Temperaturen erreichten am 19. September mit 26,3 °C und 13. November mit 16,5 °C nochmals ungewöhnlich hohe Werte, blieben aber deutlich unter den jeweiligen Dekadenrekorden. Kurze kühlere Phasen herrschten Ende September/Anfang Oktober und in der letzten November-Dekade. Der erste Frost trat am 20. November auf.
Von Ende November bis Weihnachten stellte sich schließlich erneut eine sehr milde Witterungsperiode ein. Es blieb durchweg frostfrei, die Temperaturhöchstwerte lagen oft über 10 °C. Auch hier wurden Dekadenrekorde aber verfehlt. Erst ab Weihnachten strömten winterlich kalte Luftmassen aus Nordosten ein, die sehr kalte Weihnachtsfeiertage brachten und bis zum Jahreswechsel wetterbestimmend waren. Am 26. Dezember wurde das Jahresminimum mit –5,4 °C registriert. Trotzdem schloss der Dezember mit 5,7 °C (+1,8 K) und dem zweitgrößten monatlichen Wärmeplus ab.



Temperaturschwellenwerttage
Es wurden insgesamt 49 Sommertage (Tageshöchsttemperaturen ab 25 °C; Mittelwert 1991–2020: 39 Tage), 11 heiße Tage (ab 30 °C; Mittelwert 1991–2020: 9 Tage), 2 sehr heiße Tage (ab 35 °C; Mittelwert 1991–2020: 1 Tag) und 2 Tropennächte (nicht unter 20 °C; Mittelwert 1991–2020: 2 Nächte) verzeichnet.
Demgegenüber standen 52 Frosttage (Mittelwert 1991–2020: 50 Tage) und 5 Eistage (Tageshöchsttemperaturen unter 0 °C; Mittelwert 1991–2020: 8 Tage). Der heißeste Tag war der 2. Juli mit 37,6 °C, der kälteste der 26. Dezember mit −5,4 °C.
Niederschlagsbilanz

Mit einem Jahresniederschlag von 689,2 Litern pro Quadratmeter war das Jahr 2025 deutlich trockener als im vieljährigen Mittel. Das Minus im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert der Referenzperiode 1991–2020 von 814 L/m² betrug 15 %. Ähnlich trocken war es zuletzt 2022, während die beiden Vorjahre mit über 1000 L/m² (2024) bzw. das Rekordregenjahr 2023 sogar über 1200 L/m² aufwiesen.
Niederschlagsabweichungen in Jahresverlauf
Was waren die Ursachen des Niederschlagsdefizits?
Das Jahr 2025 begann zunächst noch mit einem sehr nassen Januar. In der ersten und dritten Monatsdekade brachte Tiefdruckeinfluss und Westwetterlagen größere Niederschlagsmengen mit, sodass der Monat mit 112,4 L/m² (154 %) abschloss. Nachfolgend stellten sich überwiegend Hochdruckwetterlagen ein, die das erste Halbjahr 2025 bestimmten. Der Februar war mit 29,7 L/m² (48 %) der trockenste seit 2018, der März mit nur 3,1 L/m² sogar der trockenste seit Beginn der Niederschlagsreihe Bocholt 1901 (bisher: März 1929 mit 5 L/m²).
Der April übertraf aufgrund einer kurzen, aber ausgeprägten Tiefdruckphase zur Monatsmitte seinen vieljährigen Mittelwert knapp. Mai und Juni waren erneut oft von Hochdruckeinfluss geprägt und wiesen daher deutliche Niederschlagsdefizite (32,0 L/m², 54 %, bzw. 52,3 L/m², 76 %).
Die markante Hitzewelle Ende Juni/Anfang Juli wurde am 2. Juli, nachdem nachmittags noch das Jahrestemperaturmaximum vom 37,6 °C gemessen wurde, von einer Gewitterfront mit Starkregen und Sturmböen beendet. An der privaten Station Bocholt fielen 43,8 L/m², was die höchste Tagesmenge 2025 entspricht. Im weiteren Verlauf des Julis kam es immer wieder zu Schauern und Gewittern, wie am 16. Juli, als in kurzer Zeit 36,0 L/m² fielen. Dadurch summierte sich die Monatsmenge auf 128,8 L/m² (167 %) – der größte Überschuss eines Monats 2025.
Der August hingegen knüpfte wieder an den Frühsommer an und verlief hochdruckgeprägt und trocken. Der Herbst 2025 war niederschlagstechnisch unspektakulär: der September lag im Durchschnitt, der Oktober war nasser und November etwas trockener als im Mittel. Die monatlichen Niederschlagsabweichungen waren deutlich geringer als im Frühling oder Sommer.
Schließlich setzte der Dezember einen markanten Schlusspunkt: Mit nur 25,8 L/m² (31 %) war der Dezember zusammen mit 2008 (26,4 L/m²) der trockenste seit 1969.


Niederschlagstage
Den trockenen Charakter des Jahres spiegeln auch die geringe Anzahl an Niederschlagstagen wider: An nur 164 Tagen wurden mindestens 0,1 L/m² (Mittelwert 1991–2020: 193 Tage) verzeichnet, an 104 Tagen fielen mindestens 1,0 L/m² (Mittelwert 1991–2020: 135 Tage). Im nassen Vorjahr lagen diese Zahlen noch bei 223 bzw. 150 Tagen. Die Zahl der Tage mit mindestens 10 L/m² entspricht mit 22 genau dem Mittelwert 1991–2020.
Außerdem gab es nur 2 Tage mit einer Schneedecke (höchste Schneedecke am 5. Januar mit 3 cm), 6 Tage mit Graupel, keinen Tag mit Hagel und 16 Gewittertage.