Rückblick Juli 2021: Mäßig warm ohne Hitze, recht nass und sonnenscheinarm

Der Juli 2021 geht als ein Sommermonat ohne Hitzetage (Tageshöchstwert mindestens 30 °C) in die Statistik ein. Das gab es bezogen auf einen Sommermonat zuletzt im August 2014 (Monatshöchstwert 29,9 °C) beziehungsweise bezogen auf den Monat Juli im Jahr 2011 (28,2 °C). Dennoch kann von einem kühlen Juli keine Rede sein: Die Monatsmitteltemperatur betrug an der privaten Messstation Bocholt (Stadt) 18,9 °C, das entspricht einem Minus von nur 0,4 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1991-2020. Gegenüber der kühleren Vorperiode 1961-1990 errechnet sich sogar ein Plus von 1,1 Grad. Es traten 8 Sommertage (Tageshöchstwert mindestens 25 °C) auf und nur an 3 Tagen erreichte die Temperatur die 20-Grad-Marke nicht. Im kühlen Juli 2011 war dies hingegen an 13 Tagen der Fall.

Während es im Süden NRWs zur Monatsmitte extreme Niederschläge gab und der Juli an manchen Orten neue Niederschlagsrekorde aufstellte, blieben die Summen in der Region moderat. In der ersten Monatshälfte und in der letzten Juliwoche kam es häufig zu örtlichen Schauern und Gewittern, die lokal sehr unterschiedliche Summen zu Stande brachten. An der privaten Messstation Bocholt (Stadt) wurden 88,1 Liter pro Quadratmeter gemessen, das entspricht 114 Prozent (bzw. einem Plus von 14 Prozent) vom langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1991-2020 (77 L/m²). Der nasseste Tag war der 4. Juli, als in Folge eines Gewitters 24,6 L/m² fielen. Bei der Unwetterlage vom 13.-15. Juli wurden innerhalb von drei Tagen vergleichsweise geringe 29,3 L/m² verzeichnet.

Bei der Sonnenscheinbilanz spiegelt sich womöglich am deutlichsten die gefühlt unsommerliche Witterung wieder: Die Monatssonnenscheindauer betrig 177,0 Stunden, dies entspricht 82 Prozent (bzw. einem Minus von 18 Prozent) im Vergleich zum langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1991-2020 (217 Stunden). Damit war der Juli 2021 der sonnenscheinärmste Juli seit zehn Jahren (Juli 2011: 136,1 Stunden).

Juli 2021 geht ohne Hitzetag zu Ende

Noch ein paar Tage – dann ist der Juli 2021 Geschichte. Bemerkenswert ist, dass der Juli ohne einen einzigen Hitzetag (ab 30,0 °C) in die Klimastatistik eingehen wird. Das Thermometer erreichte maximal 28,2 °C (18.) und auch in den letzten Tagen ist kein höherer Wert mehr zu erwarten. Zuletzt gab es einen hitzefreien Juli vor genau zehn Jahren. Im Juli 2011 lag der Monatshöchstwert ebenfalls bei 28,2 °C (12.07.2011).

Monatsrückblick Juni 2021: Sehr warm, aber auch recht nass

Der Juni 2021 geht nach 2019 als zweitwärmster Juni in die Bocholter Klimaststatistik ein: Mit einer Monatsmitteltemperatur von genau 20,0 °C wurde der langjährige Mittelwert der Referenzperiode 1991-2020 von 17,2 °C um 2,8 K übertroffen. Vor zwei Jahren wurde der Rekordwert von 20,3 °C verzeichnet, auf Platz 3 folgt der Juni 2003 mit 19,3 °C.

Im Juni gab es 17 Sommertage (ab 25 °C) und 3 heiße Tage (ab 30 °C) mit einem Monatshöchstwert von 34,1 °C am 17. Juni. Dies entspricht jeweils ungefähr doppelt so viel Tagen wie im Mittel 1991-2020 (ca. 7-8 Sommer- und 1-2 heiße Tage). Vor zwei Jahren wurden 19 Sommer- und 5 heiße Tage mit bis zu 36,2 °C gemessen.

Während sich der Juni in den vergangenen Jahren meist sehr trocken zeigte, kam es in diesem Jahr zu einem deutlichen Niederschlagsplus. Die Monatssumme an der Station im Nordosten des Bocholter Stadtgebiets wurden 103,1 Liter pro Quadratmeter registriert und damit etwa die 1,5-fache Menge des langjährigen Mittelwerts 1991-2020 (ca. 68 L/m²).

Heftiges Gewitter zieht über den Raum Bocholt hinweg

Eine heftige Gewitterzelle ist am gestrigen Montag (28.) über Bocholt hinweggezogen. Dabei kam es zu starken Windböen und einem 30-minütigen Starkregen.

An der privaten Wetterstation Bocholt am Barloer Weg, ca. 500 m südlich des Krankenhauses, fielen zwischen 15.59 und 16.28 Uhr 31,7 L/m² Niederschlag. Mit weiteren gewittrigen Regenschauern in den Frühstunden des 29. kamen bis zum Morgen 35,9 L/m² zusammen.

Kräftige Regenfälle bringen Abkühlung

In der Nacht auf Montag (21.06.) zogen von Südosten her kräftige Regenfälle über das Münsterland und den Niederrhein hinweg, die mit leichter Intensität bis in den Vormittagsstunden andauerten. An der privaten Wetterstation Bocholt (Stadt) in der Nähe des Krankenhauses kam eine Gesamtsumme von 38,2 L/m² zusammen (davon 34,2 L/m² bis zum Termin um 08 Uhr und 4,0 L/m² von 08 bis 14 Uhr).

Weitere Niederschlagssummen aus der Region (ab 30 L/m²; jeweils bis 21.06., 14 Uhr):
50,4 L/m² Geldern-Walbeck (DWD)
49,3 L/m² Emmerich am Rhein (Kachelmannwetter.com)
47,5 L/m² Borken-Gemenkrückling (DWD)
47,3 L/m² Xanten (DWD)
43,0 L/m² Hamminkeln-Brünen (Kachelmannwetter.com)
40,8 L/m² Bocholt-Liedern (Wasserwerk) (DWD)
39,6 L/m² Kleve-Reichswalde (DWD)
39,0 L/m² Borken (MeteoGroup)
38,7 L/m² Bocholt-Mussum (Kläranlage) (LANUV)
37,5 L/m² Ahaus (DWD)
37,4 L/m² Rhede (Kläranlage) (LANUV)
33,5 L/m² Wesel-Flüren (DWD) (bis 08 Uhr)

Hitzewelle Mitte Juni 2021

Messwerte der Privaten Wetterstation Bocholt (Stadt)

TagestiefstwertTageshöchstwert
Mittwoch, 16.06.202113,9 °C um 3:46 Uhr31,5 °C um 16:19 Uhr
Donnerstag, 17.06.202119,9 °C um 5:31 Uhr34,1 °C um 15:57 Uhr
Freitag, 18.06.202120,1 °C um 6:12 Uhr33,8 °C um 17:44 Uhr

Der Rekordwert für die 2. Juni-Dekade (11.-20.06.) liegt bei 35,0 °C am 20.06.2000 an der früheren DWD-Wetterstation Bocholt-Liedern. Der Rekordwert für den Gesamtmonat Juni iegt bei 36,2 °C am 25.06.2019 an der privaten Wetterstation Bocholt (Stadt).

Die ersten Hitzetage 2021 bestehen bevor

In dieser Woche stehen uns die ersten Hitzetage (Tagesmaximum mindestens 30,0 °C) des Jahres bevor, denn sehr warme Luft ist auf dem Weg nach Deutschland. Am Mittwoch (16.) und Donnerstag (17.) werden Tageshöchstwerte von 30-31 °C bzw. um 35 °C erwartet. Aktuell sieht es danach aus, dass die sehr warme Luft zumindest aus West-NRW ab Freitag zurückgedrängt wird, was in den Folgetagen etwas niedrige Temperaturen zur Folge hätte, allerdings Schauer und Gewitter wahrscheinlich macht. Die Entwicklung ab Freitag ist aber noch sehr unsicher.

Regenreichster Mai seit 2007

Es sind noch vier Tage bis zum Monatsende, doch eine Bilanz steht schon jetzt fest: Der sehr wechselhafte und bislang kaum frühlingshafte Mai 2021 wird als niederschlagsreichster Mai seit 14 Jahren in die lokale Klimastatistik eingehen. An der privaten Klimastation im Bocholter Nordosten (Barloer Weg, Nähe Krankenhaus) fielen an 21 Niederschlagstagen (>= 0,1 L/m²) 117,9 Liter pro Quadratmeter, das ist beinahe das Doppelte des langjährigen Mittelwertes der neuen Referenzperiode 1991-2020 von 60 L/m².

Nasser war es in einem Mai zuletzt 2007, als nach einem völlig trockenen April an ebenfalls 21 Niederschlagstagen satte 133,4 L/m² zusammenkamen. Während in diesem Mai der überwiegende Anteil der Monatssumme in der sehr unbeständigen zweiten Monatshälfte zusammenkam, fiel 2007 ein Großteil des Monatsniederschlags an nur 5 Tagen (alleine am 07.05.2007 26,2 L/m² und am 16.05.2007 nochmals 20,1 L/m²). Die Tendenz zu größeren Niederschlagsereignissen setzte sich damals übrigens im Sommer 2007 fort – auch Juni und Juli 2007 brachten jeweils über 100 L/m² zu Stande.

Auch das Jahr 2021 liegt hinsichtlich der Niederschlagssummen aktuell deutlich im Plus: Bis zum heutigen Tag kamen 386,8 L/m² zusammen, das sind fast 100 L/m² mehr als im Mittel 1991-2020 und ebenfalls so viel wie seit 2007 nicht mehr zum Stand Ende Mai (Monatssummem 2021: Januar 98,2 L/m², Februar 77,5 L/m², März 49,2 L/m² und April 44,0 L/m²). Im trockenen Vorjahr betrug die Summe zum aktuellen Zeitpunkt 270,3 L/m², im Trockenheitsjahr 2018 nur 251,0 L/m².

Monatsrückblick April 2021: Kältester April seit 35 Jahren

Jetzt ist es offiziell: Der April 2021 war der kälteste April seit 35 Jahren. Die Monatsmitteltemperatur lag bei 7,1 Grad Celsius (°C) und damit 3,3 Grad unter dem langjährigen Mittelwert der neuen Referenzperiode 1991-2020 (10,4 °C). Auch zu der alten kühleren Referenzperiode 1961-1990 ist das Minus mit 1,6 Grad beträchtlich. Ähnliche Temperaturverhältnisse herrschten zuletzt im April 1986 (7,0 °C). Die Ursache für die negative Temperaturanomalie war eine ungünstige Druckverteilung über Mitteleuropa, die dazu führte, dass mit einer nördlichen Anströmungsrichtung über den ganzen Monat hinweg meist kalte Luftmassen aus dem skandinavischen Raum herangeführt wurden. Eine Südwestlage, wie sie Ende März den frühesten Sommertag seit Aufzeichnungsbeginn hervorgerufen hatte, stellte sich partout nicht ein. So lag die Temperaturkurve beinahe den gesamten Monat unter dem langjährigen Mittel, lediglich am 1. und 20. gab es eine leichte positive Abweichung.

Nachdem in der ersten Aprilhälfte es auch tagsüber sehr kalt war – am 6. wurde ein Tageshöchstwert von nur 5,7 °C gemessen -, stiegen die Tagestemperaturen in der zweiten Monatshälfte allein schon bedingt durch den höheren Sonnenstand etwas an und erreichten oft die 15-°C-Marke. Da es in den Nächten aber stark auskühlte, wurden die Tagesmittelwerte gedrückt. Es wurden 8 Frosttage und 21 Bodenfrosttage (!), aber nur ein warmer Tag mit über 20 ° (28. mit 21,4 °C) verzeichnet.

Hinsichtlich des Niederschlags erreichte der April durchschnittliche Werte. Mit 44,0 Litern pro Quadratmeter wurde der langjährige Mittelwert 1991-2020 von 41 L/m², womit der April den mit Abstand trockensten Monat des Jahres darstellt, sogar leicht übertroffen. Verantwortlich hierfür war inbesondere ein Dauerregen am 10., der 17,4 L/m² brachte. Bemerkenswert waren zahlreiche intensive Schnee- und Graupelschauer am 5., 6. und 7. April, die zu 2 Schneedeckentagen (6. und 7.) führten.

Bis Anfang Mai kein nachhaltiger Temperaturanstieg in Sicht

Der April neigt sich bald dem Ende und bisher ist in diesem Monat, der in den Vorjahren oft schon frühsommerliche Temperaturen mit sich brachte, selbst eine frühlingshaft warme Periode ausgeblieben. Zwar gab es Ende März schon ein kurzes Frühlingsintermezzo mit einem Höchstwert von 25,6 °C am 31. Mai, was den frühesten Eintrittstermin eines Sommertages in der Bocholter Klimareihe darstellt.

Seit Anfang April herrschen jedoch recht niedrige Temperaturen. In der sehr kühlen ersten April-Hälfte wurde vielfach nicht einmal die 10-°C-Marke erreicht. Der kälteste Tag war der 6. April mit einem Tageshöchstwert von nur 5,7 °C. Der absolute Tiefstwert von -0,8 °C wurde am 5. und 12. April verzeichnet. Auch wenn zumindest die Temperaturen tagsüber seit der Monatsmitte etwas angestiegen sind – warme Tage (>=20 °C) waren bisher Fehlanzeige. Der absolute April-Höchstwert beträgt bislang 18,8 °C und wurde am 20. April gemessen. Dafür gab es bisher 7 Frosttage und 18 Bodenfrosttage.

Die Monatsmitteltemperatur beträgt aktuell (1.-25.) 6,6 °C, bis zum Monatsende ist ein leichter Anstieg auf ca. 7,2 °C zu erwarten. Damit wird der April 2021 um 3,2 Grad kälter ausfallen als im Mittel 1991-2020. Selbst zur kälteren Vorperiode 1961-1990 ergibt sich ein Minus von 1,5 Grad. Es wird voraussichtlich der kälteste April seit 35 Jahren (April 1986: 7,0 °C).

In der kommenden Woche (ab 26.) bleibt das Wetter weiterhin freundlich mit meist viel Sonnenschein und nur einzelnen Wolken. Bis Donnerstag (28.) steigen die Temperaturen etwas an auf Tageshöchstwerte zwischen 16 und 18 °C, Bodenfrost ist vermutlich nur Montag und Dienstag noch ein Thema. Für den letzten Apriltag deutet sich wieder ein Temperaturrückgang an, sodass der Mai unterkühlt starten dürfte. Ein merklicher und nachhaltiger Temperaturanstieg auf Tagestemperaturen über der 20-°C-Marke deutet sich auch in der ersten Maiwoche noch nicht an.

Erster Schneedeckentag im April seit 1975

Viele Bocholterinnen und Bocholter staunten wahrscheinlich nicht schlecht, als sie heute Früh aus dem Fenster blickten: Durch nächt- und morgendliche Schneeschauer kam eine geschlossene Schneedecke von 1 cm Höhe zu Stande. Dieses Ereignis ist sehr selten, denn Schneedeckentage im April traten in der Bocholter Klimareihe (Niederschlags-Tageswerte seit 1941) erst sechs Mal auf: 1957, 1958, 1966, 1969, 1970 und 1975. Der späteste Eintrittstermin für eine Schneedecke >=1 cm war der 16.04.1966 mit 2 cm. Von diesem Rekord sind wir also noch etwas entfernt.

Monatsrückblick März 2021: Unauffälliger Monat mit erstem Sommertag in der Klimareihe

Der März 2021 geht als ein recht unauffälliger Monat in die Klimastatsitik ein. Bis auf das furiose Finale mit einem Sommertag am Monatsletzten blieben sowohl bei Temperaturen, Niederschlägen als auch Sonnenscheinstunden außergewöhnliche Werte aus. Nach einem recht milden Beginn (17,3 °C am 2.) verliefen die erste und zweite Monatsdekade leicht kälter im Vergleich zu aktuellen langjährigen Mittelwert 1991-2020, bevor es ab dem 24. zu einer deutlichen Erwärmung kam. Am Ende wurde mit einem Monatsmittelwert von 6,7 °C exakt der Mittelwert 1981-2020 erreicht.

Hinsichtlich der Niederschläge war der März 2021 insgesamt etwas trockener als im langjährigen Mittel: Die Monatssumme lag bei 49,2 L/m² und damit bei rund 85 % des Mittelwertes 1991-2020 (58,0 L/m²). Ein Großteil der Niederschläge fiel um die Monatsmitte herum, als mit einer Westströmung mehrere Tage lang sehr wechselhaftes Schauerwetter mit teilweise gewittrigen Regen- und Graupelschauern (11.-14., 16. und 19. März) herrschte. Am 27. kam es sogar zu einem Gewitter mit kleinkörnigem Hagel.

Sommerwetter im März: Doppel-Rekord am 31. März

Am heutigen Mittwoch (31.03.) wurde mit einem Tagesmaximum von 25,6 Grad ein neuer Doppel-Rekord aufgestellt: Zum einen geht der Tag als wärmster Märztag seit Beginn der Aufzeichnungen in die Klimastatistik ein, zum anderen als frühester Eintrittstermin eines Sommertags (ab 25,0 Grad). Die vorigen Rekorde waren 24,1 Grad (29.03.1968 und 31.03.2017) sowie der 8. April (erst 2020 mit 25,2 Grad).

März verabschiedet sich mit warmen Tagen

Messwerte Di, 30.03.2021: Tmin 4,8 Grad / Tmax 22,9 Grad
Messwerte Mo, 29.03.2021: Tmin 8,6 Grad / Tmax 21,2 Grad

Der März 2021, der sich temperaturmässig bislang eher durchschnittlich gestaltete, bringt zum Monatsende die ersten warmen Frühlingstage. Am heutigen Montag (29.03.) wurde an der privaten Wetterstation Bocholt (Stadt) ein Tagesmaximum von 21,2 Grad gemessen und damit erstmals seit dem 21. Oktober wieder die 20-Grad-Marke zum klimatologischen „warmen Tag“ überschritten.

Auch in den nächsten Tagen bleibt uns das warme Frühlingswetter erhalten. Bis Mittwoch (31.03.) steigen die Temperaturen sogar noch ein wenig an, sodass 22-23, vielleicht auch 24 Grad möglich sind. Es ist nicht ausgeschlossen, dass am Mittwoch der Bocholter Märzrekord von 24,1 Grad, aufgestellt am 29.03.1968 und 31.03.2017, übertroffen wird. Spätestens am Freitag (02.04.) werden jedoch deutlich kühlere Luftmassen heranfliessen. Am kommenden Wochenende (03./04.04.) sind Nachtfröste wieder wahrscheinlich.

Jahreszeitenrückblick Winter 2020/2021: Winter der Extreme – insgesamt aber mild und recht nass

Auch wenn es bezüglich des Temperaturniveaus aktuell wieder winterlich ist – der Winter 2020/2021 ist klimatologisch gesehen bereits am 28. Februar zu Ende gegangen. Daher ist es Zeit, einmal auf die Daten und Fakten zurückzublicken.

Trotz der sehr kalten Woche in der ersten Februarhälfte fällt der Winter insgesamt zu mild aus: Mit einer mittleren Temperatur von 4,1 °C war der Winter um 0,5 K wärmer als im langjährigen Mittel des neuen Referenzzeitraumes 1991-2020 (3,6 °C) und um 1,5 K wärmer als im Mittel 1961-1990. Bezogen auf das Mittel 1961-1990 war der Winter der 10. zu warme Winter in Folge; der Winter 2010/2011 blieb mit 1,8 °C letztmals unter dem Mittel. Der Grund für die positive Temperaturabweichung ist, dass die milden Phasen insgesamt überwogen und die sehr kalte Woche in der ersten Februarhälfte durch die ungewöhnlich milde zweite Februarhälfte mehr als ausgeglichen wurde. So gab es nur 25 Frosttage (Mittel 1991-2020: rund 50 Frosttage) und 7 Eistage (Mittel 1991-2020: ca. 7-8 Eistage).

Die Niederschlagssumme der drei Wintermonate beläuft sich auf insgesamt 264,2 mm (= L/m²), das entspricht etwas mehr als im Mittel 1991-2020 (ca. 216 mm). Alle drei Wintermonate lagen leicht über den Mittelwerten, am deutlichsten der Januar. Dennoch ist der Überschuss nicht so groß, dass das Defizit von Frühling, Sommer und Herbst 2020 von rund 200 mm (!!!) annähernd ausgeglichen wurde, sodass die Bodenwasservorräte immer noch nicht komplett ausgefüllt wurden. Bemerkenswert ist, dass der Winter insgesamt 13 Tage mit einer Schneedecke aufwies und damit der Schneedeckentag-reichste Winter seit 8 Jahren war. Mit einer maximalen Schneehöhe von 25 cm am 08.02. wurde lokal gar die größte Schneedecke seit 1969 verzeichnet.

Monatsrückblick Februar 2021: Extreme wie selten: Auf klirrende Kälte folgt Vorfrühling

Der Februar 2021 brachte extreme Witterungsverhältnisse wie ein Monat selten zuvor in unserer Region: Nach einem milden Monatsbeginn kam es ab dem 6./7. zu einem massiven Kälteeinbruch, der mit den größten Schneehöhen seit Februar 1969 und den niedrigsten Temperaturen seit Februar 2012 einherging. Bereits zur Monatsmitte folgte ein markanter Temperaturanstieg auf ein vorfrühlingshaftes Niveau. In der Gesamtbilanz war der Februar 2021 etwas milder, etwas nasser und deutlich sonnenscheinreicher als im langjährigen Mittel.

Dass es auch in Zeiten des Klimawandels noch richtiges Bilderbuch-Winterwetter mit allem, was dazu gehört, geben kann, beweist der Februar 2021. Nach einem milden Monatsbeginn mit Tageshöchstwerten von knapp 10 °C kam es über der nördlichen Mitte Deutschlands ab dem 6./7. zum Aufbau einer Luftmassengrenze, bei der unserer Region auf der kalten Seite blieb. Bei starkem Nordostwind kam es ab den Abendstunden des 6. zu mäßigen bis starken Schneefällen, die mit nur kurzen Unterbrechungen rund 48 h (bis in die Abendstundes des 8.) andauerten und eine in der Spitze im Mittel etwa 25 cm hohe Schneedecke mit größeren Verwehungen von 40 bis 50 cm lieferten. Das ist etwas mehr Schnee als im Dezember 2010, als 20 cm (24.12.2010) gemessen wurden, und deutlich mehr als beim Münsterländer Schneechaos im November 2005, als im Raum Bocholt 15 cm Schnee lagen.

Durch die nachfolgend eingeflossene kontinentale Luftmasse herrschte vom 9. bis 14. sonniges, kaltes Winterwetter. Es gab 7 Eistage (Dauerfrosttage), 5 Tage mit strengem Frist (<= -10 °C) mit einem absoluten Tiefstwert von -13,7 °C am 12. Februar. Dieser Wert stellt die niedrigste Temperatur seit 9 Jahren (07.02.2012: -13,8 °C) dar.

Die zweite Monatshälfte gestaltete sich dann völlig gegensätzlich. Die Anströmungsrichtung stellte sich ab dem 15./16. von Nordost auf Südwest um und sehr milde Luftmassen aus dem Mittelmeerraum gelangten nach Deutschland. Vom 20. bis 25. wurden 6 Tage in Folge Tageshöchstwert von mindestens 16 °C gemessen mit einem absoluten Höchstwert von 19,6 °C am 24. Februar. Damit wurde der erst vor zwei Jahren aufgestellte Rekord von 19,8 °C (27.02.2019) nur knapp verfehlt. Auch die Nachttemperaturen waren beeindruckend: Am 23. lag der Tiefstwert bei extrem milden 11,2 °C – solche Werte wurden im Februar bisher nur einmal zuvor gemessen (20.02.1990: 11,6 °C).

Somit fällt der Februar trotz der markanten Kälteperiode, die durch den extrem milden Witterungsabschnitt ausgeglichen wurde, mit einem Monatsmittel von 4,1 °C auch im Vergleich zur milden neuen Referenzperiode 1991-2020 (3,8 °C) leicht wärmer aus. Die Niederschlagssumme liegt mit 77,5 mm um 26 % und die Sonnenscheinsumme mit rund 109 h um 44 % über den Mittelwerten der Referenzperiode 1991-2020.

Zweimal Platz 2: Zweitwärmster Februartag und zweitmildeste Februarnacht seit Aufzeichungsbeginn

Am gestrigen Mittwoch (24.02.) wurde an der privaten Wetterstation Bocholt am Barloer Weg ein Tageshöchstwert von 19,6 °C gemessen. Dieser Wert stellt das zweithöchste Tagesmaximum in der Bocholter Klimareihe (seit 1946) dar. Der wärmste Februartag war der 27.02.2019 mit einem Tageshöchstwert von 19,8 °C. Auf Platz 2 folgen der gestrige Tag und der 26.02.2019, als der gleiche Tageshöchstwert wie gestern (19,6 °C) gemessen wurde.

Fast noch beeindruckender als die vorfrühlingshafte Wärme tagsüber sind die milden Nächte: Der Tagestiefstwert am Dienstag (23.02.2021) betrug 11,2 °C, was ebenfalls Platz 2 in der Rangliste der höchsten Tagesminima im Februar bedeutet. Der Rekordhalter in dieser Kategorie ist der 20.02.1990 mit 11,6 °C.

Vorfrühlingshaftes Wochenende

Nachdem am Wochenende zuvor (13./14.02.) noch Tiefstwerte um -10 °C gemessen wurden, ist nun der Vorfrühling in die Region eingekehrt. Am vergangenen Wochenende (20./21.02.) wurden bei (vor allem am Sonntag) strahlendem Sonnenschein Tageshöchstwerte von 16,4 °C am Samstag und 18,4 °C am Sonntag gemessen und damit fast 30 Grad mehr als vor einer Woche. Trotz dieser für Februar sehr hohen Temperaturen wurde kein neuer Rekord aufgestellt: Der Rekord für die 2. Februar-Dekade (11.-20.) liegt bei 17,9 °C und datiert erst vom 16.02.2020 (bis vor einem Jahr 17,0 °C vom 20.02.1990), der Rekord für die 3. Dekade (21.-Ende), gleichzeitig Rekord für den Gesamtmonat, bei 19,8 °C vom 27.02.2019 (zuvor 18,3 °C am 25.02.1964).

In der kommenden Woche (ab 22.) bleibt die sonnige und sehr milde Witterung bis einschließlich Donnerstag (25.) erhalten. Nach Tiefstwerten von 6 bis 10 °C sind Höchstwerte von 17 bis 18, am Mittwoch bis 19 °C zu erwarten. Eine neuer Februar-Rekord erscheint eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Am Freitag (26.) deutet sich ein Temperaturrückgang an, dabei sind nachts wieder Fröste möglich. Alles in allem bleibt die Witterung aber von Hochdruck geprägt, Niederschläge bleiben in den nächsten 8-10 Tagen rar.

Markanter Temperaturanstieg um fast 20 Grad in 56 Stunden – Vorfrühling am Wochenende

Am vergangenen Wochenende (13./14.02.) noch tiefer Winter mit 15 cm Schnee und Tiefstwerten um -10 °C, am kommenden Wochenende Vorfrühling bei über +15 °C? Die seit Sonntag eingeflossenen milderen Luftmassen haben die Temperaturen in nur zwei Tagen deutlich ansteigen lassen: Am Sonntagmorgen (14.02.) wurden an der Messstation in der Bocholter Stadt noch -9,2 °C (8.08 Uhr) gemessen, am Dienstagmittag waren es bereits 10,2 °C (13.46 Uhr).

Die milden Temperaturen bleiben uns in dieser Woche erhalten. Die Sonnenanteile nehmen ab Donnerstag (18.) wahrscheinlich wieder zu, da die milden Luftmassen unter Hochdruckeinfluss gelangen. Am Wochenende (20./21.02.) steigen die Temperaturen noch ein Stückchen weiter an, am Sonntag (21.) sind Höchstwerte von 16 °C (17 °C?) möglich. Luftfröste sind vorerst kein Thema mehr, lokale Bodenfröste können aber nicht ausgeschlossen werden.

Größte Schneehöhe seit Februar 1969 und niedrigste Temperaturen seit Februar 2012

Die fast ununterbrochenen Schneefälle von Samstagabend (06.02.) bis in die Nacht auf Dienstag (09.02.) haben dem Raum Bocholt mit rund 25 cm die größte Schneehöhe seit Mitte Februar 1969 beschert, als der Bocholter Schneehöhenrekord von 34 cm (17.-19.02.1969, DWD-Station Bocholt-Marienschule) aufgestellt wurde. Die Messung der Schneehöhe gestaltete sich dabei sehr schwierig: Durch den starken Wind in der Nacht auf Sonntag mit Böen um 60 km/h kam es an windabgewandten Stellen zu Schneeverwehungen von 40, teilweise 50 cm, während in den winzugewandten Bereichen teilweise noch die Grasnarbe zu sehen ist.

Die Temperatur, die am Samstagabend (06.02.) unter den Gefrierprunkt absank, stieg erst am Sonntagmittag (14.02.) wieder in den Plusbereich. Damit wurden 7 Eistage in Folge verzeichnet. Unter dem Hochdruckeinfluss wurde an 5 Tagen strenger Frost unter -10 °C gemessen, in den Frühstunden des 12. bis zu -13,7 °C. Dies ist die niedrigste Temperatur seit 9 Jahren (07.02.2012: -13,8 °C).

Aktuelle Messwerte der Privaten Wetterstation Bocholt (Stadt)
(Standort: Barloer Weg, Nähe Krankenhaus)

TagTerminNiederschlagshöheGesamtschneehöhe
(Mittelwert)
Sonntag, 07.02.20217 Uhr23,3 L/m² (12 h-Summe)
23,9 L/m² (24 h-Summe)
16 cm
Sonntag, 07.02.202113 Uhr3,9 L/m² (6 h-Summe)18 cm
Sonntag, 07.02.202119 Uhr2,6 L/m² (6 h-Summe)20 cm
Montag, 08.02.20217 Uhr1,0 L/m² (12 h-Summe)
7,5 L/m² (24 h-Summe)
21 cm
Montag, 08.02.202113 Uhr3,3 L/m² (6 h-Summe)23 cm
Montag, 08.02.202119 Uhr2,1 L/m² (6 h-Summe)25 cm
Dienstag, 09.02.20217 Uhr0,2 L/m² (12 h-Summe)
5,6 L/m² (24 h-Summe)
24 cm

Winterwetter ab Sonntag (07.02.) in Sicht – Schneefälle oder (Eis-)Regen?

An kommenden Sonntag (07.02.) stellt sich eine Luftmassengrenze quer über Deutschland ein, die kalte kontinentale Frostluft aus Nordosten von sehr milder atlantischer Luft im Südwesten abgrenzt. An dieser Grenze kommt es zu stärkeren Niederschlägen, die auf der kalten Seite der Luftmassengrenze als Schnee, auf der warmen Seite im Südwesten als Regen fallen. Aufgrund der einfließenden kalten Luft besteht in einem schmalen Streifen auch die Möglichkeit von gefährlichem Eisregen.

Wo genau diese Luftmassengrenze (LMG) zu liegen kommt, wird von den Modellen noch sehr unterschiedlich berechnet. Zurzeit wird auch eine südlichere Variante, bei der die LMG über Nord-NRW oder gar dem mittleren NRW befände, immer wieder gerechnet. Für das Münsterland würde dies einen Wintereinbruch mit viel Schnee bedeuten, wobei die Intensität der Niederschläge noch sehr unterschiedlich gezeigt wird. Einige Modelle zeigen allerdings Schneehöhen von 10 bis 20 cm, teilweise über 30 cm (für Montagfrüh, 08.02., 7 Uhr). Auch ein Verbleib unserer Region auf der wärmeren Seite mit Regen oder gar Eisregen erscheint derzeit möglich.

Jahresrückblick 2020: Neuer Jahresmitteltemperatur-Rekord, sehr trocken und sonnenscheinreich

Das Jahr 2020 war ein sehr warmes, trockenes und recht sonnenscheinreiches Jahr. Die Temperatur erreichte bezogen auf den Jahresmittelwert einen neuen Rekord: Mit 12,1 °C war das Jahr 2020 um 0,1 K wärmer als 2014 (12,0 °C) und um 1,6 K wärmer als im Mittel 1981-2010 (10,5 °C). 

Verantwortlich für den Rekord ist die Tatsache, dass sechs Monate des Jahres zu den jeweils zehn wärmsten Monaten seit Beginn der Klimaaufzeichnungen (1945) gehören. Der August brachte mit 21,4 °C (+3,2 K) einen neuen Monatsrekord (alter Rekord: August 1997 mit 21,3 °C), der Februar war mit 6,9 °C der drittwärmste, der Juni der viertwärmste, der April der sechstwärmste, der November der siebtwärmste und der Januar der achtwärmste der Klimareihe. Lediglich der Juli war mit -1,1 K etwas kälter als im Mittel 1981-2010, der Mai ist mit -0,3 K als noch durchschnittlich zu klassifizieren. Gegenüber dem früheren Referenzzeitraum 1961-1990 brachte kein Monat (!) eine negative Abweichung zu Stande.

Die Niederschlagssumme des Jahres beläuft sich auf 669,2 L/m²; dies entspricht 82 % vom Mittel 1981-2010 (812 L/m²). Damit ist das Jahr das dritte trockene Jahr in Folge (2018 und 2019 wiesen 68 % und 89 % vom Mittel 1981-2010 auf, 2017 lag mit 96 % noch im Durchschnitt).

Acht Monate waren trockener als im Mittel 1981-2010, zwei Monate (September und Oktober) durchschnittlich nass (+/-10 %) und nur zwei Monate (Februar und Dezember) fielen nasser aus. Besonders trocken waren das Frühjahr und der August. Der April war mit 11,8 L/m² der vierttrockenste, der Mai mit 17,3 L/m² der siebttrockenste und der August mit 12,2 L/m² der zweittrockenste seit Beginn der Bocholter Niederschlagsaufzeichnungen (ab 1901). Doch auch die Niederschläge in den Monaten Juni und Juli blieben hinter den Mittelwerten zurück. Im gesamten Sommerhalbjahr herrschte somit große Trockenheit. Zwischen dem 14. März und 22. September fielen nur 169,6 L/m², im Mittel 1981-2020 sind in diesem Zeitraum rund 420 L/m² zu erwarten. Der Februar hingegen brachte mit 138,8 L/m² rund das 2,5-fache der durchschnittlichen Niederschlagsmenge (56 L/m²) und war damit der zeitnasseste in der Bocholter Reihe (nach Februar 1946 mit 196,3 L/m²). Auch der Dezember fiel mit 88,5 L/m² etwas nasser aus.

Folgende Besonderheiten im Witterungsverlauf 2020 sind zu nennen: 

Völliges Fehlen winterlicher Kälte: Januar, Februar und Dezember 2020 waren allesamt sehr mild. Winterliche Phasen mit mäßigen Frösten (<-5 °C) und einer Schneedecke traten im Jahr 2020 nicht auf. Der Februar wies nur einen einzigen Frosttag auf, Eistage (Dauerfrosttage) waren im Jahr 2020 Fehlanzeige. Dafür brachte reger Tiefdruckeinfluss im Februar reichlich Niederschläge.

In zehn Tagen von Spätwinter in den Frühsommer: Ende März/Anfang April kam es bei kalten Nordostwinden zu einer spätwinterlich-kalten Periode, bei der der Tiefstwert von -4,0 °C (30.03.) gemessen wird. Nur eine Woche später, am 8. April, wird mit 25,2 °C der erste Sommertag 2020 verzeichnet – dies stellt den frühesten Eintrittstermin eines Sommertages dar (alter Rekord: 10. April 2009).

Warmer Juni, mäßig warmer bis kühler Juli: In der zweiten und dritten Junidekade herrscht vielfach sommerliches Wetter. Es werden 12 Sommertage (ab 25 °C) registriert, zum Monatsende kommt es zu einer kurzen Hitzewelle mit 2 heißen Tagen. Im Juli hingegen liegen die Temperaturen im durchschnittlichen, zeitweise auch leicht unterdurchschnittlichen Bereich. 

Lang andauernde Hitzewelle in der ersten Augusthälfte: In der ersten Augusthälfte kommt es zu einer lang andauernden Hitzewelle: Vom 6. bis zum 14. August werden 9 heiße Tage in Folge registriert, davon 4 Tage mit Tageshöchstwerten um oder über 35 °C. Außerdem gab es 5 Tropennächte (nicht unter 20 °C) an der in der Stadt gelegenen Klimastation. Eine so lange Andauer von heißen Tagen gab es selbst in den letzten beiden sehr warmen Sommern nicht, sondern zuletzt vor 14 Jahren: Vom 17. bis zum 27. Juli 2006 wurden 11 heiße Tage in Folge verzeichnet. In einem August gab es bisher maximal 8 heiße Tage in Folge (05.-12.08.2003). Am 8. August erreichte die Temperatur einen Tageshöchstwert von 36,3 °C. Damit wurde der viertwärmste Augusttag in der lokalen Klimareihe (seit 1945) verzeichnet.

Späte Hitzetage Mitte September: Mitte September werden noch einmal sehr warme Luftmassen herangeführt, sodass zur Monatsmitte 2 heiße Tage registriert werden. Am 15.09. werde 33,6 °C gemessen und damit ein neuer Septemberrekord aufgestellt (alter Rekord: 33,0 °C am 14.09.2016).

Warmer Novemberbeginn: Der November startet mit einem letzten warmen Tag: Am 2. wird mit 20,6 °C die zweithöchste in einem November gemessene Temperatur verzeichnet (Rekord: 20,8 °C am 01.11.2014).

Milde, nasse Witterung in der Vorweihnachtszeit: Vor den Weihnachtstagen werden sehr milde Luftmassen herangeführt, vom 16. bis zum 23. steigt werden täglich zweistellige Höchstwerte verzeichnet. Gleichzeitig ziehen einige Regengebiete über die Region hinweg, allein in der letzten Dezemberdekade werden 60,5 L/m² gemessen.

Monatsrückblick Dezember 2020: Überwiegend mild und recht nass

Nach einem sonnigen Vormonat gestaltete sich die Witterung im Dezember 2020 sehr wolkenreich und trüb. Das charakteristische „Schmuddelwetter“ wurde dabei in der ersten Monatshälfte und ab Weihnachten von zeitweise mäßig kalten, vom 16. bis 23. von ungewöhnlich milden Temperaturen begleitet. Am 27. brachte ein Tiefdruckgebiet Sturmböen und ergiebige Niederschläge. Alles in allem verlief der Dezember wärmer, leicht nasser und sonnenscheinärmer als im langjährigen Mittel.

An der privaten Wetterstation Bocholt wurden folgende Monatwerte verzeichnet:
Mittlere Temperatur: 5,4 °C (Mittelwert 1981-2010: 3,5 °C)
Summe des Niederschlags: 88,5 L/m² (Mittelwert 1981-2010: 75 L/m²)
Summe der Sonnenscheindauer: 36,4 h (Mittelwert 1981-2010: 44 h)

Weihnachtswetter 2020: Mäßig warm, anfangs nass, am 1. Feiertag evtl. sonnig

In den letzten Tagen hat sich herauskristallisiert, dass zu Weihnachten 2020 kalte Luftmassen nur in abgeschwächter Form die Witterung bestimmen werden. Ein weißes Weihnachtsfest, wie es zuletzt vor genau 10 Jahren der Fall war, ist nicht zu erwarten.

In der kommenden Woche (ab 21.12.) nehmen einige Tiefdruckgebiete Einfluss auf das Wettergeschehen in der Region. Von Montag (21.) bis Heiligabend (24.) ist mit vielen Wolken, häufigen und länger andauernden Regenfällen, milden Temperaturen von 8 bis 13 °C und zeitweise starken Wind zu rechnen. Nach den aktuellen Modellvorhersagen könnten zum ersten Mal in diesem Winterhalbjahr auch größere Niederschlagssummen zu Stande kommen – einige Modellläufe prognostizieren 50-80 L/m² Niederschlag von Montag bis Heiligabend.

Am Heiligabend deutet sich Zwischenhochdruckeinfluss mit kälteren Luftmassen an, sodass an den beiden Weihnachtsfeiertagen (25./26.) Chancen auf Sonnenschein (vermutlich vor allem am 1. Feiertag) und trockene Witterung bestehen. Die Temperaturen liegen dabei zwischen 0 °C am frühen Morgen, gebietsweise ist auch leichter Frost möglich, und 5-6 °C am Nachmittag.

Nach den Weihnachtstagen zeigen die Modelle derzeit wieder eine Zunahme des Tiefdruckeinflusses. Ob wieder milde Luftmassen wetterbestimmend werden oder die Niederschläge mit Zufuhr kälterer Luft in Schnee übergehen – aktuell erscheinen beide Lösungen oder eine Mittellösung (nasskalt) möglich.

Monatsrückblick November 2020: Warm, trocken und sonnenscheinreich

Im November 2020 hielt anhaltender Hochdruckeinfluss über Südosteuropa Tiefausläufer weitgehend fern und sorgte für den drittsonnigsten November (nach 1989 und 2011) seit Messbeginn im Jahr 1945. Da tiefer Luftdruck über den britischen Inseln immer wieder milde Luftmassen aus Südwesten nach Deutschland brachte, war der Monat auch deutlich zu warm. Zugleich fiel er viel zu trocken aus.

An der privaten Wetterstation Bocholt wurden folgende Monatwerte verzeichnet:
Mittlere Temperatur: 8,5 °C (Mittelwert 1981-2010: 6,5 °C)
Summe des Niederschlags: 47,7 L/m² (Mittelwert 1981-2010: 73 L/m²)
Summe der Sonnenscheindauer: 96,6 h (Mittelwert 1981-2010: 59 h)

Monatsrückblick Oktober 2020: Mäßig warm und rekordtrüb

Der Oktober 2020 war insgesamt von Tiefdruckwetter geprägt und damit wolkenreich und unbeständig. Der Monat geht, gemessen an der Sonnenscheindauer, als rekordtrüber Oktober in die Bocholter Klimareihe ein.

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 11,4 °C war der Oktober 2020 um 0,6 K wärmer als im langjährigen Mittel der Referenzperiode 1981-2010. Aufgrund des überwiegenden Tiefdruckcharakters schwankten die Temperaturen nicht besonders stark. In der ersten Dekade lagen die Werte fast genau im langjährigen Mittel. Ab dem 10. sank die Temperaturkurve infolge etwas kühlerer Nächte (mit Werten um 5 °C) leicht unter das Mittel, bevor in der letzten Dekade mit milderen Luftmassen ein Temperaturplus aufgebaut wurde.

Die Monatsniederschlagssumme beläuft sich auf 76,0 mm, was 109 % des Mittels 1981-2010 entspricht, d. h. noch im Durchschnitt. Für einen Monat, der fast durchweg von Tiefdruckwetter geprägt war, ist dies vergleichsweise wenig Niederschlag – der von der Großwetterlage ähnliche Oktober 1998 erreichte infolge mehrer Extremregenereignisse 196 mm. Die Trockenheit des Jahres 2020 ist damit noch nicht beendet.

Am bemerkenswertesten am Oktober 2020 ist die Sonnenscheindauer: Nur 46,5 h lang schien die Sonne im gesamten Monat, das ist deutlich weniger als die Hälfte des Mittels 1981-2010 (114 h). Damit wurde der Negativrekord aus dem Jahre 1998 von 48,9 h unterboten. An 23 sog. trüben Tagen schien die Sonne weniger als 20 % ihrer möglichen Dauer.

Sehr milder Novemberstart

Der November 2020 startet äußerst mild und recht nass: Mit einem Tageshöchstwert von 20,6 °C wurde am gestrigen Montag, 2. November, die zweithöchste in einem November gemessene Temperatur verzeichnet. Der wärmste November-Tag war der 01.11.2014 mit 20,8 °C, auf Platz 3 folgen der 07.11.1955 und 04.11.2011 mit 19,7 °C.

Monatsrückblick September 2020: Viele Sonnenstunden und nochmals hochsommerlich heiß

Der September 2020 brachte längere Zeit Hochdruckwetter mit viel Sonnenstunden bei oft sommerlichen Temperaturen. Erst zum Monatsende sorgte ein Großwetterlagenwechsel wenige Tage nach dem astronomischen Herbstanfang für kühle und nasse Witterung. Unter dem Strich war der erste klimatologische Herbstmonat etwas wärmer und trockener und deutlich sonniger verglichen mit den vieljährigen Mittelwerten.

Mit einer Monatsmitteltemperatur von 15,7 °C war der September 2020 um 0,9 K wärmer als im Mittel 1981-2010 bzw. 1,2 K wärmer als im Mittel 1961-1990. Die Temperaturen lagen dabei vom Monatsbeginn bis zum 12. nahe am langjährigen Mittelwert – mal etwas darunter, mal etwas darüber. Vom 13. bis zum 16. gab es eine kurze hochsommerliche Phase, die ein deutliches Plus zum langjährigen Mittel brachte. Am 15. wurde mit einem Tagesmaximum von 33,6 °C ein neuer Rekordwert für den Monat September erreicht (zuvor: 33,0 °C, 13.09.2016). Zum 17. gab es einen regelrechten Temperatursturz auf einen Tageshöchstwert um 20 °C. Vom 18. bis zum 24. waren die Temperaturen wiederum leicht überdurchschnittlich, bevor ab dem 25. mit einem Wechsel der Großwetterlage ein leicht unterdurchschnittliches Temperaturniveau erreicht wurde.

Die Monatsniederschlagssumme beläuft sich auf 64,2 mm (= L/m²), das entspricht 90 % vom Mittelwert 1981-2010. Ein Großteil der Summe fiel an zwei Tagen: Am 3. und in der Nacht auf den 4. brachten Regenfälle insgesamt 13,7 mm, in der Nacht vom 26. auf den 27. mehrstündiger, zeitweise starker Regen 30,4 mm. Vom 06. bis 22. blieb es weitgehend trocken.

Die Monatssonnenscheindauer beläuft sich auf 193,3 Stunden, das entspricht 135 % vom Mittelwert 1981-2010. Besonders sonnig war vom 13. bis 22., als es fast durchweg wolkenlos blieb. An 10 sogenannten sonnenscheinreichen Tagen schien die Sonne mindestens 80 % des maximal Möglichen.

Nächtliche Regenfälle bringen 30,4 L/m²

Ein Tiefdruckgebiet, das in der vergangenen Nacht von Norden her über Deutschland hinwegzog, hat verbreitet für ergiebige Niederschlagsmengen gesorgt. An der privaten Wetterstation Bocholt am Barloer Weg (Nähe Krankenhaus) wurde heute Früh (27.) eine 24-stündige Niederschlagsmenge von 30,4 L/m² registriert. Die September-Summe erhöht sich damit auf 56,0 L/m².

In den nächsten Tagen bleibt die unbeständige Witterung bestehen und es ist mit weiteren Niederschlägen zu rechnen. Es ist gut möglich, dass der September 2020 damit der erste Monat seit Februar ohne Niederschlagsdefizit ist.

Neuer Septemberrekord: 33,6 °C

Am heutigen Dienstag, 15.09.2020, wurde mit einer Tageshöchsttemperatur von 33,6 °C, gemessen um 17:12 Uhr, ein neuer Septemberrekord in der Bocholter Klimareihe aufgestellt. Der bisherige Septemberrekord betrug 33,0 °C und stammte vom 14.09.2016.

Auch an den offiziellen DWD-Stationen in der Umgebung wurden heute vielfach die höchsten Temperatur an einem Septembertag seit jeweiligem Aufzeichnungsbeginn registriert. In Ahaus waren es 32,2 °C (alt: 31,8 °C am 14.09.2016), in Borken 33,2 °C (alt: 32,9 °C am 13.09.2016) und in Kleve 33,4 °C. Die wärmste Station in NRW war Heinsberg-Schleiden an Niederrhein mit 34,6 °C.

Spätsommerliche Hitzewelle in Sicht

In der kommenden Woche ist eine spätsommerliche, wahrscheinlich letzte Hitzewelle in der Region in Sicht. Bereits am bevorstehenden Wochenende (12./13.09.) erwartet uns schönes Spätsommerwetter mit viel Sonnenschein bei einzelnen Quellwolken. Ab Sonntag (13.) steigen die Temperaturen wieder an: Am Sonntag werden um 25 °C, am Montag (14.) um 30 °C und am Dienstag (15.) rund 32 °C erwartet. Auch am Mittwoch (16.) könnte die 30-°C-Marke nochmals erreicht werden, bevor in der zweiten Wochenhälfte von einem Abwärtstrend der Temperatur auszugehen ist.

Heiße Tage im September sind ein seltenes Ereignis. In den vergangenen 75 Jahren, also seit Bestehen der Reihe Bocholt (1945), traten nur in zehn September-Monaten Temperaturen von mindestes 30 °C auf. Die Hitzetage traten dabei gleichmäßig in der ersten (1.-10.) und zweiten Septemberdekade (11.-20.) auf, in der dritten Dekade gab es bislang noch keinen heißen Tag. Auffällig ist, dass die Häufigkeit in jüngster Vergangenheit zugenommen hat (1947, 1949, 1961, 1964, 1973, 1999, 2012, 2013, 2016, 2018). Der wärmste Septembertag war der 13.09.2016 mit 33,0 °C. 1949 wurden 32,2 °C, 2013 32,1 °C registriert; in den übrigen Jahren lagen die Höchstwerte zwischen 30 und 32 °C. Die maximale Zahl von heißen Tagen von 4 gab es im September 2016. Der zeitlich späteste heiße Tag in einem Jahr war der 19.09.1961 (30,6 °C).

Rückblick Sommer 2020: Warmer, trockener Sommer mit markanter Hitzeperiode

Der meteorologische Sommer 2020 geht als ein warmer und trockener Sommer ein. Anfangs zeigte sich der Sommer recht wechselhaft mit kühleren und wärmeren Witterungsphasen im Wechsel. Nach einer wärmeren Periode in der zweiten Junihälfte blieben die Temperaturen vor allem in der ersten und zweiten Julidekade zeitweise unter dem langjährigen Mittelwert. Außerdem kam es häufig zu Regenfällenund häufigen Regenfällen, die jedoch insgesamt unergiebig waren. Im August änderte sich die Großwetterlage: Ab dem 5. kam es zu einer intensiven, langandauernden Hitzeperiode mit 9 heißen Tage in Folge und 5 Tropennächten (morgendliches Minimum über 20 °C).

Trotz des insgesamt nur durchschnittlich warmen Julis gehört der Sommer mit einer mittleren Temperatur von 19,2 °C zu den zehn wärmsten Sommern in der Bocholter Klimareihe (ab 1945). Der August 2020 war mit 21,4 °C sogar der wärmste seit mindestens 1945. In den drei Sommermonaten wurden außerdem 37 Sommertage (Mittel: 26-27) und 14 heiße Tage (Mittel: 6-7) registriert.

Mit insgesamt nur 122,5 mm Niederschlag war der Sommer 2020 nach 2018, 1976 und 1921 der vierttrockenste Sommer in der Bocholter Niederschlagsreihe (ab 1901). Damit vergrößerte sich nach dem ebenfalls sehr trockenen Frühling 2020 (mit nur 86,9 mm sechsttrockenster Frühling seit 1901) das Niederschlagsdefizit weiter. Im Juni und Juli kam es zwar häufig zu Niederschlägen, doch insgesamt waren diese recht unergiebig. Das größte Niederschlagsereignis war ein Dauerregen am 1. Juli, der insgesamt 29,7 mm lieferte. Im August kam es mehrmals zu Gewittern, doch das Bocholter Stadtgebiet wurde nicht direkt getroffen. Während im Unkreis teilweise unwetterartige Regenfälle auftraten, wie z. B. am 13. im Raesfeld mit ca. 80 mm, kamen an der Station im Bocholter Nordosten nur wenige Tropfen zusammen. Der August 2020 war mit 12,2 mm der zweittrockenste seit 1901 (nach 1911 mit ca. 10 mm).

Monatsrückblick August 2020: Rekordmonat aufgrund langandauernder Hitzewelle

Aufgrund einer intensiven und lange andauernden hochsommerlichen Periode vom 5. bis 21. August erreicht der August 2020 neue Maßstäbe für einen August: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 21,4 °C war der Monat um 3,1 Grad wärmer als im Mittel 1981-2020 und um 0,3 Grad wärmer als der bisherige Rekord-August 1997. Auch die Anzahl der heißen Tage (ab 30 °C) von 11, davon 9 in Folge, stellt einen neuen Rekord dar, während die Zahl der Sommertage (ab 25 °C; 19) aufgrund eines massiven Temperatursturzes in der dritten Monatsdekade unter dem Rekord von 1997 (21) liegt.

Die hochsommerliche Witterungsperiode zwischen dem 5. und 22. August brachte eine Hitzewelle mit 9 heißen Tage in Folge (06.-14.), 2 Tagen mit über 35 °C (und 2 weiteren Tage, an denen diese Marke nur um wenige Zehntel verfehlt wurde), 6 Tropennächten (nicht unter 20 °C) und einen Spitzenwert von 36,3 °C (08.), der nur knapp unter dem bisherigen Augustrekord von 36,6 °C (07.08.2018) liegt. Damit wies diese Hitzeperiode die längste Andauer von heißen Tagen in Folge seit Juli 2006 (17.-27.07.2006: 11 heiße Tage in Folge) auf. In einem August gab es in der Bocholter Reihe seit 1945 bisher maximal 8 heiße Tage in Folge (05.-12.08.2003).

Ab der Monatsmitte ging das Temperaturniveau leicht zurück, blieb aber noch hochsommerlich. Nachdem am 21. ein letzter heißer Tag registriert wurde, kam es schließlich zu einem regelrechten Temperatursturz auf Tageshöchstwerte von nur noch um oder knapp über 20 °C.

Insgesamt fielen im August 2020 an der Station Bocholt (Stadt) nur 12,2 L/m² Niederschlag und damit für den Monat August so wenig wie zuletzt 1995 (12,4 mm). In der Bocholter Reihe (ab 1901) war nur der August 1911 mit 10 mm (nur gerundeter Wert verfügbar) noch trockener. Es gab in der zweiten Hälfte der Hitzewelle Mitte August zwar fast täglich Gewitter, doch die Station in der Nähe des Bocholter Krankenhauses wurde wiederholt nicht oder nur marginal getroffen. Auch ging der Temperatursturz am Monatsende nur mit sehr dürftigen Niederschlägen einher. Bocholt stellt mit den rund 12 L/m² einen der trockensten Orte in ganz Deutschland dar.

Bilanz der Hitzewelle: 9 heiße Tage in Folge und viertwärmster Augusttag in der Bocholter Klimareihe

Messwerte der privaten Wetterstation Bocholt (Stadt)

Mittwoch, 05.08.2020Min. 14,8 °C um 03:04 UhrMax. 29,8 °C um 17:35 Uhr
Donnerstag, 06.08.2020Min. 16,8 °C um 04:52 UhrMax. 33,0 °C um 16:55 Uhr
Freitag, 07.08.2020Min. 17,2 °C um 05:17 UhrMax. 35,1 °C um 17:00 Uhr
Samstag, 08.08.2020Min. 17,1 °C um 06:35 UhrMax. 36,3 °C um 16:46 Uhr
Sonntag, 09.08.2020Min. 20,3 °C um 06:33 UhrMax. 34,8 °C um 17:24 Uhr
Montag, 10.08.2020Min. 19,0 °C um 05:47 UhrMax. 32,9 °C um 17:00 Uhr
Dienstag, 11.08.2020Min. 21,6 °C um 06:38 UhrMax. 34,9 °C um 16:08 Uhr
Mittwoch, 12.08.2020Min. 21,8 °C um 06:36 UhrMax. 33,9 °C um 16:17 Uhr
Donnerstag, 13.08.2020Min. 20,8 °C um 05:46 UhrMax. 33,0 °C um 17:17 Uhr
Freitag, 14.08.2020Min. 19,4 °C um 06:02 UhrMax. 30,2 °C um 17:08 Uhr
Samstag, 15.08.2020Min. 20,1 °CMax. 29,4 °C

Die Hitzewelle der vergangenen Tage brachte in Bocholt 9 heiße Tage in Folge, 4 Tage mit Tageshöchstwerten um oder über 35 °C sowie 5 Tropennächte. Eine so lange Andauer von heißen Tagen gab es selbst in den letzten beiden sehr warmen Sommern nicht, sondern zuletzt vor 14 Jahren: Vom 17. bis zum 27. Juli 2006 wurden 11 heiße Tage in Folge verzeichnet. In einem August gab es bisher maximal 8 heiße Tage in Folge (05.-12.08.2003).

Am Samstag, 08.08.2020, erreichte die Temperatur einen Tageshöchstwert von 36,3 °C. Damit wurde der viertwärmste Augusttag und der zehnte Augusttag mit >= 35 °C überhaupt in der lokalen Klimareihe (seit 1945) verzeichnet.

Die heißesten Augusttage in Bocholt:
Rang 1: 36,6 °C am 07.08.2018
Rang 2: 36,5 °C an 07.08.2003
Rang 3: 36,4 °C am 02.08.2013

Markante Hitzewelle ab Donnerstag, 6. August + klimatologische Einordnung

Nach den aktuellen Modellen (06.08., 00 UTC) wird die Hitzewelle, die am heutigen Donnerstag (06.08.) mit einem Tageshöchstwert von 31-32 °C beginnt, bis mindestens nächste Woche Dienstag (11.08.) andauern. Von Samstag (08.) bis Dienstag (11.08.) ist dabei mit Tageshöchstwerten von 35-36, evtl. 37 °C zu rechnen!

Für Mittwoch (12.) ist die Lage noch unsicher. Möglicherweise könnte etwas kühlere Luft einfließen, doch auch eine Fortdauer der Hitzewelle bis einschließlich Donnerstag (13.) wird von einigen Modellen gezeigt. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, wie lange uns die sehr hohen Temperaturen erhalten bleiben.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird es mindestens 6 heiße Tage (ab 30 °C) in Folge geben – für unsere Region ein außergewöhnliches Ereignis. Selbst in den vergangenen beiden Sommern, die bezogen auf die mittlere Temperatur die beiden wärmsten Sommer in der Bocholter Klimareihe (ab 1945) darstellen und einen neuen Temperaturrekord (40,1 °C am 25.07.2019) brachten, gab es maximal 5 heiße Tage in Folge: In beiden Sommern lagen die Tageshöchstwerte jeweils vom 23. bis zum 27. Juli 5 Mal in Folge über 30 °C, davon jeweils 3 Mal über 35 °C (mit Spitzenwerten von 36,3 °C am 26.07.2018 und 40,1 °C am 25.07.2019). Die längste Andauer von heißen Tagen in Folge gab es im Juli 2006: Vom 17. bis zum 27. Juli gab es 11 heiße Tage am Stück, jedoch nur 1 Mal über 35 °C, mit einem Spitzenwert von 36,6 °C (19.07.2006).

Update: Längere Hitzewelle zum Sommerferienende in Sicht

Bisher konnte man die heißen Tage (ab 30 °C) in diesem Sommer an einer Hand abzählen: Am 25. und 26. Juni (Tageshöchstwerte 30,0 °C und 31,6 °C) sowie am 31. Juli (Tageshöchstwert 33,2 °C) stieg die Temperatur über die 30-°C-Marke an. Wer den Sommer zwischenzeitlich schon abgeschrieben hatte, wird in dieser letzten Sommerferienwoche eines besseren belehrt, denn in den Berechnungen der Wettermodelle kündigt sich der Aufbau eines stabilen Hochdruckgebiets mit einhergehender Hitzewelle an.

Nach den aktuellen Läufen (04.08., 00 UTC) ist am Mittwoch (05.08.) mit 28-29 °C und am Donnerstag (06.08.) mit 30-31 °C zu rechnen. Für Freitag (07.08.) und Samstag (08.08.) werden 34-36 °C modelliert. Bis zum Samstag zeigen die Modellläufe eine weitgehende Konsistenz. Ab Sonntag nimmt die Streuung zu: Einige Modelle zeigen ein vorübergehendes Einfließen kühlerer Luft aus Nordwesten, ehe die Hitze am Dienstag (11.08.) wieder zurückkommt, während bei anderen Modellen NRW im Einfluss der heißen Luftmasse bleibt. Fast alle Modelle zeigen jedoch eine Andauer der Hitzewelle bis einschließlich Mittwoch (12.08.) (!). Nach derzeitigen Stand ist also mit mindestens 3, im Extremfall 7 heißen Tagen in Folge zu rechnen.

Monatsrückblick Juni 2020: Warmer, aber recht unbeständiger Juni

Der Juni 2020 zeigte sich im Gegensatz zum hochsommerlichen Juni 2019, der neue Temperaturrekorde aufstellte, als typisch mitteleuropäischer Sommermonat, das heißt recht unbeständig mit unterschiedlichen Wetterlagen und häufigen Schauerniederschlägen, aber insgesamt warm, trocken und recht sonnig. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,5 °C war der Monat um 1,8 Grad wärmer als im Mittel 1981-2010, mit einer Monatsniederschlagssumme von 59,7 L/m² fielen nur 83 % des Mittels 1981-2010 (72 L/m²) und mit einer Monatssonnenscheindauer von 220,5 Stunden schien die Sonne 109 % des Mittels 1981-2010 (209 Stunden). Es gab 12 Sommertage und 2 heiße Tage – im Mittel 1981-2010 gibt es nur 6-7 Sommer- und 1 heißen Tage.

Nach einem warmen Monatsbeginn kam es in der ersten Monatsdekade mit einer Nordwestlage zu einem kühleren Witterungsabschnitt. Am 4. und 5. kamen durch Schauerniederschläge 25,1 L/m² zusammen und milderten die Dürresituation aus dem Frühjahr etwas ab. Am 6. wurde der Monatstiefstwert von 7,2 °C gemessen.

Ab dem 11. erreichte die Temperatur wieder leicht überdurchschnittliches Niveau: Die Tageshöchstwerte pendelten bis in die dritte Monatsdekade um die 25 °C-Marke, die Nächte blieben mit kaum unter 15 °C mild. Am 14. kam es durch eine Gewitterlage, die vor allem die Regionen nordöstlich von Bocholt betraf, zu regional sehr unterschiedlichen Niederschlagsmengen: An der DWD-Station Ahaus-Wessum kamen 67,8 L/m² und an der Station Borken 51,5 L/m² zusammen; in Bocholt belief sich die Menge nur auf 10,8 L/m².

In der dritten Monatsdekade kam es zu einer kurzen Hitzewelle mit den ersten beiden heißen Tagen des Jahres (25. und 26.). Am 26. wurde der Monatshöchstwert von 31,7 °C registriert, in der darauffolgenden Nacht auf den 27. eine Tropennacht mit einen Nacht-Tiefstwert von 21,0 °C. Zum Monatsende wurde die warme Luft durch kühlere Atlantikluft abgedrängt.

Dauerregen am 1. Juli

Am 1. Juli sind länger andauernde und schauerartig verstärkte Regenfälle über die Region hinweggezogen. Dabei kamen im südlichen Kreis Borken und in den angrenzenden Gebieten beachtliche Niederschlagssummen von rund 30 Litern pro Quadratmeter, je nach Zugstrecke der Schauerniederschläge teilweise noch mehr, zusammen.

An der privaten Wetterstation Bocholt am Barloer Weg (Nähe Krankenhaus) betrug die Summe 29,7 L/m². Dabei fielen 5,1 L/m² bis zum Messtermin um 8 Uhr und werden in der Klimastatistik noch zum Juni 2020 hinzugerechnet und 24,6 L/m² seit 8 Uhr und zählen zum 1. Juli. Dies ist die bisher größte Tagesmenge im bislang erneut recht trocken verlaufenen Jahr 2020. Die letzten 24 Stunden brachten außerdem mehr Niederschlag als der gesamte April (11,8 L/m²) und Mai 2020 (17,3 L/m²) zusammen.

An der DWD-Station Bocholt-Liedern (Wasserwerk) betrug die Summe exakt 30,0 L/m². Die größte Niederschlagssumme kam an der DWD-Station Borken (Gemenkrückling) mit 43,4 L/m² zusammen.

Monatsrückblick Mai 2020: Sehr trockener, sonnenscheinreicher Mai

Im Mai 2020 dominierte im Westen Deutschlands Hochdruckeinfluss mit trockener Witterung und viel Sonnenschein, aber oft auch noch recht verhaltenen Temperaturen. Sommerlich warme Witterungsperioden gab es kurz zum Ende der ersten Monatsdekade (um den 9.) sowie zeitweise in der zweiten Monatshälfte (21./22., ab dem 26.). Es wurden 3 Sommertage (ab 25 °C) und noch kein heißer Tag (ab 30 °C) verzeichnet mit einem Monatshöchstwert von 27,7 °C am 21. Mai. Die Eisheiligen machten hingegen ihrem Namen alle Ehre, denn exakt zwischen dem 11. und 15. Mai kam es zu einem Kälterückfall mit letzten Bodenfrösten, örtlich auch Luftfrösten. An der städtisch gelegenen Wetterstation in Bocholt betrug der Monatstiefstwert 1,3 °C am 14. Mai. Mit einer Monatsmitteltemperatur von 13,7 °C war der Mai 2020 um 0,4 Grad kälter als im langjährigen Mittel der Referenzperiode 1981-2010.

Der beständige Hochdruckeinfluss sorgte dafür, dass Tiefausläufer die Region lediglich zum Monatsanfang, um den 10. herum sowie zu Beginn der letzten Monatsdekade beeinflussen konnten. Auch an diesen Tagen fielen nur geringe Niederschläge, sodass nach dem sehr trockenen April ein weiterer sehr trockener Monat in die Statistik eingeht. An der Wetterstation Bocholt wurden 17,3 mm (= L/m²) gemessen, das entspricht nur einem Viertel des langjährigen Mittelwerts der Referenzperiode 1981-2010 (68 mm) und dem 6.-trockensten Mai in der Bocholter Klimareihe (ab 1901).

Monatsrückblick April 2020: Sehr warm, sehr trocken und neuer Sonnenscheinrekord

Der April 2020 geht als ein sehr warmer, sehr trockener und als sonnenscheinreichster April überhaupt in die regionale Klimastatistik ein. Dies zeigt die Auswertung der lokalen Messwerte der privaten Wetterstation Bocholt.

Die Monatsmitteltemperatur lag bei 12,3 Grad Celsius (°C) um damit um 2,5 Grad über dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1981-2010 bzw. 3,6 Grad über der Referenzperiode 1961-1990. Nach 2007 (13,8 °C), 2009 und 2011 (13,7 °C), 2018 (13,5 °C) und 2014 (12,9 °C) erreicht der April 2020 damit Platz 6 in der Rangfolge seit 1881. Der Monat zeichnete sich nicht durch kurzzeitig sehr hohe Temperaturen aus wie z. B. im Jahr 2007, als fast 30 °C gemessen wurden, sondern durch konstant recht hohe Werte: Die Tageshöchstwerte lagen meist zwischen 18 und 24 °C, lediglich in den ersten Tagen des Monats blieb das Temperaturniveau noch verhalten mit leichten Nachtfrösten und Tageshöchstwerten um die 10 °C-Marke. Beeindruckend war der schnelle Temperaturanstieg ab dem 4. innerhalb weniger Tage auf frühlingshafte, teils frühsommerliche Werte: Am 5. wurde erstmals in diesem Jahr die 20 °C-Marke erreicht, nur drei Tage später mit 25,2 °C bereits der erste Sommertag des Jahres registriert. Das ist der früheste Eintrittstermin seit Beginn der Bocholter Klimareihe im Jahre 1945 (siehe auch Bericht unten).

Die Monatsniederschlagssumme erreichte einen Wert von nur 7,4 Litern pro Quadratmeter (L/m²), etwa ein Sechstel des langjährigen Mittelwerts der Referenzperiode 1981-2020 (43 L/m²). Damit ist der April nach 2007 (0,0 L/m²) und 1996 (2,0 L/m²) der dritttrockenste April in der Bocholter Reihe (Niederschlagsmessung seit 1901). Die seit Mitte März bestimmende Hochdruckwetterlage setzte sich im April fort und wurde nur kurz durch Tiefausläufer unterbrochen. Nur an 6 Tagen wurde Niederschlag registriert, bedeutsame Tagesniederschläge (mindestens 5 L/m²) fielen dabei nicht. Der Großteil der Monatssumme, 4,8 L/m², fiel vom 28. bis 30. infolge von Regenschauern. Etwas Statistik: Der Trend zu trockeneren April-Monaten setzt sich fort: Der Mittelwert der neuen Referenzperiode liegt bei nur noch 40 L/m² (!), die letzten 15 Jahre (2006-2020) erreichten im Mittel nur noch 31 L/m². In diesen 15 Jahren waren 10 April-Monate trockener als im Durchschnitt 1981-2010, nur 2012 gab es mit 64,7 L/m² einen nennenswerten Niederschlagsüberschuss.

Die Monatssonnenscheindauer belief sich auf rund 285 Stunden (h), das entspricht einem Plus von 64 % gegenüber dem langjährigen Mittelwert der Referenzperiode 1981-2010 (174 h). Damit war der April 2020 vor dem bisherigen Rekordhalter 2007 (271 h) der sonnenscheinreichste April in der Bocholter Reihe (Sonnenscheindauermessung seit 1947).

Jahresrückblick 2019: Sehr mild und recht trocken mit neuem Hitzerekord

Das Jahr 2019 geht als ein sehr mildes, trockenes und sonniges Jahr in die Klimastatistik ein. Mit einer mittleren Temperatur von 11,7 °C liegt das Jahr nicht nur um 1,2 Grad über dem langjährigen Mittel (1981-2010), sondern nach 2014 (12,0 °C) und 2018 (11,9 °C) auf Platz 3 in der Rangfolge der wärmsten Jahre in der Bocholter Klimastatistik. Die Summe der Niederschlagshöhe beläuft sich auf 716,7 mm, das entspricht 88 Prozent des Mittelwerts (bzw. 12 Prozent weniger als im Mittel).

Das markanteste (überregionale) Ereignis des Jahres war ohne Zweifel die extreme Hitzewelle im letzten Juli-Drittel, bei der die Temperaturen im (Nord-)Westen Deutschlands erstmals verbreitet über die 40-°C-Marke stiegen. An der privaten Station in Bocholt wurde am 25. Juli ein neuer Rekordwert von 40,1 °C gemessen. Die heißeste Region Deutschlands war der Niederrhein, an den Stationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst wurden mit jeweils 41,2 °C neue Deutschlandrekorde verzeichnet. (Anmerkung: Der Wert aus Lingen sollte nicht als Deutschlandrekord betitelt werden, da die Umgebungsbedingungen dieser Station mangelhaft sind.)

Ein nicht minder extremes lokales Ereignis war ein Tornado der Stärke F2 (rund 180-250 km/h), der am späten Abend des 4. Juni über das nordwestliche Bocholter Stadtgebiet zog und teilweise große Zerstörungen mit sich brachte. Einige Schäden sind zum Jahresende noch nicht behoben.

Beim Blick in die Statistik zeigt sich ein sehr warmer Sommer 2019, der mit einer mittleren Temperatur von genau 20,0 °C nur um 0,3 Grad unter dem sehr heißen Sommer des Vorjahres liegt und damit (vor 2003) den zweitwärmsten Sommer in der Bocholter Klimareihe darstellt. Während im Vorjahr der Juni vergleichsweise gemäßigt war und der Juli herausragte, erreichte der Juni in diesem Jahr neue Rekorde: Mit einer mittleren Temperatur von 20,3 °C war es der wärmste Juni in der Bocholter Reihe (zuvor: 2003 mit 19,3 °C) und mit 36,2 °C wurde am 25. Juni ein neuer absoluter Juni-Rekord verzeichnet. Auch Juli und August brachten in diesem Jahr überdurchschnittlich Temperaturen – sonst wäre der Sommer nicht auf den zweiten Platz gelandet. Bemerkenswert ist jedoch eine längere nur mäßig warme, bisweilen kühle Phase in der ersten Juli-Hälfte, die durch die nachfolgende extreme Hitzewelle jedoch überkompensiert wurde. Der August brachte wieder beständigere Wärme und eine dritte Hitzewelle zum Monatsende.

Der Sommer war nicht nur heiß, sondern erneut auch sehr trocken. Auch wenn die Niederschlagshöhen nicht so extrem niedrig waren wie im Vorjahr, war Dürre wieder ein Thema, da auch der vorangegangene Winter die Vorjahresdefizite lange nicht ausgleichen konnte. Von Anfang April bis Ende Juli fielen nur 107,5 mm Niederschlag, das entspricht nur 42 Prozent des langjährigen Mittelwerts 1981-2010 (256 mm).

Eine weitere Auffälligkeit des Jahres 2019 war eine frühe Wärmephase Ende Februar. Mit Hochdruckwetter und herangeführter sehr milder Luft stiegen die Werte bis nahe 20 °C an, was früh im Jahr neue Rekorde bedeutete: Am 27. wurden 19,8 °C gemessen, wodurch der alte Rekord (18,3 °C am 25.02.1964 an der früheren DWD-Station Bocholt) gleich um 1,5 Grad übertroffen wurde.

Weitere besonders warme Phasen gab es vom 19. bis zum 24. April, pünktlich zu den Ostertagen und kurz danach (bis 26,4 °C), am 21./22. September (bis 28,9 °C) und vom 17. bis 19. Dezember (bis 15,1 °C). Die Höchstwerte blieben jeweils nur knapp unter den Rekorden. Besonders kalte Phasen waren hingegen rar: Erwähnenswert sind hier lediglich eine Kältephase vom 18. bis 25. Januar, bei der bis zu -7,6 °C (21. Januar) gemessen wurden, sowie die kühle (aber frostfreie) Witterung in der ersten Mai-Dekade. Im Gegensatz zu den Wärmephasen lagen die Spitzenwerte hier weit entfernt von den bisherigen Rekordwerten.

Das Jahr 2019 lieferte 53 Sommertage (ab 25 °C; Mittel: 34), 17 heiße Tage (ab 30 °C; Mittel: 7), 4 sehr heiße Tage (ab 35 °C; Mittel: 0) und 8 Tropennächte (Nächte, in denen es nicht unter 20 °C abkühlte; Mittel: 2). Letzterer Wert ist ein neuer Rekord, zuvor gab es maximal 7 Tropennächte im Jahr 2006. Bei den Sommertagen bedeutet der Wert Platz 4 (nach 2018, 1947 und 2006) in der Bocholter Statistik. Dem gegenüber stehen 31 Frosttage (Mittel: 52) und ein einziger Dauerfrost- bzw. Eistag (Mittel: 10).

Hinsichtlich der Niederschlagsverteilung gibt es (neben dem trockenen Frühjahr von April bis Juli) wenig Auffälligkeiten – sehr nasse Monate mit über 100 mm traten nicht auf. Die Monate April bis Juli brachten jeweils nur 21 bis 31 mm, was zwischen 37 und 49 Prozent der Durchschnittswerte entsprach. Die nassesten Monate waren Oktober (96,8 mm, 138 Prozent), Dezember (90,6 mm, 121 Prozent) und März (89,4 mm, 133 Prozent). Da die Defizite größer waren als die Überschüsse und das große Defizit von 2018 noch hinzukommt, sind die Bodenschichten immer noch zu trocken und die seit rund eineinhalb Jahren andauernde Dürre auch zum Jahresende noch nicht beendet. 

Rückblick Sommer 2019: Nach 2018 zweitwärmster Sommer seit Messbeginn – erstmals 40 °C

Auf den Rekordsommer 2018 (Mitteltemperatur 20,3 °C) folgt ein weiterer, sehr warmer Sommer 2019 mit zeitweise extremer Hitze und länger andauernder Trockenheit. Die Mitteltemperatur erreicht einen Wert von genau 20,0 °C – nur 0,3 K weniger als 2018, aber 0,2 K mehr als im Sommer 2003 (19,8 °C) und 2,1 K mehr als im langjährigen Mittel 1981-2010. Damit liegt der Sommer 2019 auf Platz 2 der wärmsten Sommer in der Bocholter Klimareihe.

Alle Monate fielen warm aus, am deutlichsten aber wich der Juni vom langjährigen Mittel ab. Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,3 °C (+3,6 K) stellt der Monat auch den mit Abstand wärmsten Juni in der Bocholter Klimareihe dar. Es gab bereits 19 Sommertage und 5 heiße Tage. Die erste Julihälfte verlief dann recht kühl, ehe in der letzten Monatsdekade eine extreme Hitzewelle mit in Deutschland noch nie dagewesenen Temperaturen auftrat. In Bocholt wurden 3 sehr heiße Tage in Folge verzeichnet und am 25. Juli extrem heiße 40,1 °C gemessen; damit wurde erstmals die „magische“ 40 °C-Marke geknackt. Der alte Rekordwert lag bei 38,4 °C (02.07.2015). Der Deutschlandrekord erreichte 41,2 °C (Duisburg-Baerl und Tönisvorst; der widersprüchliche Wert aus Lingen soll hier nicht zitiert werden). Im August blieb es erst noch recht warm mit vielen Sommertagen, ehe zur zweiten Dekade hin die Temperaturen etwas abfielen. Zum Monatsende folgte erneut eine markante Hitzewelle mit 6 heißen Tagen.

Insgesamt gab es im Sommer 2019 46 Sommertage (ab 25 °C), 17 heiße Tage (ab 30 °C) und 4 sehr heiße Tage (ab 35 °C) – alle Werte liegen sehr deutlich über den langjährigen Durchschnittswerten (26-27 Sommertage und 6-7 heiße Tage). Im Vergleich zum Rekordsommer 2018 (55 Sommertage und 15 heiße Tage) gab es damit 2 heiße Tage mehr, aufgrund zeitweise etwas kühlerer Phasen (Anfang Juli, Mitte August) aber nicht ganz so viele Sommertage.

Die Niederschlagssummen waren, wie schon im Vorjahr und im Frühling, erneut unterdurchschnittlich. In den drei Sommermonaten fielen insgesamt nur 144,7 Liter pro Quadratmeter, das entspricht nur zwei Dritteln des langjährigen Mittelwerts (rund 220 L/m²). Besonders trocken war es im Juni und Juli. In beiden Monaten fiel nur ein gutes Drittel der Durchschnittsmenge; während im August durch einige kräftige Regenschauer und Gewitter schließlich noch 89,0 L/m² zusammenkamen, was sogar über dem Durchschnittswert von 75 L/m² liegt. Aufgrund der hohen Temperaturen waren die Böden wie im vorherigen Sommer tiefreichend ausgetrocknet, was sich in örtlichen Baumsterben kennzeichnete.

40,1 °C: Neuer Temperaturrekord in Bocholt gemessen

Am heutigen Donnerstag, 25.07.2019, wurde mit 40,1 °C an der privaten Wetterstation Bocholt ein neuer Temperaturrekord seit Messbeginn 1947 verzeichnet. Exakt um 15.00 Uhr wurde mit einem Messwert von 38,5 °C der alte Rekord von 38,4 °C (02.07.2015) erstmals übertroffen. Die Temperatur stieg jedoch noch fast zwei weitere Stunden an und erreichte zwischen 16.28 und 16.36 Uhr den Tageshöchstwert. Bereits am gestrigen Mittwoch, 24.07., wurde der alte Rekord mit einem Höchstwert mit 38,4 °C eingestellt.

An allen Stationen in der Region wurden neue Höchststände seit Aufzeichnungsbeginn gemessen. An der DWD-Station Duisburg (Baerl) wurden 41,2 °C gemessen, an der DWD-Station Kleve 40,9 °C, an der MeteoGroup-Station Emmerich-Elten 40,5 °C, an der MeteoGroup-Station Borken 40,1 °C, an der DWD-Station Ahaus 39,5 °C und an der DWD-Station Borken (Gemenkrückling) 39,4 °C. Auch jenseits der Grenze wurde die 40-°C-Marke gebrochen: Die KNMI-Station Twenthe bei Enschede erreichte 40,2 °C und die Station Hupsel (bei Eibergen) 40,4 °C.

In der Nacht auf Freitag, 26.07., gingen die Temperaturen dann nur sehr langsam zurück. Erst um 23.58 Uhr wurde die 30-°C-Marke unterschritten. Der morgendliche Tiefstwert von 23,6 °C ist ebenfalls ein Rekord – noch nie blieb eine Nacht so warm. Der alte Rekord betrug 22,4 °C (20.08.2012).

Neue (extreme?) Hitzewelle in Aussicht – Dürre verschärft sich

In der kommenden Woche wird wieder eine sehr heiße Luftmasse herangeführt, sodass sich eine neue markante Hitzewelle mit Sonne von früh bis spät und Temperaturen deutlich über 30 °C anbahnt. Am Montag, 22.07., bleiben die Tageshöchstwerte in der Region Niederrhein/Münsterland mit um 28 °C noch knapp unter der 30-°C-Marke. Am Dienstag, 23., sind 32-34 °C, für Mittwoch, 24., 35-37 °C und für Donnerstag, 25., nach derzeitigem Stand (!) 37-39 °C (!) zu erwarten. Nach den derzeitigen Modellläufen erscheint möglich, dass der absolute Temperaturrekord von Bocholt von 38,4 °C (gemessen am 02.07.2015) erreicht oder übertroffen wird. In hitzebegünstigten Lagen im Rheinland sind 40 °C möglich.

Die meisten Modelle zeigen ein Übergreifen kühlerer Luftmassen ab Freitag, 26.07., einige Modelle beinhalten aber auch eine rasche Rückkehr der (extremen) Hitze. Über die Fortdauer und die Witterung am kommenden Wochenende (27./28.) lassen sich daher noch keine sinnvollen Vorhersagen machen.

Eine markante Verschärfung der Dürresituation 2019 (hin zu extremer Dürre wie im Vorjahr) erscheint aufgrund der stark ansteigenden Verdunstungsraten jedoch in jeden Fall gegeben – mit massiven Folgen für die heimische Vegetation. Seit 1. April fielen nur 106,8 L/m² Niederschlag und damit nur wenig mehr als im Vorjahr (2018: 92,9 L/m²). Der langjährige Mittelwert 1981-2010 für den Zeitraum 1. April bis 31. Juli beträgt 256 L/m².

Rückblick Juni 2019: Wärmster Juni seit Aufzeichnungsbeginn mit neuem absoluten Temperaturrekord

Der Juni 2019 setzt nicht nur im deutschen Landesmittel, sondern auch in der Region neue Bestmarken hinsichtlich der Temperaturbilanz: Mit einer Monatsmitteltemperatur von 20,3 °C übertrifft der Monat den bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2003 um genau 1,0 Grad. Am 25. Juni wurde mit einer Tageshöchsttemperatur von 36,2 °C ein neuer Spitzenwert für den Monat Juni registriert – ein halbes Grad über dem bisherigen Rekord von 35,7 °C vom 27.06.1947 (frühere DWD-Station Bocholt). Es wurden 19 Sommertage über 25 °C und 5 heiße Tage über 30 °C registriert. Damit wurde hinsichtlich der Sommertage ein neuer Rekord aufgestellt (alter Rekord: 14 Sommertage im Juni 1970). Der Rekord der heißen Tage liegt bei 8 (Juni 1947).

Außerdem war der Monat außergewöhnlich sonnig und sehr trocken. Die Monatssonnenscheindauer beträgt 295,1 Stunden und liegt damit exakt auf dem Niveau vom Juni 1976 (295,5 h) und nur knapp 3 h unter dem Rekordwert von 1950 (297,8 h). Die Monatsniederschlagssumme liegt bei 26,7 L/m² und damit bei nur gut einem Drittel des langjährigen Miittels (ca. 72 L/m²). Damit ist der Juni der 3. sehr trockene Monat in Folge, wodurch die Dürre wie im letzten Jahr wieder zu einem großen Problem wird. Seit 1. April sind nur 78,5 L/m² gefallen und damit ähnlich wenig wie im Vorjahr (2018: 79,1 L/m²) – gegenüber rund 185 L/m² im langjährigen Mittel. Zum Vergleich: Im sehr nassen Frühsommer 2016 fielen im gleichen 3-Monats-Zeitraum 334,8 L/m².

Erste markante Hitzewelle in Deutschland

HITZETICKER: Tageshöchstwerte in Bocholt
23. Juni: 30,6 °C
24. Juni: 33,7 °C
25. Juni: 36,2 °C – neuer Rekordwert für den Monat Juni (alt: 35,7 °C, 27.06.1947)
26. Juni: 28,9 °C
27. Juni: 25,5 °C
28. Juni: 27,0 °C
29. Juni: 34,4 °C
30. Juni: 29,3 °C

In der kommenden Woche steht die erste Hitzewelle des Sommers 2019 an. Die Großwetterlage stellt sich in den nächsten Tagen um, sodass trockenheiße kontinentale Luft aus Osten herangeführt wird. Nach aktueller Voraussicht wird es ab Sonntag (23. Juni) sonnig und heiß. Die Tageshöchstwerte klettern von Tag zu Tag ein bisschen an und liegen am Sonntag bei 29-30, am Montag (24.) bei 32-33 und am Dienstag (25.) bei 35-36 °C.

Ab Mittwoch (26.) steigen die Werte voraussichtlich nicht weiter an, da aus Nordwesten ein Schwall leicht kühlerer Luft heranströmt und die heißeste Luftmasse nach Osten abgedrängt wird. Die Tageshöchstwerte erreichen am Mittwoch nochmals um 30 °C, am Donnerstag (27.) und Freitag (28.) ist es mit 25-28 °C angenehm sommerlich warm. Am Samstag (29.) wird vermutlich noch einmal die 30-°C-Marke überschritten, ehe zum Monatswechsel hin kühlere Luftmassen heranströmen.

Tornado in Bocholt

Am späten Dienstagabend zwischen 23.00 und 23.05 Uhr MESZ kam es im nordwestlichen Bocholter Stadtbereich Windmühlenplatz, Jerichostraße, Dinxperloer Straße (in Höhe der beiden Tankstellen), Markgrafenstraße Herzogstraße, Heroldstraße und Drostenstraße zu einem Unwetterereignis. Aufgrund des vorhandenen Schadensbildes ist von einem Tornado auszugehen. Der Fall wird in der Tornadoliste Deutschland als F2 geführt. Eine umfangreiche Analyse wurde von der Unwetteragentur von Thomas Sävert erstellt.

Neben einigen entwurzelten Bäumen und abgebrochenen Ästen wurden auch zahlreiche Dächer in Mitleidenschaft gezogen oder teilweise abgedeckt. In einem Fall ist auch von einem angehobenen Auto auszugehen. Nach Berichten des Bocholter Borkener Volksblatts wurden rund 100 Bäume beschädigt.

Quelle: eigene Bilder