Erster Schneedeckentag im April seit 1975

Viele Bocholterinnen und Bocholter staunten wahrscheinlich nicht schlecht, als sie heute Früh aus dem Fenster blickten: Durch nächt- und morgendliche Schneeschauer kam eine geschlossene Schneedecke von 1 cm Höhe zu Stande. Dieses Ereignis ist sehr selten, denn Schneedeckentage im April traten in der Bocholter Klimareihe (Niederschlags-Tageswerte seit 1941) erst sechs Mal auf: 1957, 1958, 1966, 1969, 1970 und 1975. Der späteste Eintrittstermin für eine Schneedecke >=1 cm war der 16.04.1966 mit 2 cm. Von diesem Rekord sind wir also noch etwas entfernt.

Monatsrückblick März 2021: Unauffälliger Monat mit erstem Sommertag in der Klimareihe

Der März 2021 geht als ein recht unauffälliger Monat in die Klimastatsitik ein. Bis auf das furiose Finale mit einem Sommertag am Monatsletzten blieben sowohl bei Temperaturen, Niederschlägen als auch Sonnenscheinstunden außergewöhnliche Werte aus. Nach einem recht milden Beginn (17,3 °C am 2.) verliefen die erste und zweite Monatsdekade leicht kälter im Vergleich zu aktuellen langjährigen Mittelwert 1991-2020, bevor es ab dem 24. zu einer deutlichen Erwärmung kam. Am Ende wurde mit einem Monatsmittelwert von 6,7 °C exakt der Mittelwert 1981-2020 erreicht.

Hinsichtlich der Niederschläge war der März 2021 insgesamt etwas trockener als im langjährigen Mittel: Die Monatssumme lag bei 49,2 L/m² und damit bei rund 85 % des Mittelwertes 1991-2020 (58,0 L/m²). Ein Großteil der Niederschläge fiel um die Monatsmitte herum, als mit einer Westströmung mehrere Tage lang sehr wechselhaftes Schauerwetter mit teilweise gewittrigen Regen- und Graupelschauern (11.-14., 16. und 19. März) herrschte. Am 27. kam es sogar zu einem Gewitter mit kleinkörnigem Hagel.

Sommerwetter im März: Doppel-Rekord am 31. März

Am heutigen Mittwoch (31.03.) wurde mit einem Tagesmaximum von 25,6 Grad ein neuer Doppel-Rekord aufgestellt: Zum einen geht der Tag als wärmster Märztag seit Beginn der Aufzeichnungen in die Klimastatistik ein, zum anderen als frühester Eintrittstermin eines Sommertags (ab 25,0 Grad). Die vorigen Rekorde waren 24,1 Grad (29.03.1968 und 31.03.2017) sowie der 8. April (erst 2020 mit 25,2 Grad).

März verabschiedet sich mit warmen Tagen

Messwerte Di, 30.03.2021: Tmin 4,8 Grad / Tmax 22,9 Grad
Messwerte Mo, 29.03.2021: Tmin 8,6 Grad / Tmax 21,2 Grad

Der März 2021, der sich temperaturmässig bislang eher durchschnittlich gestaltete, bringt zum Monatsende die ersten warmen Frühlingstage. Am heutigen Montag (29.03.) wurde an der privaten Wetterstation Bocholt (Stadt) ein Tagesmaximum von 21,2 Grad gemessen und damit erstmals seit dem 21. Oktober wieder die 20-Grad-Marke zum klimatologischen „warmen Tag“ überschritten.

Auch in den nächsten Tagen bleibt uns das warme Frühlingswetter erhalten. Bis Mittwoch (31.03.) steigen die Temperaturen sogar noch ein wenig an, sodass 22-23, vielleicht auch 24 Grad möglich sind. Es ist nicht ausgeschlossen, dass am Mittwoch der Bocholter Märzrekord von 24,1 Grad, aufgestellt am 29.03.1968 und 31.03.2017, übertroffen wird. Spätestens am Freitag (02.04.) werden jedoch deutlich kühlere Luftmassen heranfliessen. Am kommenden Wochenende (03./04.04.) sind Nachtfröste wieder wahrscheinlich.

Jahreszeitenrückblick Winter 2020/2021: Winter der Extreme – insgesamt aber mild und recht nass

Auch wenn es bezüglich des Temperaturniveaus aktuell wieder winterlich ist – der Winter 2020/2021 ist klimatologisch gesehen bereits am 28. Februar zu Ende gegangen. Daher ist es Zeit, einmal auf die Daten und Fakten zurückzublicken.

Trotz der sehr kalten Woche in der ersten Februarhälfte fällt der Winter insgesamt zu mild aus: Mit einer mittleren Temperatur von 4,1 °C war der Winter um 0,5 K wärmer als im langjährigen Mittel des neuen Referenzzeitraumes 1991-2020 (3,6 °C) und um 1,5 K wärmer als im Mittel 1961-1990. Bezogen auf das Mittel 1961-1990 war der Winter der 10. zu warme Winter in Folge; der Winter 2010/2011 blieb mit 1,8 °C letztmals unter dem Mittel. Der Grund für die positive Temperaturabweichung ist, dass die milden Phasen insgesamt überwogen und die sehr kalte Woche in der ersten Februarhälfte durch die ungewöhnlich milde zweite Februarhälfte mehr als ausgeglichen wurde. So gab es nur 25 Frosttage (Mittel 1991-2020: rund 50 Frosttage) und 7 Eistage (Mittel 1991-2020: ca. 7-8 Eistage).

Die Niederschlagssumme der drei Wintermonate beläuft sich auf insgesamt 264,2 mm (= L/m²), das entspricht etwas mehr als im Mittel 1991-2020 (ca. 216 mm). Alle drei Wintermonate lagen leicht über den Mittelwerten, am deutlichsten der Januar. Dennoch ist der Überschuss nicht so groß, dass das Defizit von Frühling, Sommer und Herbst 2020 von rund 200 mm (!!!) annähernd ausgeglichen wurde, sodass die Bodenwasservorräte immer noch nicht komplett ausgefüllt wurden. Bemerkenswert ist, dass der Winter insgesamt 13 Tage mit einer Schneedecke aufwies und damit der Schneedeckentag-reichste Winter seit 8 Jahren war. Mit einer maximalen Schneehöhe von 25 cm am 08.02. wurde lokal gar die größte Schneedecke seit 1969 verzeichnet.

Monatsrückblick Februar 2021: Extreme wie selten: Auf klirrende Kälte folgt Vorfrühling

Der Februar 2021 brachte extreme Witterungsverhältnisse wie ein Monat selten zuvor in unserer Region: Nach einem milden Monatsbeginn kam es ab dem 6./7. zu einem massiven Kälteeinbruch, der mit den größten Schneehöhen seit Februar 1969 und den niedrigsten Temperaturen seit Februar 2012 einherging. Bereits zur Monatsmitte folgte ein markanter Temperaturanstieg auf ein vorfrühlingshaftes Niveau. In der Gesamtbilanz war der Februar 2021 etwas milder, etwas nasser und deutlich sonnenscheinreicher als im langjährigen Mittel.

Dass es auch in Zeiten des Klimawandels noch richtiges Bilderbuch-Winterwetter mit allem, was dazu gehört, geben kann, beweist der Februar 2021. Nach einem milden Monatsbeginn mit Tageshöchstwerten von knapp 10 °C kam es über der nördlichen Mitte Deutschlands ab dem 6./7. zum Aufbau einer Luftmassengrenze, bei der unserer Region auf der kalten Seite blieb. Bei starkem Nordostwind kam es ab den Abendstunden des 6. zu mäßigen bis starken Schneefällen, die mit nur kurzen Unterbrechungen rund 48 h (bis in die Abendstundes des 8.) andauerten und eine in der Spitze im Mittel etwa 25 cm hohe Schneedecke mit größeren Verwehungen von 40 bis 50 cm lieferten. Das ist etwas mehr Schnee als im Dezember 2010, als 20 cm (24.12.2010) gemessen wurden, und deutlich mehr als beim Münsterländer Schneechaos im November 2005, als im Raum Bocholt 15 cm Schnee lagen.

Durch die nachfolgend eingeflossene kontinentale Luftmasse herrschte vom 9. bis 14. sonniges, kaltes Winterwetter. Es gab 7 Eistage (Dauerfrosttage), 5 Tage mit strengem Frist (<= -10 °C) mit einem absoluten Tiefstwert von -13,7 °C am 12. Februar. Dieser Wert stellt die niedrigste Temperatur seit 9 Jahren (07.02.2012: -13,8 °C) dar.

Die zweite Monatshälfte gestaltete sich dann völlig gegensätzlich. Die Anströmungsrichtung stellte sich ab dem 15./16. von Nordost auf Südwest um und sehr milde Luftmassen aus dem Mittelmeerraum gelangten nach Deutschland. Vom 20. bis 25. wurden 6 Tage in Folge Tageshöchstwert von mindestens 16 °C gemessen mit einem absoluten Höchstwert von 19,6 °C am 24. Februar. Damit wurde der erst vor zwei Jahren aufgestellte Rekord von 19,8 °C (27.02.2019) nur knapp verfehlt. Auch die Nachttemperaturen waren beeindruckend: Am 23. lag der Tiefstwert bei extrem milden 11,2 °C – solche Werte wurden im Februar bisher nur einmal zuvor gemessen (20.02.1990: 11,6 °C).

Somit fällt der Februar trotz der markanten Kälteperiode, die durch den extrem milden Witterungsabschnitt ausgeglichen wurde, mit einem Monatsmittel von 4,1 °C auch im Vergleich zur milden neuen Referenzperiode 1991-2020 (3,8 °C) leicht wärmer aus. Die Niederschlagssumme liegt mit 77,5 mm um 26 % und die Sonnenscheinsumme mit rund 109 h um 44 % über den Mittelwerten der Referenzperiode 1991-2020.

Zweimal Platz 2: Zweitwärmster Februartag und zweitmildeste Februarnacht seit Aufzeichungsbeginn

Am gestrigen Mittwoch (24.02.) wurde an der privaten Wetterstation Bocholt am Barloer Weg ein Tageshöchstwert von 19,6 °C gemessen. Dieser Wert stellt das zweithöchste Tagesmaximum in der Bocholter Klimareihe (seit 1946) dar. Der wärmste Februartag war der 27.02.2019 mit einem Tageshöchstwert von 19,8 °C. Auf Platz 2 folgen der gestrige Tag und der 26.02.2019, als der gleiche Tageshöchstwert wie gestern (19,6 °C) gemessen wurde.

Fast noch beeindruckender als die vorfrühlingshafte Wärme tagsüber sind die milden Nächte: Der Tagestiefstwert am Dienstag (23.02.2021) betrug 11,2 °C, was ebenfalls Platz 2 in der Rangliste der höchsten Tagesminima im Februar bedeutet. Der Rekordhalter in dieser Kategorie ist der 20.02.1990 mit 11,6 °C.

Vorfrühlingshaftes Wochenende

Nachdem am Wochenende zuvor (13./14.02.) noch Tiefstwerte um -10 °C gemessen wurden, ist nun der Vorfrühling in die Region eingekehrt. Am vergangenen Wochenende (20./21.02.) wurden bei (vor allem am Sonntag) strahlendem Sonnenschein Tageshöchstwerte von 16,4 °C am Samstag und 18,4 °C am Sonntag gemessen und damit fast 30 Grad mehr als vor einer Woche. Trotz dieser für Februar sehr hohen Temperaturen wurde kein neuer Rekord aufgestellt: Der Rekord für die 2. Februar-Dekade (11.-20.) liegt bei 17,9 °C und datiert erst vom 16.02.2020 (bis vor einem Jahr 17,0 °C vom 20.02.1990), der Rekord für die 3. Dekade (21.-Ende), gleichzeitig Rekord für den Gesamtmonat, bei 19,8 °C vom 27.02.2019 (zuvor 18,3 °C am 25.02.1964).

In der kommenden Woche (ab 22.) bleibt die sonnige und sehr milde Witterung bis einschließlich Donnerstag (25.) erhalten. Nach Tiefstwerten von 6 bis 10 °C sind Höchstwerte von 17 bis 18, am Mittwoch bis 19 °C zu erwarten. Eine neuer Februar-Rekord erscheint eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Am Freitag (26.) deutet sich ein Temperaturrückgang an, dabei sind nachts wieder Fröste möglich. Alles in allem bleibt die Witterung aber von Hochdruck geprägt, Niederschläge bleiben in den nächsten 8-10 Tagen rar.

Markanter Temperaturanstieg um fast 20 Grad in 56 Stunden – Vorfrühling am Wochenende

Am vergangenen Wochenende (13./14.02.) noch tiefer Winter mit 15 cm Schnee und Tiefstwerten um -10 °C, am kommenden Wochenende Vorfrühling bei über +15 °C? Die seit Sonntag eingeflossenen milderen Luftmassen haben die Temperaturen in nur zwei Tagen deutlich ansteigen lassen: Am Sonntagmorgen (14.02.) wurden an der Messstation in der Bocholter Stadt noch -9,2 °C (8.08 Uhr) gemessen, am Dienstagmittag waren es bereits 10,2 °C (13.46 Uhr).

Die milden Temperaturen bleiben uns in dieser Woche erhalten. Die Sonnenanteile nehmen ab Donnerstag (18.) wahrscheinlich wieder zu, da die milden Luftmassen unter Hochdruckeinfluss gelangen. Am Wochenende (20./21.02.) steigen die Temperaturen noch ein Stückchen weiter an, am Sonntag (21.) sind Höchstwerte von 16 °C (17 °C?) möglich. Luftfröste sind vorerst kein Thema mehr, lokale Bodenfröste können aber nicht ausgeschlossen werden.

Größte Schneehöhe seit Februar 1969 und niedrigste Temperaturen seit Februar 2012

Die fast ununterbrochenen Schneefälle von Samstagabend (06.02.) bis in die Nacht auf Dienstag (09.02.) haben dem Raum Bocholt mit rund 25 cm die größte Schneehöhe seit Mitte Februar 1969 beschert, als der Bocholter Schneehöhenrekord von 34 cm (17.-19.02.1969, DWD-Station Bocholt-Marienschule) aufgestellt wurde. Die Messung der Schneehöhe gestaltete sich dabei sehr schwierig: Durch den starken Wind in der Nacht auf Sonntag mit Böen um 60 km/h kam es an windabgewandten Stellen zu Schneeverwehungen von 40, teilweise 50 cm, während in den winzugewandten Bereichen teilweise noch die Grasnarbe zu sehen ist.

Die Temperatur, die am Samstagabend (06.02.) unter den Gefrierprunkt absank, stieg erst am Sonntagmittag (14.02.) wieder in den Plusbereich. Damit wurden 7 Eistage in Folge verzeichnet. Unter dem Hochdruckeinfluss wurde an 5 Tagen strenger Frost unter -10 °C gemessen, in den Frühstunden des 12. bis zu -13,7 °C. Dies ist die niedrigste Temperatur seit 9 Jahren (07.02.2012: -13,8 °C).

Aktuelle Messwerte der Privaten Wetterstation Bocholt (Stadt)
(Standort: Barloer Weg, Nähe Krankenhaus)

TagTerminNiederschlagshöheGesamtschneehöhe
(Mittelwert)
Sonntag, 07.02.20217 Uhr23,3 L/m² (12 h-Summe)
23,9 L/m² (24 h-Summe)
16 cm
Sonntag, 07.02.202113 Uhr3,9 L/m² (6 h-Summe)18 cm
Sonntag, 07.02.202119 Uhr2,6 L/m² (6 h-Summe)20 cm
Montag, 08.02.20217 Uhr1,0 L/m² (12 h-Summe)
7,5 L/m² (24 h-Summe)
21 cm
Montag, 08.02.202113 Uhr3,3 L/m² (6 h-Summe)23 cm
Montag, 08.02.202119 Uhr2,1 L/m² (6 h-Summe)25 cm
Dienstag, 09.02.20217 Uhr0,2 L/m² (12 h-Summe)
5,6 L/m² (24 h-Summe)
24 cm

Winterwetter ab Sonntag (07.02.) in Sicht – Schneefälle oder (Eis-)Regen?

An kommenden Sonntag (07.02.) stellt sich eine Luftmassengrenze quer über Deutschland ein, die kalte kontinentale Frostluft aus Nordosten von sehr milder atlantischer Luft im Südwesten abgrenzt. An dieser Grenze kommt es zu stärkeren Niederschlägen, die auf der kalten Seite der Luftmassengrenze als Schnee, auf der warmen Seite im Südwesten als Regen fallen. Aufgrund der einfließenden kalten Luft besteht in einem schmalen Streifen auch die Möglichkeit von gefährlichem Eisregen.

Wo genau diese Luftmassengrenze (LMG) zu liegen kommt, wird von den Modellen noch sehr unterschiedlich berechnet. Zurzeit wird auch eine südlichere Variante, bei der die LMG über Nord-NRW oder gar dem mittleren NRW befände, immer wieder gerechnet. Für das Münsterland würde dies einen Wintereinbruch mit viel Schnee bedeuten, wobei die Intensität der Niederschläge noch sehr unterschiedlich gezeigt wird. Einige Modelle zeigen allerdings Schneehöhen von 10 bis 20 cm, teilweise über 30 cm (für Montagfrüh, 08.02., 7 Uhr). Auch ein Verbleib unserer Region auf der wärmeren Seite mit Regen oder gar Eisregen erscheint derzeit möglich.

Jahresrückblick 2020: Neuer Jahresmitteltemperatur-Rekord, sehr trocken und sonnenscheinreich

Das Jahr 2020 war ein sehr warmes, trockenes und recht sonnenscheinreiches Jahr. Die Temperatur erreichte bezogen auf den Jahresmittelwert einen neuen Rekord: Mit 12,1 °C war das Jahr 2020 um 0,1 K wärmer als 2014 (12,0 °C) und um 1,6 K wärmer als im Mittel 1981-2010 (10,5 °C). 

Verantwortlich für den Rekord ist die Tatsache, dass sechs Monate des Jahres zu den jeweils zehn wärmsten Monaten seit Beginn der Klimaaufzeichnungen (1945) gehören. Der August brachte mit 21,4 °C (+3,2 K) einen neuen Monatsrekord (alter Rekord: August 1997 mit 21,3 °C), der Februar war mit 6,9 °C der drittwärmste, der Juni der viertwärmste, der April der sechstwärmste, der November der siebtwärmste und der Januar der achtwärmste der Klimareihe. Lediglich der Juli war mit -1,1 K etwas kälter als im Mittel 1981-2010, der Mai ist mit -0,3 K als noch durchschnittlich zu klassifizieren. Gegenüber dem früheren Referenzzeitraum 1961-1990 brachte kein Monat (!) eine negative Abweichung zu Stande.

Die Niederschlagssumme des Jahres beläuft sich auf 669,2 L/m²; dies entspricht 82 % vom Mittel 1981-2010 (812 L/m²). Damit ist das Jahr das dritte trockene Jahr in Folge (2018 und 2019 wiesen 68 % und 89 % vom Mittel 1981-2010 auf, 2017 lag mit 96 % noch im Durchschnitt).

Acht Monate waren trockener als im Mittel 1981-2010, zwei Monate (September und Oktober) durchschnittlich nass (+/-10 %) und nur zwei Monate (Februar und Dezember) fielen nasser aus. Besonders trocken waren das Frühjahr und der August. Der April war mit 11,8 L/m² der vierttrockenste, der Mai mit 17,3 L/m² der siebttrockenste und der August mit 12,2 L/m² der zweittrockenste seit Beginn der Bocholter Niederschlagsaufzeichnungen (ab 1901). Doch auch die Niederschläge in den Monaten Juni und Juli blieben hinter den Mittelwerten zurück. Im gesamten Sommerhalbjahr herrschte somit große Trockenheit. Zwischen dem 14. März und 22. September fielen nur 169,6 L/m², im Mittel 1981-2020 sind in diesem Zeitraum rund 420 L/m² zu erwarten. Der Februar hingegen brachte mit 138,8 L/m² rund das 2,5-fache der durchschnittlichen Niederschlagsmenge (56 L/m²) und war damit der zeitnasseste in der Bocholter Reihe (nach Februar 1946 mit 196,3 L/m²). Auch der Dezember fiel mit 88,5 L/m² etwas nasser aus.

Folgende Besonderheiten im Witterungsverlauf 2020 sind zu nennen: 

Völliges Fehlen winterlicher Kälte: Januar, Februar und Dezember 2020 waren allesamt sehr mild. Winterliche Phasen mit mäßigen Frösten (<-5 °C) und einer Schneedecke traten im Jahr 2020 nicht auf. Der Februar wies nur einen einzigen Frosttag auf, Eistage (Dauerfrosttage) waren im Jahr 2020 Fehlanzeige. Dafür brachte reger Tiefdruckeinfluss im Februar reichlich Niederschläge.

In zehn Tagen von Spätwinter in den Frühsommer: Ende März/Anfang April kam es bei kalten Nordostwinden zu einer spätwinterlich-kalten Periode, bei der der Tiefstwert von -4,0 °C (30.03.) gemessen wird. Nur eine Woche später, am 8. April, wird mit 25,2 °C der erste Sommertag 2020 verzeichnet – dies stellt den frühesten Eintrittstermin eines Sommertages dar (alter Rekord: 10. April 2009).

Warmer Juni, mäßig warmer bis kühler Juli: In der zweiten und dritten Junidekade herrscht vielfach sommerliches Wetter. Es werden 12 Sommertage (ab 25 °C) registriert, zum Monatsende kommt es zu einer kurzen Hitzewelle mit 2 heißen Tagen. Im Juli hingegen liegen die Temperaturen im durchschnittlichen, zeitweise auch leicht unterdurchschnittlichen Bereich. 

Lang andauernde Hitzewelle in der ersten Augusthälfte: In der ersten Augusthälfte kommt es zu einer lang andauernden Hitzewelle: Vom 6. bis zum 14. August werden 9 heiße Tage in Folge registriert, davon 4 Tage mit Tageshöchstwerten um oder über 35 °C. Außerdem gab es 5 Tropennächte (nicht unter 20 °C) an der in der Stadt gelegenen Klimastation. Eine so lange Andauer von heißen Tagen gab es selbst in den letzten beiden sehr warmen Sommern nicht, sondern zuletzt vor 14 Jahren: Vom 17. bis zum 27. Juli 2006 wurden 11 heiße Tage in Folge verzeichnet. In einem August gab es bisher maximal 8 heiße Tage in Folge (05.-12.08.2003). Am 8. August erreichte die Temperatur einen Tageshöchstwert von 36,3 °C. Damit wurde der viertwärmste Augusttag in der lokalen Klimareihe (seit 1945) verzeichnet.

Späte Hitzetage Mitte September: Mitte September werden noch einmal sehr warme Luftmassen herangeführt, sodass zur Monatsmitte 2 heiße Tage registriert werden. Am 15.09. werde 33,6 °C gemessen und damit ein neuer Septemberrekord aufgestellt (alter Rekord: 33,0 °C am 14.09.2016).

Warmer Novemberbeginn: Der November startet mit einem letzten warmen Tag: Am 2. wird mit 20,6 °C die zweithöchste in einem November gemessene Temperatur verzeichnet (Rekord: 20,8 °C am 01.11.2014).

Milde, nasse Witterung in der Vorweihnachtszeit: Vor den Weihnachtstagen werden sehr milde Luftmassen herangeführt, vom 16. bis zum 23. steigt werden täglich zweistellige Höchstwerte verzeichnet. Gleichzeitig ziehen einige Regengebiete über die Region hinweg, allein in der letzten Dezemberdekade werden 60,5 L/m² gemessen.